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Wert eines Vermächtnisses


| 09.07.2006 18:44 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Ist die folgende Beispielrechnung OK und gegen wen habe ich die Ansprüche.
Ich will Restpflichtteil verlangen und weiß nicht, ob ich das Vermächtnis ablehnen soll oder nicht.


Vater ist gestorben, Alleinerbin ist die 2. Ehefrau.
Wir, 3 Kinder aus der 1. Ehe, bekommen eine Wohnung vermacht.
Die 2. Ehefrau hat lebenslangen Nießbrauch an der Wohnung.
Die Wohnung ist Fremdvermietet (Kapitalanlage)

Annahme Nachlasswert:
100.000 Euro als PKW und Wertpapiere.
Verkehrswert der Wohnung 100.000
Die Jahresmiete 4.800 Euro
Alter der 2. Ehefrau 67

Der Ertragswert der Wohnung ist 4,8 T€ x 12,5 = 60 T

Da es eine fremdvermiete Wohnung (Kapitalanlage) ist, wird der Ertragswert berücksichtig.
Der Wert des Gesamtnachlass ist
- 100.000 Euro +
- 60.000 Euro Wohnung.


Pflichtteilberechnung
160.000 T€ x 1/6 x 1/2 = 13,3 T€


Wert des Vermächtnisses:
- Wert der Wohnung = 60 T€
- abzgl. Wert des Nießbrauchs = 4,8 T€ x ca. 10 (lt. Anlage BewG) = 48 T€
=> Wert des Vermächtnisses ca. 12 T€

Davon gehen
- 4/6 an die Lieblingsschwester
- 1/6 je an die 2. Schwester und mich
D.h. der Wert des Vermächtnisses ist 2 T€.

Es entsteht ein Anspruch auf einen Restpflichtteil in Höhe von 11,3 T€. Dieser Anspruch richtet sich ausschließlich gegen die Alleinerbin (2. Ehefrau).

Falls ich das Vermächtnis ablehne tritt testamentarisch verfügt Anwachsung ein.
D.h. wenn eine meiner Schwestern das Vermächtnis übernimmt zahlt sie mir 2 T€.

Oder, ich habe einen Anspruch auf die 13,3 T€ Pflichtteil gegen die Alleinerbin. Sie kann sich dann die 2 TE im Innenverhältnis von meinen Schwestern holen. Je zu dem Teil in dem diese mein abgelehntes Vermächtnis übernommen haben.


















09.07.2006 | 19:15

Antwort

von


252 Bewertungen
Heinrich-Brüne-Weg 4
82234 Weßling
Tel: 08153 8875319
Web: www.anwaeltin-heussen.de
E-Mail:
Sehr geehrter Ratsuchender,

vorab bedarf es für eine verbindliche Aussage über die weiteren zu empfehlenden Schritte auf jeden Fall einer genauen Sachverhaltsaufnahme der Situation und des Nachlasses! Auch über die tatsächliche Höhe kann keine abschließende Aussage getroffen werden, da es hierzu an den erforderlichen Informationen fehlt.

1.Nach Ihrer Schilderung haben Sie eine Wohnung als Vermächtnis erhalten. Zunächst wäre zu klären, ob es sich dabei tatsächlich „nur“ um ein Vermächtnis handelt oder ob nicht doch eine Erbeinsetzung vorliegt.

2.Unterstellt, dass Sie nur Vermächtnisnehmer der Wohnung sind: laut Ihrer Schilderung erhalten Sie 1/6 tel der Wohnung als Vermächtnis. Neben der Wohnung enthält der Nachlass einen Wert von EUR 100.000,00, insgesamt beträgt der WErt des Nachlasses dann 200.000,00 ( § 2311 BGB). Als Erbe hätten Sie dabei einen Anteil von EUR 50.000,00 geerbt, wenn die Stiefmutter nicht in Zugewinngemeinschaft gelebt hat. Bestand Zugewinngemeinschaft hätte Ihre Stiefmutter 100.000,00 (§§1371 ABs. 1, 1931 Abs. 1 s. 1 BGB) geerbt und Sie 33.333,00. Ihr Pflichtteil beträgt die Hälfte Ihres Erbteils also EUR 16.666,66.

3.Gemäß § 2307 Abs. 1 S. 2 können Sie das Vermächtnis annehmen und zusätzlich den Teil verlangen, der zu Ihrem Pflichtteil noch fehlt (so genannter Anspruch auf den Restpflichtteil). Dann müssten Sie Ihr Vermächtnis gar nicht ausschlagen, sondern könnten zusätzlich den Rest von der Erbin verlangen.

4.Ob die Berechnung so stimmt, kann im Rahmen des Forums nicht abschließend beurteilt werden. Dafür müßten sämtliche Unterlagen und eine Sachverhaltsermittlung vorliegen. Wenn Ihr Vermächtnis EUR 2000,00 beträgt, hätten Sie noch einen Anspruch auf Eur 14.333,33.

