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Werkvertrag / Wechsel des Handwerkers

07.05.2015 09:18 |
Preis: ***,00 € |

Generelle Themen


Beantwortet von

Rechtsanwalt Sascha Steidel


Sehr geehrte Anwälte,

vorab möchte ich Ihnen den Sachverhalt darstellen bevor ich zu meinen Fragen komme:

Über ein Internetportal für Handwerkerleistungen trat ich in Kontakt mit einem Handwerker A, der an meinem Einfamilienhaus meine Fenster von außen neu versiegeln sollte, da diese Versiegelungen über die letzten Jahre porös geworden sind.

18.01.15
Handwerker A kam zur Besichtigung der Fenster um wenige Tage später ein Angebot abgeben zu können.

Das Angebot erreichte mich einige Tage später per E-Mail und wir einigten uns auf einen Preis und auch Durchführung der Arbeiten. Da es zu dieser Zeit noch zu kalt war um diese Arbeiten auszuführen (das Versiegelungsmaterial benötigt wohl eine Außentemperatur von über 10 °C um verarbeitet werden zu können) verschoben wir den Termin auf unbestimmte Zeit (bis es wieder dauerhaft über 10°C warm ist), er würde sich melden. Einige Zeit danach meldete er sich, wir vereinbarten einen Termin für den 14.03.15 und dann ging die Odysee eigentlich los.

14.03.15
Für diesen besagten Termin hielt ich mir den gesamten Tag frei. Handwerker A wollte gegen 10:00 Uhr beginnen. Ca. 1,5 Stunden nach Terminabsprache rief ich ihn an um zu erfahren wo er denn bliebe. Er offenbarte mir darauf hin, dass sich ein vorangestellter Termin leider verzögerte und, dass er erst in weiteren circa 2 Stunden bei mir sein können. Da es allerdings an dem Tag nach Regen aussah und er schon sagte, dass er auch eh nur bis ca. 16.00h arbeiten könne (er also nicht fertig werden könne) einigten wir uns darauf, dass der Termin verschoben wird. Wir vereinbarten einen neuen Termin für 31.03.15.

31.03.15
An diesem Tag richtete ich es ein, dass ich den gesamten Tag zu Hause arbeitete, allerdings kam Handwerker A erneut nicht, so dass ich am Nachmittag anrief, woraufhin er behauptete er habe mir eine E-Mail mit einer Absage für den Tag. Wenn das der Wahrheit entsprach, kam diese Mail bei mir nie an. Wir vereinbarten einen neuen Termin für den 11.04.15

11.04.15
Handwerker A nahm die Arbeiten auf und entfernte an ca. der Hälfte der Fenster des Hauses die Versiegelungen. Diese wollte er auch sicher neu versiegeln, allerdings stellte er nach dem Entfernen der Versiegelungen fest, dass der Farbton der Versiegelung, welche er mit mitgebracht hatte, extrem von der alten Farbe abwich und, dass diese absolut nicht zum Klinker des Hauses passte. Daraufhin brach er die Arbeiten ab. Natürlich auch weil wir gesagt haben, dass wir eine so extreme Farbabweichung nicht akzeptieren möchte. Er versicherte, dass er die richtige Farbe besorgen wolle und kurzfristig einen neuen Termin zur Fertigstellung finden werde.

Hier kommt für mich einer der wichtigen Punkte, warum ich diese Fragen hier Stelle:
Seither (ca. ein Monat!) haben wir drei Fenster beziehungsweise Türen welche ohne Versiegelung dastehen. Und dennoch werden wir seitdem nur vertröstet. Es regnet zwischendurch natürlich auch und wir haben unversiegelte Fenster!

Wir erhielten zwischenzeitlich die Info, dass die Versiegelung in der richtigen Farbe bei ihm kurzfristig ankommen werde und er wolle am 27.04. die Arbeiten erneut aufnehmen und abschließen.


27.04.
Sie ahnen es. Er sagte der Termin ab (ich glaube, weil die Versiegelung noch nicht erhalten habe). Wir vereinbarten den 04.05. als erneuten Montagetermin. Jetzt machten wir ihm per E-Mail deutlich, dass wir die Fertigstellung für diesen 04.05. erwarten! (Als Antwort erhielten wir eine patzige Mail in der sinngemäß stand: Ich (Handwerker A) wäre schon lange fertig, wenn ich die Versiegelung mit dem falschen Farbton hätte verwenden dürfen. In dieser Mail schwang unterschwellig mit, dass wir uns wegen dem Farbton ja auch nicht so hätten anstellen müssen. Diese Mail blieb von mir unkommentiert, obwohl ich der Meinung bin, dass er der Fachmann ist der eine Vorbesichtigung am 18.01. durchführte und, dass er sich bitte bei einem Besichtigungstermin auch den Farbton zu notieren habe!)

04.05.
Er könne nicht arbeiten, weil er sich einen Virus eingefangen habe. Er wolle zwei Tage später (06.05.) versuchen die Arbeiten aufzunehmen und abzuschließen.

