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Werbungskosten


31.01.2007 18:59 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Reinhard Schweizer



Sehr geehrte Damen und Herren,
ich fahre einen Firmenwagen mit Privatnutzung im Außendienst.
Hierzu erhalten ich einen geltwerten Vorteil vom AG, der mein Bruttogehalt und somit auch die Lohsteuer erhöht, letztlich wird dann wieder ein Nettobetrag für die PkW-Nutzung vom Gehalt abgezogen.
Im Vordergrund steht die Kundenbetreuung im vorgegebenen Verkaufsgebiet.
Hin und wieder besteht die Notwendigkeit zum Firmensitz des AG zu fahren, was wenige Male im Jahr vorkommt.
Aus diesem Anlaß habe ich das Aufkommen dieser Fahrten
zum Firmensitz als Werbungskosten geltent gemacht.
Das Finanzamt stellt mir jetzt ein Schreiben zu, daß die Aufwendungen für Fahrten zwischen Wohnung und Betriebsstätte
des AG nicht als Werbungskosten abzugfähig seien, da lediglich die Privatfahrten versteuert werden. Man will nun den Einkommenssteuerbescheid für 2005 ändern.
Ist dies steuerrechlich relevant, oder hätte ich wirklich keine Werbungskosten ansetzten dürfen, zumal ich von einem Nutzungswert gehört habe, den der AG pauschal zu bewerten und dem Arbeitlohn zuzurechnen hat.
Was ist nun Rechtens und wie soll ich mich hier verhalten?

Mit freundlichen Gruß
und vielen Dank im Voraus
Sehr geehrte(r) Ratsuchende(r),

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich auf der Grundlage der von Ihnen gemachten Angaben unter Berücksichtigung des ausgelobten Einsatzes gerne beantworten möchte.

Durch Weglassen oder Hinzufügen weiterer Sachverhaltsangaben Ihrerseits kann die rechtliche Beurteilung anders ausfallen, sodass die Beratung innerhalb dieses Forums lediglich eine erste rechtliche Orientierung in der Sache darstellt und keinesfalls den Gang zu einem Kollegen vor Ort ersetzen kann.

Dies vorausgeschickt wird das Folgende ausgeführt:

Die Aufwendungen für die Wege zwischen Wohnung und Arbeitsstätte sind in der Tat dann nicht als Werbungskosten abzugsfähig, wenn lediglich die Privatfahrten als geldwerter Vorteil versteuert worden sind.

Anders sieht es aber dann aus, wenn auch der geldwerte Vorteil für die Wege zwischen Wohnung und Arbeitsstätte versteuert wird.
Dieser (zusätzliche) geldwerte Vorteil ist gem. § 8 Abs. 2 Satz 3 EStG mit 0,03 % des Bruttolistenpreises anzusetzen und erhöht grundsätzlich Ihren steuer- und sozialversicherungspflichtigen Bruttoarbeitslohn.

Der Arbeitgeber hat dann ein zweifaches Wahlrecht:

1. Er „kann“ diesen geldwerten Vorteil gem. § 40 Abs. 2 Satz 2 EStG mit 15 % pauschal versteuern. In diesem Fall unterbleibt insoweit ein Ansatz als Bruttoarbeitslohn und Sie könnten die Fahrten zum Betriebssitz als Werbungskosten geltend machen, abzüglich des bereits pauschalierten Betrages.

2. Macht der Arbeitgeber von der Pauschalierungsmöglichkeit keinen Gebrauch, erhöht sich zwar Ihr Bruttoarbeitslohn um den geldwerten Vorteil, auf der anderen Seite könnten Sie die Fahrten zum Betriebssitz als Werbungskosten geltend machen.

Die aber in Ihrem Fall offensichtlich der geldwerte Vorteil für die Wege zwischen Wohnung und Arbeitsstätte nicht versteuert worden ist (vielleicht auch deshalb, weil Sie den Firmensitz nur wenige Male aufgesucht haben?), muss auch ein entsprechender Werbungskostenabzug unterbleiben.

Für Rückfragen stehe ich im Rahmen der kostenlosen Nachfragefunktion gerne zur Verfügung oder auch im Rahmen einer Mandatserteilung; am Besten per E-Mail: reinhard.schweizer@gmx.net


Mit freundlichen Grüßen
RA, Dipl.-Fw. Schweizer

Nachfrage vom Fragesteller 01.02.2007 | 11:24

Sehr geehrter Herr Rechtsanwalt,
vielen Dank für Ihre schnelle Antwort.
Ist das so richtig, wie bei Ihrer Antwort
"zweifaches Wahlrecht des Arbeitgebers".
Unter Punkt 1. schreiben Sie : der AG kann pauschal versteuern
(muß ich noch beim AG erfragen), wenn ja , kann ich Werbungskosten geltend machen.
Punkt 2. verstehe ich so : der AG muß nicht pauschal versteuern und ich kann wegen des geltwerten Vorteils ,trotzdem Werbungskosten ansetzen.
Also, wie Sie schreiben, kann ich bei beiden Möglichkeiten Werbungskosten ansetzten!
Oder habe ich da etwas falsch verstanden.

MfG

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 01.02.2007 | 11:42

Sehr geehrte(r) Ratsuchende(r),

gerne beantworte ich Ihre Nachfrage wie folgt:

Der Werbungskostenabzug bei beiden Möglichkeiten steht unter dem Vorbehalt, dass der geldwerte Vorteil mit 0,03 % des Bruttolistenpreises ermittelt worden ist.
Das ist hier offensichtlich nicht geschehen, (bitte insoweit noch einmal beim AG nachfragen!) sodass die Werbungskosten nicht geltend gemacht werden können.

Ich hoffe, Ihnen mit diesen Angaben gedient zu haben und verbleibe

mit besten Grüßen
RA, Dipl.-Fw. Schweizer

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