Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
480.336
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Werbung - dürfen wir nicht mit der Bezeichnung Sportorthopädie werben?


| 01.05.2007 21:24 |
Preis: ***,00 € |

Medizinrecht



Sehr geehrte Damen und Herren,

wir haben als grosse Dreier Berufsausübungsgemeinschaft in einer Urlaubsanzeige mit dem Wort Zentrum für Allgemeinmedizin und dem Zusatz "Sportorthopädie und Ernährung" geworben . Dafür haben wir prompt einen Rüffel der Ärztekammer bekommen .
Frage:
1.Warum dürfen wir nicht mit der Bezeichnung Sportorthopädie werben? Ist der Begriff geschützt? Es gibt soweit wir wissen keine
Zusatzbezeichnung laut WBO mit diesem Wortlaut . Wir haben einen hohen Anteil an jungen Sportlern ( über 20% ) mit entsprechenden Erkrankungen .

2. Ist der Begriff Zentrum geschützt ?
Wir sind drei Fachärzte mit grossem Leistungsspektrum ( von Belastungs-EKG, Sauerstoffmessung,Sonografie, Laser, Akupunktur, etc.)Sollte man alternativ "Haus" o.ä. verwenden ?

Vielen Dank im Vorraus

Notfall?

Jetzt vertrauliche kostenlose Ersteinschätzung von einem erfahrenen Anwalt erhalten!

Feedback noch heute.

Kostenlose Einschätzung starten
Sehr geehrter Fragesteller,


vielen Dank für Ihre Anfrage, welche ich - die Richtigkeit Ihrer Angaben vorausgesetzt - anhand der von Ihnen gemachten Angaben gerne wie folgt summarisch beantworten möchte:


Zunächst einmal wäre es interessant, wenn Sie mitteilen würden, welche Begründung die Ärztekammer für den „Rüffel“ vorbringt. Vielleicht können Sie die kostenlose Nachfragefunktion nutzen, um weitere Informationen zur Verfügung zu stellen.

Nach § 28 Abs. 2 der Musterberufsordnung (MBO) sind dem Arzt sachliche berufsbezogene Informationen erlaubt. Berufswidrige Werbung ist dem Arzt nach § 28 Abs. 3 MBO jedoch untersagt. Berufswidrig ist nach dieser Vorschrift insbesondere eine anpreisende, irreführende oder vergleichende Werbung. Der Arzt darf eine solche Werbung durch andere weder veranlassen noch dulden.

Die Werbung mit dem Begriff „Sportorthopädie“ könnte irreführend in vorstehendem Sinne (und damit berufswidrig) sein. Denn es besteht eine Verwechslungsgefahr zu den Kollegen, die den „Facharzt für Orthopädie“ mit der Zusatzbezeichnung „Sportmedizin“ besitzen (vgl. Abschnitt II. zur Weiterbildungsordnung der Landesärztekammer Baden-Württemberg). Für diese Zusatzbezeichnung benötigen Sie eine zweijährige klinische Tätigkeit oder die Anerkennung für das Gebiet „Allgemeinmedizin“, die Teilnahme an Einführungskursen in Theorie und Praxis der Leibesübungen von insgesamt mindestens 120 Stunden, die Teilnahme an sportmedizinischen Kursen von insgesamt mindestens 120 Stunden Dauer und einjährige praktische sportärztliche Tätigkeit in einem Sportverein oder Sportbund oder einer anderen geeigneten Einrichtung oder ein einjährige klinische Tätigkeit und eine einjährige ganztägige Weiterbildung an einem sportmedizinischen Institut (auf die klinische Tätigkeit ist eine ganztägige Weiterbildung an einem sportmedizinischen Institut anrechenbar). Soweit Sie die vorstehenden Voraussetzungen nicht erfüllen, ist die Bezeichnung als „Sportorthopäden“ geeignet, eine Verwechslungsgefahr zu den „Sportmedizinern“ zu begründen.

Der Begriff „Zentrum“ als solcher ist nicht geschützt. Jedoch ist die Bezeichnung als „Gesundheitszentrum“ oder „Ärztehaus“ irreführend (und damit berufswidrig), weil über die geschäftlichen Verhältnisse der dort niedergelassenen Fachärzte getäuscht wird. Der Begriff „Zentrum“ erzeugt eine Suggestivwirkung, dass sich unter einem Dach nicht nur Ärzte und Apotheken, sondern auch andere gesundheitlich relevante Einrichtungen - z.B. dazugehörige Fachgeschäfte - befinden und dadurch eine bessere medizinische Versorgung und Betreuung als in Einzelpraxen gewährleistet ist (vgl. LG Cottbus, Urteil vom 12.04.1996, Az. 12 O 55/96, Fundstelle: NJW 1997, 2459f.).


