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Werkstattrechnung doppelt so hoch wie angekündigt


20.06.2007 13:12 |
Preis: ***,00 € |

Vertragsrecht



Sehr geehrte Damen und Herren,

ich habe einen sieben Jahre alten FIAT Punto (Zeitwert ca. 3000€). Ich habe ihn als Gebrauchtwagen in 2006 gekauft. Vor Ablauf der Gebrauchtwagengarantie wurde der Kundendienst bei 100.000 km fällig. Ich brachte mein Auto zu einer FIAT-Vertragswerkstatt mit dem Auftrag, den Kundendienst zu machen und die Kupplung zu überprüfen. Ich fragte nach den ungefähren Kosten dieses Services. Rund 300 € war die Antwort.

Vor dem Abholtermin rief ich an, ob der Wagen fertig sei. War er nicht, man hätte Ölverlust festgestellt. Man müsse wahrscheinlich die Ölwannendichtung wechseln. Außerdem leckt der rechte Stoßdämpfer, so dass auch dieser zu wechseln sei. Zudem seien die Bremsscheiben so runter gefahren, dass auch diese zu erneuern seien. Allerdings waren bereits 5000 km nach Gebrauchtkauf die Bremsen so runter, dass beim VW-Händler, der mir den Wagen verkauft hatte, nach dessen Aussage die Bremsen komplett erneuert wurden. Der hat wohl nur die Klötze gewechselt und wollte dafür noch Geld, was ich verweigert habe.

Den FIAT – Händler fragte ich nun, mit welchem Rechnungsbetrag ich jetzt rechnen müsse. Er meinte „So um die 600€. Und er gibt mir Bescheid, wenn der Wagen repariert ist.“

Nach drei Tagen rief ich an. Ja, das Auto wäre abholbereit. Beim Abholen konnte er mir noch keine Rechnung geben, die wäre noch nicht geschrieben. Ob es denn bei dem Betrag von rund 600€ bleiben würde, war meine Frage. Ja so in dem Dreh, war seine Antwort. Und ich solle mich bei dem Autohändler, der mir das Auto verkauft hat beschweren, die hätten da ganz schön rumgefuhrwerkt. Er gab mir ein Zahnrad mit, an dem Zähne ausgeschlagen waren.

Als ich drei Wochen später die Rechnung erhielt, war ich geschockt. Mit maximal 900€ hatte ich fast gerechnet. Doch die Rechnung beläuft sich auf 1.234 €. Mehr als doppelt so viel wie der Betrag, über den mündlich gesprochen wurde.

Schriftlich beauftragt hatte ich 100.000 km Wartung, Kupplung und Lichtanlage überprüfen. Dass Bremsen vorne, Ölwannendichtung und Stoßdämpfer erneuert werden müssen, wurde mir mündlich mitgeteilt. Als Kosten wurden insgesamt so um die 600€ genannt. Weil das nötig erschien, hab ich dem mündlich zugestimmt. War ja auch ein überschaubarer Kostenrahmen.

In der Rechnung sind nun für Wartung, Bremsen vorne Stoßdämpfer vorne, Zahnriemen und zwei Spannrollen 528 € Arbeit und 509 € Material ausgewiesen. Macht inklusive MwSt. 1234 €. Die Rechnung erscheint plausibel, wenn auch einige Posten hoch sind (Zahnriemenwechsel 5,1 Stunden). Nachdem sie mir in doppelter Höhe erst 3 Wochen nach Erhalt des Autos zugesandt wurde, bin ich ziemlich verärgert und nicht gewillt, das so hinzunehmen.

Meine Fragen:
Kann ich mich auf die mündliche Aussage des Werkstattleiters „so um die 600€“ berufen?
Hab ich eine rechtliche Handhabe? Wie gehe ich geschickt vor, um einen Kompromiss zu erreichen?

Vielen Dank für Hinweise

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Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für Ihre Anfrage, welche ich - die Richtigkeit Ihrer Angaben vorausgesetzt - anhand der von Ihnen gemachten Angaben gerne wie folgt summarisch beantworten möchte:


1.
Grundsätzlich sind Sie nur verpflichtet, die tatsächlich vereinbarte Leistung zu zahlen, mithin die Kosten für die 100.000 km Inspektion, die Überprüfung der Kupplung sowie Lichtanlage, den Wechsel der Ölwannendichtung, den Tausch der Stoßdämpfer sowie die Erneuerung der Bremsen.

