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Wer zahlt den beschädigten Fussboden?


08.10.2006 20:30 |
Preis: ***,00 € |

Mietrecht, Wohnungseigentum


Beantwortet von

Rechtsanwalt Stefan Steininger



Guten Tag,

es handelt sich um folgenden Sachverhalt:
Wir besitzen eine Eigentumswohnung, die inzwischen 6 Jahre alt ist. Im Wohnzimmer (ca 20qm) wurde zum Einzug des ersten Mieters ein neuer hochwertiger Laminatboden (Preis ca. 700€) verlegt. Nach Auszug des ersten Mieters nach 3 Jahren war dieser völlig unbeschädigt.

Seit 2003 haben wir nun neue Mieter, die nun gekündigt haben. Nun hat dieser Laminatboden mehrere Beschädigungen, die im folgenden sind:
- ein ca 10 cm² großer Fleck in der Mitte des Raumes, der wie eine Verätzung aussieht (d.h. es sind in diesem Bereich 4 große ganz helle Flecken deutlich zu sehen)
- ein sehr tiefes Loch von ca 1/2 cm Durchmesser, dass durch keine normale Abnutzung zu erklären ist
- eine weitere ca. 10cm² große Beschädigung, die aussieht, als wäre ein schwerer Gegenstand an dieser Stelle hinuntergefallen (d.h. eine bis ins Holz gehende Oberflächenbeschädigung)
- ein langer Kratzer von ca. 20cm Länge
- mehrere kleine Oberflächenbeschädigungen

Der Mieter streitet nicht ab, die Schäden verursacht zu haben, betrachtet jedoch alles außer die Verätzungen in der Mitte des Raumes als normale Abnutztung. Er hat den Fall seiner Versicherung gemeldet und hofft nun auf Zahlung, was allerdings unwahrscheinlich erscheint. Er wäre bereit mit einem Reperaturkit für 40€ den Fleck in der Mitte des Raumes zu behandeln.

Ein Bodenleger (der Nebenher auch Gutachter ist) hat das Boden begutachtet und bestätigt, dass es sich in seinen Augen bei den Schadstellen nicht um normale Abnutzung handelt. Er kam ebenfalls zu der Ansicht, dass der Boden ausgetauscht werden muss.

Auch in unseren Augen ist der Boden jedoch so sehr beschädigt, dass er ersetzt werden muss. Daher tauschen wir den Laminat gegen einen Neuen Laminatboden (Preis ca. 800€) aus.

Nun die zwei konkreten Fragen:

- Wer muss diesen Austausch bezahlen? Muss der Mieter den kompletten Austausch des Bodens bezahlen, oder nur einen "aktuellen Marktwert" (also nach Abnutzung von 6 Jahren) oder würde das Reperaturkit für 40€ seine Schuld schon begleichen?

- Kann, falls sich der Mieter weigert zu zahlen, die Kaution (ca 700€) dafür verwendet werden, und darf die Kaution solange bis der Fall geklärt ist zurückgehalten werden und müssen dabei bestimmte Regularien beachtet werden?

mfG,
Christoph.
Sehr geehrte Fragestellerin,
sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für Ihre Anfrage, diese möchte ich an Hand Ihrer Angaben summarisch wie folgt beantworten:

Wenn der Mieter . wie hier geschildert – einen Schaden verursacht, der nicht normal Abnutzung ist, muss e diesen ausgleichen.

Der Schadenersatz richtet sich auf Wiederherstellung des ursprünglichen Zustandes. Wenn also (was ich nicht glaube) das Reparatur-Kit ausreichend wäre, um diesen Zustand herzustellen, wäre die Gestellung ausreichend.

Ist dies nicht der Fall, muss eine anderweitige Ausbesserung erfolgen. Wenn hier der Ersatz notwenig ist, ist diese zu zahlen. Allerdings ist ein Abzug Alt-für-Neu zu machen, da Ihnen sonst ein höherer Wert zugestanden würde. Es muss also nur der Anteil der Reparatur gezahlt werden, der dem Zeitwert des Bodenbelages entspricht.

Die Kaution dient der Absicherung solcher Fälle, daher kann diese zunächst zurückbehalten werden und ggf. mit dem Schaden aufgerechnet werden.

Beachten Sie, dass Ihre Ersatzansprüche innerhalb von 6 Monaten ab Rückgabe der Mietsache verjähren. Fordern Sie den Mieter zur Erstattung unter Fristsetzung auf und bedienen Sie sich am besten anwaltlicher Hilfe.

Ich hoffe, Ihren einen hilfreichen ersten Überblick verschafft zu haben. Für das entgegengebrachte Vertrauen bedanke ich mich recht herzlich. Bitte beachten Sie, dass diese Beratung eine umfassende Prüfung an Hand aller Unterlagen nicht ersetzen kann. Für Rückfragen und die weitere Interessenvertretung stehe ich gerne zur Verfügung.


Mit freundlichen Grüßen


Stefan Steininger
Rechtsanwalt

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