Ich hoffe, Ihnen mit meiner Prüfung der Rechtslage eine erste rechtliche Orientierung vermittelt zu haben. Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass diese Plattform eine ausführliche und persönliche Rechtsberatung nicht ersetzen kann, sondern ausschließlich dazu dient, eine erste überschlägige Einschätzung Ihres Rechtsproblems von einem Rechtsanwalt zu erhalten.

Sofern Sie eine abschließende Beurteilung Ihres Sachverhaltes wünschen, empfehle ich, einen Rechtsanwalt Ihres Vertrauens zu kontaktieren und die Sachlage mit diesem konkret zu erörtern. Bitte beachten Sie, dass bei dieser Vorgehensweise weitere Kosten für die Beratung anfallen.

Gerne bin ich auch bereit, die weitere Vertretung und Beratung in der Angelegenheit für Sie zu übernehmen. Sie können mich jederzeit für eine weitere Beauftragung kontaktieren.



Mit freundlichen Grüßen


Jorma Hein
Rechtsanwalt, Mediator

------------------------------------
Gisselberger Straße 31
35037 Marburg

Telefon: 06421 - 167131
Fax: 06421 - 167132

hein@haftungsrecht.com
www.haftungsrecht.com

Nachfrage vom Fragesteller 01.05.2007 | 23:14

Die zweijährige klinische Tätigkeit (Orthopädie und Innere Medizin) oder die Anerkennung für das Gebiet „Allgemeinmedizin“, die Teilnahme an Einführungskursen in Theorie und Praxis der Leibesübungen von insgesamt mindestens 120 Stunden, die Teilnahme an sportmedizinischen Kursen von insgesamt mindestens 120 Stunden Dauer ist vorhanden Tätigkeit in einem Verein läuft gerade noch .

Sollte man statt Zentrum eher "Haus" verwenden?
Der Rüffel lautet wir sind keine Orthopäden,und haben keine Zusatzbezeichnung Sportmedizin .haben wir nie behauptet.
Zentrum darf nur in ganz aussergewöhnlichen Fällen geführt werden ,wenn alles über das Mass anderer Praxen hinausgeht.
Alles sehr wachsweich..werden einfach einen anderen Wortlaut wählen.
Haben keine Strafe verhängt bekommen .
Vielleicht haben sie einen Vorschlag zur Bewerbung aus Ihrer Erfahrung.
Sonst zunächst Danke für Ihre Ausführungen.
MfG
Der Allgemeinarzt mit neuer Werbefreiheit

Ergänzung vom Anwalt 01.05.2007 | 23:37

Sehr geehrter Fragesteller,


vielen Dank für Ihre Nachfrage, die ich gerne wie folgt beantworten möchte:


Es ist nicht notwendig, dass Sie ausdrücklich behaupten, Orthopäden mit der Zusatzbezeichnung „Sportmedizin“ zu sein. Bereits der Begriff „Sportorthopäden“ impliziert ja, dass Sie sich die Qualifikation als Orthopäden zuschreiben. Im Übrigen kommt es darauf an, wie der Begriff von den angesprochenen Verkehrskreisen aufgefasst werden kann (also den Patienten). Ich bezweifle, dass der durchschnittliche Patient zwischen „Orthopäde“ mit der Zusatzbezeichnung „Sportmedizin“ und „Sportorthopäden“ unterscheiden kann.

Einen generellen Tipp kann ich aus der Ferne nicht geben, da es notwendig ist, Ihre Gesamtsituation zu analysieren. Dazu müsste ich wissen, welche Facharztbezeichnungen Sie ggf. haben, welche Leistungen Sie anbieten und wie Ihre Praxis strukturiert ist. Diese konkrete Prüfung ist über diese Plattform nicht möglich, sondern bleibt einer Einzelmandatierung vorbehalten.


Ich hoffe, Ihre Nachfrage zu Ihrer Zufriedenheit beantwortet zu haben.



Mit freundlichen Grüßen


Jorma Hein
Rechtsanwalt und Mediator


Bewertung des Fragestellers |


Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

"gute Darstellung der Gesetzessituation,prompte Beantwortung. "
FRAGESTELLER 3/5.0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 60143 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Sehr schnelle und hilfreiche Antworten. Kompetent und freundlich. So wünscht man es sich als Mandant. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Sehr hilfreiche Informationen. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Vielen Dank für die schnelle und ausführliche, sehr gute Antwort. ...
FRAGESTELLER