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Wer zahlt Kosten für die Wandabdichtung

08.09.2009 09:19 |
Preis: ***,00 € |

Baurecht, Architektenrecht


Im letzten Jahr habe ich eine Erdgeschosswohnung in einem Mehrfamilienhaus gekauft. An meiner Wohnung grenzt eine Hoffläche, die als Sondereigentum und meiner Wohnung zugeordnet ist. Darauf stand ein baufälliger Schuppen, den ich abgerissen habe. Darunter ist eine ebenerdige Betonfläche, die ich als Terasse angelegt, bzw. mit Kies aufgeschüttet habe. Angrenzend an diese Fläche ist eine Mauer, die zu unserem Haus, also der Hausgemeinschaft gehört. Direkt angebaut ist ein anderes Haus, mit eigener Mauer, der von einer Schuhmacherwerkstatt genutzt wird. Nun ist im unteren Bereich der Schuhmacherwerkstatt Feuchtigkeit aufgetreten. Der Hauseigentümer der Werkstatt will nun mit einem Kostenaufwand in Höhe von 5.600,00 Euro auf meiner Terasse den Boden an der Mauer aufmachen lassen und die Wand, auch unterhalb der Betonfläche Abdichten lassen (womit ich kein Problem habe). Das Problem sind die Kosten! Laut Hausgemeinschaft sollen die Kosten unter den beiden Hausgeigentümern geteilt werden, sodass auf unsere Hausgemeinschaft 2.800,00 Euro Kosten anfallen würden. Einige meiner Hausmiteigentümer sind der Meinung, dass ich alleine für die Kosten aufkommen soll, da es 1. Sondereigentum ist, 2. der Schaden nur entstanden ist, weil ich den baufälligen Schuppen abgerissen habe und 3. ich nicht die richtigen Maßnahmen für die Ableitung des Niederschlagwassers (fehlende Entwässerung) gesorgt habe. Meine Frage: Ist es nicht Angelegenheit des Nachbarn für eine ausreichende Abdichtung seines Hauses zu sorgen? Muß ich im Zweifelsfalle wirklich alleine die Hälfte der Kosten tragen, obwohl die angrenzende Mauer unserer Hausgemeinschaft gehört? Bin ich dazu verpflichtet für ausreichende Entwässerung (Ableitung des Wassers über Kanalisation) zu sorgen? Vielen Dank.

Sehr geehrter Fragesteller,

aufgrund Ihrer Informationen beantworte ich Ihre Anfrage wie folgt:

Zunächst möchte ich Sie aber darauf hinweisen, dass dieses Forum lediglich eine erste rechtliche Orientierung bieten soll. Durch Hinzufügen oder Weglassen von Sachverhaltsangaben kann die rechtliche Beurteilung anders ausfallen und somit zu einem anderen Ergebnis führen.

Hier ist zunächst die Frage nach der Verantwortlichkeit zu stellen.
Geht man davon aus, dass der Schaden nur an der Mauer der Schreinerei besteht, so hätte grundsätzlich nur die Schreinerei die Kosten zu tragen. Allerdings ist in einem zweiten Schritt zu fragen, durch was der Schaden eingetreten ist. Hier steht im Raum, dass eine falsche Entwässerung den Schaden verursacht hat. Ob dies tatsächlich so ist, kann letztendlich nur ein Sachverständiger beurteilen, jedoch ist dies nach Ihren Schilderungen naheliegend. Geht man also davon aus, dass der Schaden (auch) durch eine falsche Entwässerung verursacht wurde, ist in einem dritten Schritt zu fragen, wer für die Entwässerung verantwortlich ist.
Würde ein Sachverständiger feststellen, dass die Entwässerung auf Ihrem Grundstück fehlerhaft ist und dadurch ein Schaden am Nachbarhaus entstanden ist, so wären Sie für die Entstehung und damit auch die Beseitigung des Schadens zumindest mitverantwortlich. Somit hätten Sie also die Kosten – zumindest teilweise – für die Beseitigung des Schadens zu tragen. Eine Umlage der Kosten auf die Hauseigentümergemeinschaft ist wohl nicht möglich, da das fragliche Grundstück Ihr Sondereigentum ist und Sie deshalb für Schäden, die davon ausgehen, allein haftbar sind.
Wie oben schon gesagt, kann eine sichere Klärung der Verantwortlichkeit nur ein Sachverständigengutachten bringen. Die Kosten für ein Sachverständigengutachten sind allerdings nicht gering. Deshalb sollten Sie genau prüfen, ob Sie sich weigern, die Kosten für die Beseitigung des Schadens mitzutragen, denn dies könnte zur Konsequenz haben, dass ein Gerichtsverfahren eingeleitet wird. In diesem würde dann mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ein Gutachten erstellt. Dann aber besteht die Gefahr, dass Sie nicht nur die Hälfte der Kosten tragen, sondern ggf. sogar mehr. Nach einem Gerichtsverfahren würden dann auch noch Gerichts- und ggf. Anwaltskosten und natürlich die Gutachtenkosten hinzukommen.


Ich hoffe, dass meine Antworten für Sie hilfreich gewesen sind und darf zusätzlich auf die kostenfreie Nachfragefunktion verweisen. Gerne stehe ich Ihnen auch für die weitere Wahrnehmung Ihrer Interessen zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Kerstin Götten
(Rechtsanwältin)

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