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Widerrechtliche Verfügungen bei einem 'Und' -Bankkonto durch eine RA-in


| 27.12.2012 13:24 |
Preis: ***,00 € |

Anwaltsrecht, Gebührenrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Ivo Glemser



Meine Frau und ich leben getrennt und in Scheidung. Aus einem Immobilienverkauf wurde
ein gemeinsames Und-Konto bei einer Bank angelegt. Meine Frau stand wegen
gesundheitlicher Probleme einige Zeit unter gesetzlicher Betreuung. Die Scheidungs-anwältin (im Folgenden RA- in genannt) meiner Frau war auch ihre Betreuerin. Nun zum Vorfall: Am 10.8.10 wurde per Gerichtsbeschluß die Vormundschaft aufgehoben. Am
24.8.10 und am 30.8.10 entnahm die RA-in vom o.a. Konto jeweils größere Geldbeträg, um damit ihre Honorarforderungen gegenüber meiner Frau zu befriedigen. Bei der Bank reichte sie eine Kopie der Genehmigung des Gerichts bezügl. der Honorarhöhe ein. Die Bank führte daraufhin die Überweisungen durch. Folgende Dinge sind falsch gelaufen:
1. Die Betreuungszeit war abgelaufen, die RA-in hätte gar keine Bankbefugnisse mehr gehabt. 2.Bei einem Und-Konto bedarf es zweier Unterschriften (also auch der meinigen). Da hat die Bank auch nicht aufgepasst. 3. Ob von dem Geld auf dem Und-Konto meiner Frau ein Teil gehört ist noch völlig offen (Vermögensauseinander-setzung läuft).
Derzeitige Situation: Die RA-in hat auf alle meine Schreiben nicht reagiert. Die Bank spielt auf Zeit. Am liebsten würde ich beide (die RA-in und die Bank) verklagen. Wird das ein Straf- oder Zivilprozess? Wie sind die Verjährungsfristen?
Sehr geehrte(r) Ratsuchende(r),

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich Ihnen anhand des von Ihnen geschilderten Sachverhalts und unter Berücksichtigung Ihres Einsatzes im Rahmen einer ersten rechtlichen Einschätzung gern nachfolgend beantworte.

"Wird das ein Straf- oder Zivilprozess?"

Wenn Sie den Geldbetrag von der Rechtsanwältin zurück fordern möchten, so müssen Sie dies grundsätzlich im Rahmen eines zivilrechtlichen Verfahrens geltend machen. Es besteht zwar auch die Möglichkeit, dies im Rahmen eines strafrechtlichen Adhäsionsverfahrens zu tun, dies geschieht allerdings relativ selten.

Der Vorteil des Zivilprozesses besteht darin, dass Sie als klagende Partei den Ablauf des Prozesses eher in der Hand haben, wohingegen im Strafprozess grundsätzlich die Staatsanwaltschaft "Herrin des Verfahrens" ist.

Sie sollten einen Kollegen oder eine Kollegin mit der genauen Prüfung der Berechtigung Ihrer Forderung beauftragen.

Im Übrigen besteht auch die Möglichkeit den Vorgang der zuständigen Rechtsanwaltskammer oder Staatsanwaltschaft anzuzeigen bzw. der Rechtsanwältin dies anzukündigen für den Fall, dass Sie die Rückzahlung bis zum Ablauf einer bestimmten Frist weiterhin verweigert.

"Wie sind die Verjährungsfristen?"

Die von Ihnen geschilderte Forderung unterliegt - ihre Berechtigung vorausgesetzt - der regelmäßigen Verjährungsfrist gem. § 195 BGB von drei Jahren. Die Verjährung beginnt gem. § 199 BGB mit dem Schluss des Jahres, in dem Anspruch entstanden ist und Sie Kenntnis hiervon hatten. In Ihrem Fall begann die Verjährungsfrist also um 0.00 Uhr am 01.01.2011 zu laufen und endet am 31.12.2013 um 24 Uhr.

Ich hoffe, meine Antwort hat Ihnen weitergeholfen.

Bitte beachten Sie, dass meine Antwort nur eine erste Einschätzung darstellt. Dies kann eine persönliche Beratung regelmäßig nicht ersetzen.

Mit freundlichen Grüßen

- Ivo Glemser -
Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 27.12.2012 | 14:17

Kann ich die Bank auch verklagen? Die hat ja versäumt, meine
Unterschrift einzuholen. Denn bei einem Und-Konto bedarf es zweier
Unterschriften.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 27.12.2012 | 14:26

Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Nachfrage.

Ob Sie Ihre Bank erfolgsversprechend verklagen können, bedarf der genauen Prüfung des Sachverhalts, insbesondere der Ihnen zur Verfügung stehenden Unterlagen.

Ich kann mir aufgrund Ihrer Schilderungen gut vorstellen, dass hier eine Pflichtverletzung der Bank vorliegt, die eine Schadensersatzpflicht zur Folge hat. Stehen demzufolge zwei potentielle Schuldner zur Verfügung, so kann es prozessual sinnvoll sein, beide in einem Prozess (in diesem Fall als Gesamtschuldner) zu verklagen.

Vorher sollte allerdings wie bereits erwähnt genau geprüft werden, ob Ansprüche gegen eine der beiden genannten Beteiligten oder gar gegen beide bestehen oder mit hoher Wahrscheinlichkeit bestehen, um ein Kostenrisiko so gering wie möglich zu halten.

Ich hoffe Ihre Nachfrage zufriedenstellend beantwortet zu haben und verbleibe

mit freundlichen Grüßen

- Ivo Glemser -
Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers 27.12.2012 | 14:42


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