Ich teilte ihm per E-Mail mit, dass dies der letzte von mir akzeptierte Terminvorschlag sei, danach werde ich die Arbeiten anderweitig vergeben.

06.05.
Am 06.05. erreichte mich eine Nachricht auf meinem auf meiner Mailbox, dass seine Krankheit noch nicht auskuriert sei, er mir aber verspreche, die Arbeiten bis spätestens (09.05.) abzuschließen. Ich teilte ihm mit, dass ich die Arbeiten nun anderweitig vergeben werde und seine letzte Chance darin besteht die Arbeiten wie versprochen bis zum 09.05. auszuführen. Diese Chance bestehen nur noch dadurch, dass der von mir angefragte Handwerker B seine Arbeiten erst ab dem 11.05. aufnehmen kann. Dies sollte auch keine Drohung sein sondern entspricht der Wahrheit, da ich zwischenzeitlich mit diesem Handwerk B in Vertragsgesprächen stand.

Um eine bessere Vergleichbarkeit zu haben, fragte ich auch noch einen Handwerker C an. Mit diesem kann ich mir jetzt sehr schnell einig werden, da alles preislich, terminlich als auch von der (unterstellte) Fachkompetenz her passt. Dieser Handwerker C möchte nun seine Arbeiten am morgigen Freitag (08.05.) aufnehmen und ich möchte eigentlich auch beauftragen.

Nun stellen sich mir folgende Fragen:

1:
Handwerker A hat einige Stunden an meinen Fenstern gearbeitet um einige Versiegelungen zu entfernen (siehe oben 11.04.).
Wenn ich nun Handwerker C beauftrage; hat Handwerker A Anspruch auf die Bezahlung für diesen Tag?

2:
Handwerker A hatte begonnen die falsche Versiegelung an einem Fenster aufzutragen bevor er merkte, dass die Farbe überhaupt nicht zu unserem Klinker passte. Wenn ich nun Handwerker C beauftrage hat Handwerker A Anspruch auf Bezahlung dieses falschen Materials?

3:
Handwerker A hat bei seinem Vorlieferanten für Materialien die richtige Versiegelung in der richtigen Farbe bestellt. Wenn ich nun Handwerker C beauftrage, hat Handwerker aber dann Anspruch darauf, dass ich ihm diese (extra bestellte) Versiegelung bezahle?

4:
Handwerker C ist circa 20 % teurer als Handwerker A. Wenn ich nun Handwerker C beauftrage habe ich einen Anspruch darauf, dass Handwerker A diesen Mehrpreis trägt?

5:
Neben den Versiegelungen war noch Gegenstand des Auftrages meine Fenster einzustellen (eine Wartung durchzuführen). Dies nahm Handwerker A auch vor. Hätte er Anspruch auf diese Teilleistung, welche er mit ca. 7€ je Fenster veranschlagte, wenn ich ihm den Auftrag entziehe und Handwerker C beauftrage?

Ist außerhalb meiner Fragen ein finanzieller Aufwand für mich gegenüber dem Handwerker A zu befürchten?

Sollte dieser Wechsel des Handwerkers für mich risikolos und rechtlich unbedenklich sein und sollte Handwerker B dennoch eine Rechnung stellen, würde ich den beantwortenden Anwalt gerne mit der Abwehr dieser Forderung beauftragen. Eine RS-Versicherung besteht.

Freundliche Grüße und vielen Dank vorab


Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Unter Berücksichtigung des Einsatzes werde ich die Fragen zusammenfassend beantworten.
Der Unternehmer befindet sich nach Ihrer Schilderung eindeutig in Verzug. Damit stehen Ihnen die Rechte aus §§ 636, 323ff. BGB zu. Sie können also vom Vertrag zurücktreten. Dies müssen Sie auch ausdrücklich tun, sofern noch nicht geschehen. Daneben können Sie Schadensersatz fordern.

Im Ergebnis bedeutet dies, dass der Handwerker die Vergütung für die ordnungsgemäß erbrachten Teilleistungen fordern kann ( Entfernung der Versiegelung und Einstellen der Fenster ). Die weitere Vergütung schulden sie nicht.

Im Wege des Schadensersatzes können Sie Mehrkosten des Nachfolgeunternehmers ( C) von A ersetzt verlangen, bzw. gegen dessen Teilvergütungsanspruch aufrechnen.

Ein Anspruch auf Bezahlung des bestellten und des falschen Materials besteht nicht.

Ich empfehle Ihnen, vom Vertrag mit A ausdrücklich zurückzutreten, nachdem die zuletzt gesetzte Frist verstrichen ist und die Rechnung abzuwarten. Zahlen Sie auf diese Rechnung zunächst nichts und machen Sie Zurückbehaltungsrecht geltend. Nach Abschluss des Auftrages und Abrechnung durch C können Sie die Schadensersatz beziffern und mit dem berechtigten Teil der Vergütung des A aufrechnen.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

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