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Wertgutachten


25.04.2006 20:49 |
Preis: ***,00 € |

Vertragsrecht



Sehr geehrte Damen und Herren,

ich habe seit einiger Zeit ein Problem mit einem Gutachter.
Zur Vorgeschichte:
Ich wollte mir mit meiner Lebensgefährtin einen Traum erfüllen und einen kleinen Bauernhof kaufen, um eine Pferdezucht zu gründen. Ich war vier Jahre im Ausland. Ich hatte eine kleine Rechnung vergessen und habe, da man mich im Ausland nicht fand, einen Schufa-Eintrag wegen einer Höhe von 360,- Euro bekommen.
So weit, so schlecht. Da ich einen Eintrag hatte, war es natürlich denkbar schwierig, eine Finanzierung zu bekommen.
Ein netter Herr der Wüstenrot, nennen wir ihn mal Herrn Albrecht, hat mir dann gesagt, dass das alles kein Problem sei, und schon gar nicht mit unserem Einkommen. Jedoch sollten wir über Herrn Brecht ein Wertgutachten erstellen lassen, damit die Finanzierung auch klappen würde. Das sei erfahrungsgemäß sowieso notwendig und liege dann schon einmal vor. Er arbeite immer mit Herrn Brecht und das würde immer gut funktionieren.
Ich habe ihn im Beiseiun meiner Lebensgefährtin gefragt, ob denn nun Kosten auf mich zukämen, wenn die Finanzierung nicht zustande käme. Er verneinte dies.
Als Herr Albrecht und Herr Brecht dann vor Ort waren, um das Wertgutachten zu erstellen, sollte ich einen Vertrag unterzeichnen. In diesem Vertrag fehlte aber jegliche Erwähnung dessen, was ich eben erwähnte. Ich habe dann auf Änderung bestanden, was Herr Albrecht mit den Worten "Ein bisschen Vertrauen müsse man schon haben" dann schliesslich handschriftlich auf beiden Exemplaren tat.
Wenn wir die Finanzierung nicht hinkriegen würden, dann müsste das schon mit dem Teufel zugehen. Erwähnt sei, dass Herr Albrecht mir von einem sehr guten Freund empfohlen wurde, der eine Finanzierung bekam, die auch nicht einfach auf die Beine zu stellen war.
Wie erwartet kam die Finanzierung nicht zusatnde, aber eine Rechnung über die Erstellung des Gutachtensd habe ich sehr wohl bekommen. Ich habe mich geweigert, diese zu zahlen. Herr Brecht schaltete daraufhin einen Anwalt ein, der nun versucht, die Beträge einzutreiben.
Was ich nicht gesehen habe: Im Vertrag nicht nicht etwa, dass bei Nichtzustandekommen einer Finanzierung keine Zahlung fällig würde, sondern bei Nichtzustandekommen des Gutachtens.
Auf Rückfrage des Anwalts bei Herrn Albrecht hat der Anwalt zu wissen bekommen, dass dies natürlich alles nicht so war und ich natürlich aufgeklärt worden war. Inzwischen hätten wir das Haus ja ausserdem gekauft und bei dem Kauf hätten wir das Gutachten ja verwenden können. Der Berater der Sparkasse ist bereit, zu bezeugen, dass das Gutachten nicht verwendet wurde, da er den Wert selbst geschätzt hat.
Preis des Gutachtens: 553,32 Euro, Anwalt 70,20 Euro.
Nun meine Fragen:
Kann ich mich erfolgreich wehren?
Kann ich eine Begründung in der Richtung "Treu und Glauben" liefern?
Ich finde es eine Frechheit, bei der handschriftlichen Änderung noch zu "bescheissen". Bitte verzeihen Sie mir diesen Kraftausdruck.

Angemerkt sei noch, dass wir das Haus mit einer Finanzierung der Sparkasse doch noch kaufen konnten, da diese nicht an die Schufa angeschlossen ist und wir inzwischen unser erstes Fohlen haben ;-)

Vielen Dank für die Mühe, diesen Text zu lesen, aber es geht mir gegen mein Rechtsempfinden, wenn ich diese Rechnung zahlen müsste. Wer arbeitet, soll auch unter den vertraglichen Bedingungen sein Geld bekommen, das steht ausser Frage.

Mit freundlichem Gruß


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Sehr geehrter Fragesteller,


vielen Dank für Ihre Anfrage, welche ich - die Richtigkeit Ihrer Angaben vorausgesetzt - anhand der von Ihnen gemachten Angaben gerne wie folgt summarisch beantworten möchte:


Die Frage ist rechtlich gesehen eigentlich ganz einfach, birgt jedoch ein Beweisproblem für Sie. Wenn Sie mit Herrn Brecht bei Vertragsunterzeichnung (als der handschriftliche Zusatz gemacht wurde) vereinbart haben, dass die Erstellung des Gutachtens nichts kostet, falls eine Finanzierung nicht zustande kommt, dann müssen Sie in diesem Fall natürlich auch nichts zahlen. Gleichwohl wird Herr Brecht diese Abrede bestreiten, denn aus seinem Vertrag (von Ihnen unterzeichnet) ergibt sich ja gerade etwas anders. Da spielt die handschriftliche Notiz dann durchaus eine Rolle, aus ihr ergibt sich aber lediglich, dass ein Honorar bei Nichtzustandekommen des Gutachtens fällig würde. Damit kann Herr Brecht im Prozess eine Urkunde vorlegen, aus der sich sein Anspruch ergibt. Dann müssten Sie im Gegenzug beweisen, dass das, was in der Urkunde steht, so gar nicht von den Parteien gewollt war (man sie also entweder bei Unterzeichnung reingelegt hat oder aber irrtümlicherweise eine falsche Formulierung gewählt wurde). Diesen Beweis könnten Sie ja nur durch Zeugen erbringen (z.B. Herrn Albrecht oder Ihre Frau). Wie eine solche Zeugenvernehmung ausgeht, kann ich aus der Ferne natürlich nicht beurteilen.

Zusammenfassend ist zu sagen, dass Sie sich erfolgreich nur dann werden wehren können, wenn Sie den Vertragsinhalt, wie er in der Vertragsurkunde niedergelegt ist, durch Zeugenbeweis zu Ihren Gunsten werden entkräften können. Andernfalls dürfte ein Prozess lediglich mit weiteren Kosten für Sie verbunden sein.


Ich hoffe, Ihnen mit meiner Prüfung der Rechtslage eine erste rechtliche Orientierung vermittelt zu haben. Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass diese Plattform eine ausführliche und persönliche Rechtsberatung nicht ersetzen kann, sondern ausschließlich dazu dient, eine erste überschlägige Einschätzung Ihres Rechtsproblems von einem Rechtsanwalt zu erhalten.

Sofern Sie eine abschließende Beurteilung Ihres Sachverhaltes wünschen, empfehle ich, einen Rechtsanwalt Ihres Vertrauens zu kontaktieren und die Sachlage mit diesem konkret zu erörtern.



Mit freundlichen Grüßen



Jorma Hein
Rechtsanwalt, Mediator

Gisselberger Straße 31
35037 Marburg

Telefon: 06421 - 167131
Fax: 06421 - 167132

hein@haftungsrecht.com
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