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Werbungskosten berufl. Weiterbildung


01.02.2006 09:53 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht



Ich bin berufstätig als Verwaltungsbeamtin (Ausbildung aus Regierungsassistentin und anschl. Beamten-FH für den gehobenen nichttechnischen Verwaltungsdienst; Dipl.-Verw.wirtin FH)in München. Vor einigen Jahren habe ich noch das Studium der Sozialpädagogik und Sozialarbeit abgeschlossen (Dipl.-Soz.päd. FH), hier bin ich aber nur im (pauschal versteuerten) Mini-Job tätig. Im Jahr 2003 habe ich eine 3jährige Fortbildung begonnen, und zwar "Orgodynamik". Diese ist bei der HABM - Harmonisierungsanstalt für den Binnenmarkt mit Markenzeichen eingetragen und ist daher geschützt und als berufliche Weiterbildung staatlich anerkannt lt. Mitteilung des Ausbildungsträgers, Orgoville International, Seminare für Erwachsenenbildung GmbH, Chieming (Bayern). Inhalt ist u.a.die Verbesserung der Beziehungs-, Kommunikations- und Konfliktfähigkeit. Anderen Ausbildungskollegen, die ebenfalls nicht therapeutisch tätig sind -u.a. einer Verwaltungsbeamtin aus Hamburg - sind die Kosten nach HInweis auf die neue höchstrichterliche Rechtsprechung - anstandslos als Werbungskosten anerkannt worden.
Mein Finanzbeamter hat es unter Hinweis auf R 117 S. 3 EStR 1999 abgelehnt (Lassen sich Aufwendungen nach ihrer beruflichen bzw. privaten Veranlassung nicht leicht und einwandfrei trennen oder ist der private Anlass nicht nur von untergeordneter Bedeutung...) Was muss ich vorbringen, damit die Kosten auch bei mir als Werbungskosten anerkannt werden? Ersatzweise: Müsste nicht zumindest eine Anerkennung als Weiterbildung im nicht ausgeübten Beruf als Soz.päd. o.ä. erfolgen?
Sehr geehrte Ratsuchende,
sehr geehrter Ratsuchende,

ich bedanke mich für Ihre Anfrage, die ich wie folgt nach Ihren Angaben beantworten möchte.

Vorab gehe ich davon aus, dass Sie für Ihren Einsatz nicht erwarten, dass die gesamte Rechtsprechung überprüft wird.
Ich kann Ihnen aber eine Tendenz mitteilen, die sich in den letzen zwei Jahren weg von den beschränkt abzugsfähigen Sonderausgaben für die Ausbildung in einem nicht ausgeübten Beruf vermehrt hin zu den Werbungskosten bezogen auf die Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit.
Diesbezüglich hat sich die BFH-Rechtsprechung eindeutig hin zu Werbungskosten entwickelt, wobei die Finanzverwaltung dem nicht zwingend folgen muss.
Sollte Ihr Sachbearbeiter sich weiterhin streng an die Verwaltungsanweisung der Richtlinie R 117 S. 3 EStR 1999 halten, werden Sie die Rechtsbehelfsstelle ggf. das FG von der Änderung der Rechtsprechung in den letzten beiden Jahren zu überzeugen haben.
Ihr Sachbearbeiter scheint diesbezüglich, insbesondere da er sich auf EStR aus dem Jahre 1999 beruft, obwohl die Veranlagung für 2003 zu erfolgen hat, etwas konservativ unterwegs zu sein.

Argumentativ auf der materiellen Seite werden Sie sich jedenfalls Ihrer Aufbildungs-kollegen bedienen können, wobei Sie jedoch beachten sollten, dass Sie sich jedenfalls nicht auf Gleichheit im Unrecht berufen können.
Mir ist jedoch nicht bekannt, dass es seitens der Finanzverwaltung Nichtanwen-dungserlasse hinsichtlich der Rechtsprechungsänderungen des BFH geben solle, so dass wohl auch überwiegend die Tendenz weg von den Sonderausgaben hin zu den Werbungskosten durch die Finanzverwaltung mitgemacht wird.

Darüber hinaus wäre vielleicht noch argumentativ anzubringen, dass im Rahmen des § 9 EStG vermehrt der § 4 IV EStG herangezogen wird, obwohl dort die Betriebsausgaben definiert sind, um eine Annäherung der Werbungskosten an diesen Begriff zu realisieren.
Gem. § 4 IV EStG sind Betriebsausgaben Ausgaben, die durch den Betrieb veranlasst sind.
Somit wären dann Werbungskosten bezogen auf die Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit solche, die durch diese Einkunftsart veranlasst sind.
Da Sie Verwaltungsbeamter sind, ist jederzeit unter gegebenen beamtenrechtlichen Voraussetzungen eine Versetzung auch in einen Bereich therapeutischer Natur möglich, so dass oben genannte Definition durchaus erfüllt sein könnte.


Ich hoffe, Ihnen im Rahmen dieser Erstberatung zu haben.

Ich darf Sie bitten von der einmaligen Rückfrage Gebrauch zu machen, um Missverständnisse bzw. Ergänzungen noch vornehmen zu können.

Sollte Ihr Finanzamt die Eingruppierung in die Werbungskosten nicht mittragen, würde ich Ihnen auch gerne im Rahmen möglicher Rechtsmittel behilflich sein.

Mit freundlichen Grüßen
Bernd Zahn
Rechtsanwalt
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