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Werbungskosten bei Zuzug aus dem Ausland

18.09.2017 22:17 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Andreas Krueckemeyer


Ich habe bis Ende 2015 einige Jahre im EU-Ausland gearbeitet (angestellt, in Österreich/AT) und in dieser Zeit bestand kein Wohnsitz in Deutschland. Davor habe ich bereits einige Jahre in DE gearbeitet. Aus beruflichen Gründen habe ich zum 01.01.2016 eine neue Stelle in Deutschland angetreten und bin dafür wieder zurück nach Deutschland gezogen.

Die Werbungskosten für diesen beruflich veranlassten Umzug nach Deutschland sind im Jahr 2015 angefallen. Dies sind z.B. Kosten für die Erstellung der Bewerbungsunterlagen, Telefonkosten, Fahrtkosten zu Bewerbungsgesprächen und zur Wohnungssuche, doppelte Mietzahlungen und Umzugskosten, etc.

Da ich die Werbungskosten bei einem Wegzug aus AT dort nicht steuerlich geltend machen kann, habe ich diese in meiner Steuererklärung für 2016 in Deutschland geltend machen wollen, da diese Kosten für die Aufnahme der Stelle im Januar 2016 erforderlich waren. Dies wurde jedoch vom FA abgelehnt mit der Begründung, dass die Kosten in 2015 angefallen sind und daher nicht in 2016 angegeben werden können. Soweit ist dies für mich nachvollziehbar.

Wie ist es nun für mich möglich diese Kosten steuerlich abzusetzen und ist ein Einspruch gegen den Steuerbescheid sinnvoll?

Eine Nachfrage beim FA ergab, dass die Abgabe einer (freiwilligen) Steuererklärung für 2015 in Deutschland möglich ist, Zugleich teilte man mir mit, dass ich dafür meine ausländischen Einkünfte angeben muss, die in DE dem Progressionsvorbehalt unterliegen (dies ist mir klar). Die Werbungskosten würden nur den Progressionsvorbehalt mindern und da ich ja keinerlei Steuern in DE gezahlt habe, wäre auch nicht mit einer Steuerrückerstattung zu rechnen.

Meine Nachfrage, ob ein Antrag auf Verlustfeststellung möglich wäre, führte zu einer ähnlichen Einschätzung des FAs. Da die ausländischen Einkünfte ebenfalls angegeben werden müssen, sei mit keiner Steuererstattung zu rechnen.

In diesem Rahmen sei erwähnt, dass die Kosten für das Pendeln zur Arbeit den Webekostenpauschbetrag in Deutschland für 2016 bereits voll ausschöpfen.

Wie ist Ihre Einschätzung und wie sollte man vorgehen?

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Frage beantworte ich auf Grundlage der von Ihnen gemachten Angaben. Bitte beachten Sie, dass schon geringe Abweichungen im Sachverhalt zu einer anderen rechtlichen Bewertung führen können.

In Deutschland gilt das sogenannte Zufluss-/Abflussprinzip, d.h. Ausgaben sind nur in dem Kalenderjahr abzusetzen, in dem sie geleistet worden sind (§ 11 (2) S. 1 EStG). Es besteht daher keine Möglichkeit Kosten, die in 2015 angefallen sind, in der Einkommensteuererklärung 2016 geltend zu machen. Ein Einspruch gegen den Einkommensteuerbescheid 2016 wäre dahingehend nicht erfolgsversprechend.
 
Wie Ihnen bereits das Finanzamt mitgeteilt hat, ist auch eine (freiwillige) Abgabe einer unbeschränkten Einkommensteuererklärung 2015 nicht günstiger für Sie, da hier auch die ausländischen Einkünfte vollständig erklärt werden müssten.
 
Denkbar wäre eine Einkommensteuererklärung 2015 für beschränkt Steuerpflichtige, also Steuerpflichtige ohne Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Inland. Hierin müssten nur die inländischen Einkünfte erklärt werden, also in Ihrem Fall die vorweggenommenen Werbungskosten bei den Einkünften aus nichtselbständiger Arbeit.  
Auf Grund Ihrer Angaben gehe ich jedoch davon aus, dass Sie Ihren Wohnsitz bereits in 2015 nach Deutschland verlegt haben. Daher wäre diese Möglichkeit leider auch hinfällig.
 
Ich bedauere Ihnen keine für Sie günstigere Einschätzung geben zu können. Für die Zukunft rate ich Ihnen daher sich vorab steuerlich beraten zu lassen, dann können zukünftig ggf. vorhandene steuerliche Gestaltungsspielräume genutzt werden.

Ich hoffe, Ihre Frage umfassend beantwortet zu haben. Sollte dies nicht der Fall sein, nutzen Sie bitte die kostenlose Nachfrageoption.

Mit freundlichen Grüßen

Krueckemeyer
Rechtsanwalt

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