Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Bewertungen
505.542
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Wer trägt Kosten bei Rohrverstopfung mit Wasserschaden in einer WEG

21.08.2018 10:09 |
Preis: 60,00 € |

Mietrecht, Wohnungseigentum


Beantwortet von

Rechtsanwalt Daniel Hesterberg


Ich besitze eine ETW (Eigentumswohnung) in einer WEG. Meine ETW im EG steht seit längerer Zeit leer, eine EBK ist nicht vorhanden. Ich bin sehr selten vor Ort. Vor ein paar Wochen gab es dort einen Wasserschaden. Dies sind die Aussagen der anderen Bewohner: eine Wasserleitung war verstopft, der Ausgang der Leitung in meiner Küche war nicht korrekt abgedichtet was wiederum zur Folge hatte, dass das Wasser in meiner Wohnung herausgedrückt wurde, nach unten in den Keller getropft ist und es somit zum Schaden kam. Eine Leitungswasserversicherung besteht nicht. Meine Privathaftpflichtversicherung hat noch keine Aussage getroffen ob bezahlt wird oder nicht, eine Hausratversicherung zahlt nicht. Laut Teilungserklärung sind die Leitungsrohre Gemeinschaftseigentum. Der Schaden entstand in erster Linie in meiner Wohnung und im darunterliegenden Kellerraum (Mauerwerk, Heizung), Fenster gibt es dort keine.

Wer muss für welche Kosten aufkommen und unter welchen Umständen muss ich für den kompletten Schaden aufkommen?
Bitte um Beantwortung durch einen Fachanwalt im WEG Recht oder Versicherungsrecht. Danke!

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

In der Tat gibt es nur die Möglichkeit, dass entweder über die Gebäudeversicherung oder über die Hausratsversicherung abzuwickeln, zur Not auch über eine Privathaftpflichtversicherung, was aber genau geprüft werden müsste.

Normalerweise ist eine Leitungswasserschadensversicherung über die Gebäudeversicherung innerhalb der WEG abgedeckt, was Sie nochmals unbedingt mit dem Verwalter abklären sollten.

Ansonsten kann sich letzterer insbesondere schadensersatzpflichtig gemacht haben, wenn das nicht mit abgeschlossen wurde.

Neben der Schadensverursachung und der Verantwortlichkeit von Ihnen dazu ist zu klären, was Umfang der jeweiligen Versicherung ist.

So wie ich es verstehe, ist aber nicht nur Ihr Sondereigentum, sondern auch das Gemeinschaftseigentum betroffen, sodass es dazu kommen kann, dass eventuell verschiedene Versicherungen eingreifen.

Die private Haftpflichtversicherung kommt nämlich für Schäden auf, die Sie als Versicherungsnehmer gegenüber Dritten, Nachbarn und anderen Wohnungseigentümern verursachen. Wenn beispielsweise Wasser die darunterliegende Wohnung sickert, dann zahlt grundsätzlich die Haftpflichtversicherung die Reparaturarbeiten beim Nachbarn. Voraussetzung dabei ist allerdings, dass Sie Ihre Wasseranschlüsse regelmäßig kontrollieren und nicht grob fahrlässig einen Wasserschaden verursacht haben.

Wenn aber nur das Gemeinschaftseigentum und ihre Wohnung betroffen ist, was einen Wasserschaden an Wohnung oder Gebäude betrifft, so erstattet das die Wohngebäudeversicherung der WEG.

Deshalb habe ich eine Frage:
Der unter Ihrer Wohnung liegende Kellerraum, ist das Gemeinschafts-oder Sondereigentum eines Eigentümers? Danke für Ihre Rückmeldung.

Ich hoffe, Ihre Frage ansonsten verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Nachfrage vom Fragesteller 24.08.2018 | 16:38

Sehr geehrter Herr Hesterberg,

"So wie ich es verstehe, ist aber nicht nur Ihr Sondereigentum, sondern auch das Gemeinschaftseigentum betroffen, sodass es dazu kommen kann, dass eventuell verschiedene Versicherungen eingreifen."
Ja, so ist es. Meine Wohnung (Sondereigentum) und der Kellerraum mit Heizung (somit Gemeinschaftseigentum) sind betroffen.

"Wenn aber nur das Gemeinschaftseigentum und ihre Wohnung betroffen ist, was einen Wasserschaden an Wohnung oder Gebäude betrifft, so erstattet das die Wohngebäudeversicherung der WEG."
Wie in meiner Frage erwähnt, gibt es diese nicht und das ist allen Miteigentümern bekannt.

"...zahlt grundsätzlich die Haftpflichtversicherung die Reparaturarbeiten beim Nachbarn. Voraussetzung dabei ist allerdings, dass Sie Ihre Wasseranschlüsse regelmäßig kontrollieren und nicht grob fahrlässig einen Wasserschaden verursacht haben."
Meine Angaben: ...der Ausgang der Leitung in meiner Küche war anscheinend nicht korrekt abgedichtet, was wiederum zur Folge hatte, dass das Wasser in meiner Wohnung herausgedrückt wurde, nach unten in den Keller tropfte.....
Wer haftet für welche Kosten unter diesen Umständen? Ich habe die Verstopfung nicht verursacht, inwiefern hafte ich für welche Kosten? Habe ich grob fahrlässig gehandelt?
Bitte fokussieren Sie Ihre Antwort auf die Haftungs- bzw Kostenfrage und weniger auf die Versicherungen, da ich deren Entscheidungen nicht beeinflussen kann. Danke!

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 25.08.2018 | 08:42

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Nachfrage möchte ich Ihnen gerne wie folgt beantworten:

Zur Haftungs- beziehungsweise Kostenfrage ist zu sagen, dass Schadensersatz hinsichtlich sämtlicher entstandenen beziehungsweise entstehender Schäden zu leisten wäre, da dieses dem Schadensersatzregeln nach dem §§ 249 ff. BGB entspricht.
Allerdings ist der Geschädigte auch gehalten, den Schaden nach Möglichkeit unter Zumutbarkeitsgesichtspunkten zu mindern, sogenannte Schadensminderungspflicht.

Dass Sie hier grob fahrlässig gehandelt haben, kann ich nicht erkennen. Das würde bedeuten, dass Sie das außer Acht gelassen hätten (auch durch ein Unterlassen möglich), was jeden in der konkreten Situation hätte einleuchten müssen und eine grobe Pflichtverletzung hinsichtlich der Außerachtlassung der im Verkehr
erforderlichen Sorgfalt vorliegen würde.

Das kann zum Beispiel dadurch entstehen, dass man es unterlassen hat, Leitungen zu kontrollieren.

Wenn Ihnen aber oder anderen nichts derartiges aufgefallen ist, dass zum Beispiel Wasser austrat , kann es auch ein Konstruktionsfehler hinsichtlich der Abdichtung etc. sein oder eine nicht ordnungsgemäße Anbringung der Abdichtung. Dann stellt sich die Frage, ob Ihnen überhaupt Fahrlässigkeit vorzuwerfen ist.
Vor diesem Hintergrund sollte aller Voraussicht nach eine Versicherung die Sache übernehmen.

Ich hoffe, Ihre Frage ansonsten verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen.

Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwalt Daniel Hesterberg

FRAGESTELLER 30.12.1899 /5,0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 65539 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Die Antwort kam schnell und war verständlich. ...
FRAGESTELLER
4,2/5,0
Schnelle Antwort mit Verweis auf gültige Rechtsnormen und entsprechenfe Handlungsempfehlung. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
die antwort war gut. ...
FRAGESTELLER