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Wer kommt für Schaden am Arbeitsplatz auf?

| 22.04.2017 21:48 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Carsten Neumann


Zusammenfassung: Verursacht ein Arbeitnehmer durch mittlere Fahrlässigkeit im Betrieb einen Schaden, dann ist die Schaden zwischen ihm und dem Arbeitgeber aufzuteilen.

Guten Tag,

seid 10 Jahren arbeite ich als Arzthelferin in der selben Allgemeinarztpraxis, 4 Jahre davon war ich im Erziehungsurlaub und habe im November letzten Jahres wieder angefangen 2 Vormittage zu arbeiten. Habe ein sehr gutes Verhältnis zu Chef's und Kollegen.

Vor kurzem ist mir im Labor ein Fehler passiert. Ich habe eine Laborüberweisung auf dem falschen Schein ausgedruckt, der Patient hatte zwei Scheine, einen privaten ( da er auch Selbstzahlerleistungen wollte) und einen auf Kasse.
Dies ist ein Fehler, der meinen Kolleginnen allen schon mal passiert ist ( einmalig und ohne Kosten für den Chef)
Im Normalfall ist das mit einem Anruf im zuständigen Labor und der Nachreichung einer korrekten Überweisung erledigt.

Leider war es genau am letzten Tag des Quartals und das Labor konnte keine Änderung mehr vornehmen. Dadurch sind meinem Chef erstmalig Kosten in Höhe von 40€ entstanden. Diese möchte er beglichen haben, aus unserer Kaffeekasse. Was für mich nicht in Frage kommt. Er meinte auch, dass in meinem Gehalt ( Minijob) jeden Monat 15 € enthalten sind für solche Fälle!?

Bin ich rechtlich verpflichtet ihm diesen Schaden zu bezahlen?
Kann er bestimmen, dass das Geld nicht von mir kommen soll, sondern aus der Kaffeekasse?
Stimmt das tatsächlich mit den 15 Euro?

Mit freundlichem Gruß

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Aus der Kaffeekasse kann der Arbeitgeber den Schaden entnehmen, da es sich hier um eine gemeinsame Kasse der Arbeitnehmer für gemeinsame Ausgaben handelt.

In einem Arbeitsverhältnis haftet der Arbeitnehmer für von ihm verursachte Schäden nur bei Vorsatz und grober Fahrlässigkeit voll, während er bei einfachster Fahrlässigkeit nicht haftet. Bei mittlerer Fahrlässigkeit ist der Schaden zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer aufzuteilen. Mittlere Fahrlässigkeit liegt bei normalen Versehen vor. Hierunter dürfte auch Ihr vorliegendes Versehen fallen. Aufteilung des Schadens bedeutet aber nicht, dass der Schaden immer schematisch im Verhältnis 50 : 50 zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber aufzuteilen ist. Vielmehr kommt es hier auf alle Umstände des Einzelfalls an, wie

- Höhe des Schadens

- Gefahrgeneigtheit der Arbeit

- Höhe des Gehalts des Arbeitnehmers

- Risikozuschlag im Gehalt des Arbeitnehmers

- Möglichkeit des Arbeitgebers, den Schaden zu versichern

Diese Umstände können im Einzelfall zur Herabsetzung des vom Arbeitnehmer zu tragenden Anteils des Schadens führen, bis zu einer hundertprozentigen Entlastung des Arbeitnehmers.

Vorliegend spricht zu Ihren Gunsten, dass Sie nur an zwei Vormittagen in der Woche arbeiten, so dass Ihr Gehalt entsprechend niedrig sein dürfte und Ihnen nicht die Möglichkeit für Risikorücklagen lässt. In einem Minijob-Gehalt ist normalerweise keine Gefahrenzulage enthalten, weil es dafür zu niedrig ist. Auch müsste eine Zulage dann im Arbeitsvertrag entsprechend ausgewiesen sein.

Da es sich um ein Versehen handelt, das immer mal wieder allen Kollegen unterläuft, kann von Ihrem Arbeitgeber erwartet werden, dass er hiergegen eine Betriebshaftpflichtversicherung abschließt.

Die genannten Umstände sprechen dafür, den überwiegenden, wenn nicht sogar vollen Anteil an der Haftung Ihrem Arbeitgeber zuzuweisen.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Bewertung des Fragestellers 24.04.2017 | 11:47

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