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Wer hat den Provisionsanspruch bei zwei eingesetzten Maklern

17.04.2005 13:49 |
Preis: ***,00 € |

Vertragsrecht


Beantwortet von


16:39

Im Frühjahr 2003 bekamen wir durch einen Makler eine Immobilie angeboten. Diese sahen wir uns auch gemeinsam an.
Im Sommer 2003 bekamen wir nach einigen Verhandlungen schriftlich, daß der endverhandelte Preis EUR 250.000,00 beträgt und "daß davon auszugehen ist, daß der Eigentümer nicht weiter nach unten gehen wird". Wir boten zu dem Zeitpunkt EUR 190.000,00. Der Makler hätte angeblich auch einen Makleralleinauftrag. Für uns war es damit erledigt und wir haben uns weiter umgeschaut.
Im März 2004 bot uns ein anderer Makler das gleiche Grundstück für
EUR 160.000,00 an. Dafür haben wir es gekauft.
Jetzt will der erste Makler auch Provison (und zwar 4 % auf EUR 160.000,00).
Hat er Anspruch ?

17.04.2005 | 14:49

Antwort

von


(892)
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Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage.

Der Provisionsanspruch des Maklers entsteht nach § 652 Abs. 1 S. 1 BGB , wenn der Vertrag zwischen seinem Auftraggeber und dem Dritten infolge seines Nachweises oder seiner Vermittlung zustandekommt.

Die Tätigkeit des Maklers muss also kausal für den Abschluss des Kaufvertrages geworden sein. Die Tätigkeit eines zweiten Maklers bei der Vermittlung kann zwar dazu führen, "daß die Leistung eines ersten Maklers „überholt“ wird." (Bamberger/Roth, § 652 BGB , Rz. 43).

Der Abbruch der damaligen Verhandlungen steht aber dem möglichen Anspruch des ersten Maklers grundsätzlich nicht entgegen.

Grundsätzlich reicht nach der Rechtsprechung nämlich bereits Mitursächlichkeit aus, so daß der erste Makler auch einen Vergütungsanspruch hat, wenn seine Bemühungen die Bereitschaft des Verkäufers zum Abschluß des Kaufvertrages irgendwie gefördert haben.

Ob dies in Ihrem Fall geschehen ist, kann ohne konkrete Kenntnis der näheren Umstände natürlich nicht festgestellt werden, sondern bedarf einer konkreten Rechtsberatung durch einen Anwalt, dem Sie sämtliche Einzelheiten des Falles darlegen sollten.

Ich hoffe aber, Ihnen mit meiner Antwort geholfen zu haben.

Mit freundlichen Grüßen

A. Schwartmann
Rechtsanwalt




Rechtsanwalt Andreas Schwartmann
Fachanwalt für Miet- und Wohnungseigentumsrecht

Rückfrage vom Fragesteller 17.04.2005 | 15:03

Spielt es denn keine Rolle, daß der erste Makler uns das Haus
nicht für EUR 190.000 vermitteln konnte, und daß der zweite
Makler uns das Haus für EUR 160.000 angeboten hat ?

Wir wollten den ersten Makler ja gar nicht "hintergehen", aber für
uns waren die Verhandlungen mit der Ablehnung unseres Angebotes gescheitert und der zweite Makler kam von sich aus auf sich zu.

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 17.04.2005 | 16:39

Nein, es spielt keine Rolle, daß der Kauf über den ersten Makler an dem damals zu hohen Preis scheiterte, wenn dieser jedenfalls durch seine Bemühungen dazu beigetragen hat, daß der Verkäufer nun gerade an Sie verkauft hat. Das kann dadurch geschehen sein, daß der Makler Sie dem Verkäufer damals vorgestellt hat oder sich für Sie eingesetzt hat, und die nun dazu beigetragen hat, daß der Verkäufer - über den 2. Makler - gerade Sie als Käufer akzeptiert hat.

Das müsste aber, wie gesagt, konkret geprüft werden.

Mit freundichen Grüßen

A. Schwartmann

ANTWORT VON

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