Sollten Sie tatsächlich keine weiteren Vereinbarungen getroffen haben, so sind Sie auch nur verpflichtet, die hierfür angefallenen Kosten zu tragen. Ihrer Sachverhaltsschilderung entnehme ich jedoch, dass die Werkstatt den Zahnriemen und die Umlenkrollen in Eigeninitiative getauscht hat, ohne mit Ihnen Rücksprache zu halten. Demnach war dieser Teil der Arbeit zumindest nicht vereinbart.

Steht dann eindeutig fest, dass die durchgeführten Arbeiten von Ihnen nicht in Auftrag gegeben wurden, so können Sie grundsätzlich auch darauf bestehen, dass die vereinbarungswidrig verbauten Teile durch die Werkstatt entfernt werden und die alten Teile wieder eingebaut werden. Die Werkstatt hätte Sie hierüber informieren müssen.

Im Falle eines Rechtsstreits obliegt jedoch Ihnen der Nachweis über den Umfang der Beauftragung. Dies kann sich im Einzelfall leider als schwierig gestalten, insbesondere da vorliegend überwiegend mündliche Absprachen getroffen wurden.

Etwas anderes kann sich jedoch dann ergeben, wenn die Beseitigung nicht möglich ist. Dann kommt es für die Frage, ob Sie für die zusätzlichen Arbeiten zahlen müssen, darauf an, ob die Arbeiten für Sie tatsächlich von Nutzen sind (bzw. Ihrem mutmaßlichen Willen entsprechen). Die Beurteilung der Rechtslage bestimmt sich dann nach den Grundsätzen der sog. Geschäftsführung ohne Auftrag, § 677 ff. BGB. Bei einem schwerwiegenden Sicherheitsmangel ist grundsätzlich von einem derartigen Nutzen auszugehen. Inwiefern der Zahnriemen und die Umlenkrollen schwerwiegend beschädigt waren, lässt sich vorliegend leider nicht überprüfen. Sollte jedoch die Gefahr bestanden haben, dass der Zahnriemen zeitnah reist, so sind Sie durch die Werkstatt vor einem kapitalen Motorschaden bewahrt worden, der durchaus als Sicherheitsmangel bezeichnet werden kann.

In diesem Zusammenhang wären Sie in der Regel nur verpflichtet, die Kosten für das angefallene Material zu zahlen.

Etwas anderes gilt nur dann, wenn die Kosten für die Reparatur in keinem Verhältnis mehr zum Fahrzeugwert stehen. Dann kann nicht mehr davon ausgegangen werden, dass der Kunde mit der Reparatur einverstanden gewesen wäre, wenn er vorher darüber informiert worden wäre. Ihrer Sachverhaltsschilderung folgend, kann hiervon jedoch nicht ausgegangen werden.

2.
Soweit Sie vorliegend ca. EUR 600 als Reparaturkosten vereinbart haben, so sind Sie grundsätzlich auch nur verpflichtet diesen Betrag zu zahlen. Inwieweit Sie auch für den Wechsel des Zahnriemens aufkommen müssen, lässt sich vorliegend nicht abschließend überprüfen.

Die Beweislast hinsichtlich der Höhe des Betrages obliegt zudem der Werkstatt. Insoweit sollten Sie die Werkstatt auf die vereinbarte Summe von ca. EUR 600 hinweisen und Ihnen die Rechtslage kurz darlegen. Hinsichtlich des Zahnriemens lässt sich sicherlich eine Einigung treffen. Insofern könnten Sie als Vergleichsbetrag eine Summe von ca. EUR 900 anbieten.


Ich hoffe, Ihnen mit meiner Prüfung der Rechtslage eine erste rechtliche Orientierung vermittelt zu haben. Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass diese Plattform eine ausführliche und persönliche Rechtsberatung nicht ersetzen kann, sondern ausschließlich dazu dient, eine erste überschlägige Einschätzung Ihres Rechtsproblems von einem Rechtsanwalt zu erhalten.

Sofern Sie eine abschließende Beurteilung Ihres Sachverhaltes wünschen, empfehle ich, einen Rechtsanwalt Ihres Vertrauens zu kontaktieren und die Sachlage mit diesem konkret zu erörtern. Gerne bin ich bereit, diese Aufgabe für Sie zu übernehmen. Hierfür bin ich jederzeit für Sie telefonisch und per E-Mail erreichbar.



Mit freundlichen Grüßen



Philipp Achilles
Rechtsanwalt
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Gisselberger Straße 31
35037 Marburg

Telefon: 06421 - 167129
Fax: 06421 - 167132

achilles@haftungsrecht.com
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