5.Der Anspruch ist gegen die Alleinerbin zu richten. Es handelt sich dabei um einen schuldrechtlichen Anspruch, den Sie gegen Ihre Stiefmutter als Alleinerbin richten müssen.
6.Die von Ihnen errechnete Zahl von ca. 12.000,00 betrifft nach Ihrer Schilderung den gesamten Wert des Vermächtnisses abzüglich des Nießbrauchs. Da Sie nicht allein der Vermächtnisnehmer sind, steht Ihnen diese Zahl nicht zu sondern nur Ihr Anteil, der nach Ihrer Schilderung 1/6 beträgt.

Bitte nutzen Sie die Nachfragefunktion, um Fragen zu stellen bzw den Sachverhalt zu konkretisieren.

Für eine weitere Beratung stehe ich Ihnen selbstverständlich zur Verfügung.
Mit freundlichen Grüssen
Nina Heussen
Rechtsanwältin
Weiler Rechtsanwälte
Sonnenstr. 2
80331 München
Tel: (089) 20604130
kanzlei@weiler-rechtsanwaelte.de
Abschließend darf ich mir erlauben, noch auf Folgendes hinzuweisen:

Meine Auskunft bezieht sich nur auf die Informationen, die mir zur Verfügung stehen. Eine umfassende Sachverhaltsermittlung ist für eine verbindliche Einschätzung unerlässlich. Diese Leistung kann im Rahmen der Online-Beratung nicht erbracht werden.
Darüber hinaus können eine Reihe weiterer Tatsachen von Bedeutung sein, die zu einem anderen Ergebnis führen. Bestimmte Rechtsfragen wie z. B. die Frage der Verjährung oder von Rückgriffsansprüchen gegenüber Dritten etc., können mit dieser Auskunft nicht abschließend geklärt werden, da es hier auf die Details im Einzelfall ankommt. Ferner sind verbindliche Empfehlungen darüber, wie Sie Ihre Rechte durchsetzen können, nur im Rahmen einer Mandatserteilung möglich.


Nachfrage vom Fragesteller 09.07.2006 | 19:40

Sehr geehrte Frau Hannsen

vielen Dank für die schnelle und ausführliche Antwort.
Trotzdem habe ich noch eine Rückfrage zum sicheren Verständnis.

Die 2. Ehefrau ist im Testament ausdrücklich Alleinerbin. Die Wohnung erhalten im Testamten ausdrücklich ein Vermächtnis.
Dem Notar war nichts anderes bekannt, also ging er von Zugewinngemeinschaft aus.

a) Da es sich um eine Wohnung als Kapitalanlage handelt, wird diese zum Ertragswert (Jahresmiete x 12,5 - Kosten) bewertet und nicht zum Verkehrswert? Mit diesem Wert geht Sie in die Berechnung des Werts des GEsamtnachlasses ein.

b) Um Auszurechnen, wie viel ich jetzt laut Testament "geerbt" habe, wird von diesem Ertragswert der Wert des Nießbrauches abgezogen. Das Ergebnis wird gemäß den testamentatischen Anteilen unter den Kindern geteilt.

D.h. die genannten Beispielswerte vorausgesetzt:
- Ertragswert der Wohnung 60 T€
- Wert des Nießbrauches 48 TE
ergeben einen Wert des Vermächtnisses an die 3 Kinder in Höhe von 12 T€.

D.h. mein 1/6 macht 2 T€. Und da lohnt sich die Ausschlagung nicht wirklich.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 10.07.2006 | 09:05

Sehr geehrter Ratsuchender,

unterstellt, dass die Berechnungen korrekt sind und die drei Geschister im Verhältnis 4/6 zu je 1/6 das Vermächntnis erhalten, stimme ich Ihnen zu. In diesem Fall haben Sie zwei Möglichkeiten:

Entweder behalten Sie das Vermächtnis und verlangen den Betrag, der zum Pflichtteilsanspruch noch fehlt, § 2307 ABs. 1 S. 2.

Oder Sie schlagen das Vermächtnis aus und erhalten dann den normalen Pflichtteil insgesamt, § 2307 Abs. 1 S. 1 BGB.

Für beide Varianten kann es Vor- und Nachteile geben. In Ihrem Fall kommt es darauf an, wohin Ihr Interesse geht. Da es sich um eine vermietete Wohnung handelt, kann es durchaus sinnvoll sein, das Vermächtnis zu behalten. Denn nach Wegfall des Nießbrauchs erhalten Sie und Ihre Geschwister die Wohnung und die Mieteinnahmen zu den jeweiligen Anteilen. Andererseits ist eine Wohnung eine Belastung, die auch Kosten verursacht, für die die Eigentümer anteilig aufkommen müssen.

Beachten Sie, dass Ihnen die Erbin eine Frist setzten kann, innerhalb derer Sie sich dazu äußern sollen, ob Sie das Vermächtnis annehmen. Wenn Sie sich innerhalb der Frist nicht äußern, gilt das Vermächtnis als ausgeschlagen.

Ich rate Ihnen nach wie vor noch mit allen Unterlagen einen Kollegen vor Ort aufzusuchen, da eine Empfehlung des besten/sichersten Weges ohne Einsicht der Unterlagen nur schwer möglich ist.

Mit freundlichen Grüssen

Nina Heussen
Rechtsanwältin

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