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Wer trägt Beerdigungskosten bei mehreren Erben?

| 23.10.2019 12:20 |
Preis: 58,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von


Zur Situation:
Familienvater ist schwer erkrankt, möglicher Todesfall in absehbarer Zukunft.
Erben sind zweite Ehefrau sowie 4 Kinder aus erster Ehe, davon jedoch mindestens 3 Parteien nicht solvent.
Da die finanziellen Verhältnisse des Vaters überschaubar sind, könnten alle Erben das Erbe ausschlagen.

Frage:
Sollten alle Erben ihr Erbe (erwartungsgemäß) ausschlagen,
sind die Beerdigungskosten dann dennoch wieder von allen zu gleichen Teilen zu tragen, als ob alle das Erbe angenommen hätten,
oder werden die Kosten dann weitergereicht?
Und wenn die Kosten wieder zu gleichen Teilen von allen ausschlagenden Parteien zu tragen wären, würde der Anteil jener Parteien, welche die Kosten nicht tragen können, auf die solventen Parteien übertragen (also 2 Parteien würden zudem die Kostenlast der 3 insolventen Parteien mittragen müssen),
oder wird der Kostenanteil der insolventen Parteien an die Sozialstellen weitergereicht?
23.10.2019 | 14:24

Antwort

von


(738)
Hussenstraße 19
78462 Konstanz
Tel: 07531-9450300
Web: http://www.anwaltskanzlei-dotterweich.de
E-Mail:

Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich auf Grundlage Ihrer Schilderung summarisch gerne wie folgt beantworte:

Gemäß § 1968 BGB tragen grundsätzlich die Erben die Bestattungskosten, wobei diese zunächst aus dem Nachlass beglichen werden können – wenn dieser nicht ausreicht, kann direkt auf die Erben zurückgegriffen werden.

Wenn nun alle Erben das Erbe gemäß §§ 1942 ff. BGB ausschlagen, erbt nach § 1936 BGB der Staat (Fiskus), welcher das Erbe nicht ausschlagen kann. Allerdings muss der Staat die Beerdigungskosten nicht in jedem Fall tragen, denn über den Umweg der Unterhaltspflicht kann auf diejenigen, die dem Verstorbenen gegenüber zum Unterhalt verpflichtet gewesen wären, zurückgegriffen werden, § 1615 Abs. 2 BGB . Nur wenn alle Unterhaltspflichtigen, die das Erbe ausgeschlagen haben, nicht in der Lage sind, für die Bestattungskosten aufzukommen, tritt der Staat ein und es wird eine Sozialbestattung in Auftrag gegeben.

Die Kinder schulden also zunächst die Bestattungskosten als Gesamtschuldner im Sinne von §§ 421 Abs. 1 , 426 Abs. 1 BGB . Wenn aber nur ein Kind leistungsfähig ist, muss es im Außenverhältnis zunächst allein für die Bestattungskosten aufkommen, kann aber im Innenverhältnis gemäß § 426 Abs. 2 BGB einen Ausgleich von den übrigen Geschwistern verlangen. Sind also von fünf Parteien drei nicht leistungsfähig, bleiben zwei Parteien ggf. jeweils zur Hälfte „auf den Kosten sitzen".

Mit freundlichen Grüßen

Michael Böhler
Rechtsanwalt


Bewertung des Fragestellers 23.10.2019 | 14:33

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"Schnelle, ausführliche Antwort, und keine Unklarheiten offen gelassen. Vielen Dank für die kurzfristige Hilfe."
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