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Wer haftet für Mängel, wenn mehrere Firmen involviert waren?

24.10.2013 21:51 |
Preis: ***,00 € |

Baurecht, Architektenrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Daniel Hesterberg


Zusammenfassung: Mangelhafte Arbeiten zweier Handwerker

Guten Tag,
folgender Sachverhalt. Auf einer grossen Dachterrasse / Flachdach (Neubau) wird nach Fertigstellung der Dachrbeiten durch eine Schlosserfirma ein Geländer geliefert und durch diese Firma durch den abgedichteten Dachrand gebohrt und fixiert.
Der Dachdecker soll diese Geländerstützen mit einer Flüssigfolie abdichten-das tut er auch.
Nach einem Jahr stellt sich raus, dass die Geländerstützen undicht sind und infolge dieser Undichtigkeit das ganze Dach einschl. der Dämmung feucht sind.Wasser ist massiv durch die Stützen eingedrungen.Es müssen aufgrund des Schadens aufwendige Maßnahmen stattfinden. Unter anderem auch die Aufnahme von Terrassedielen usw.

Nachträglich stellt sich heraus, dass die Stützen sich nicht vernünftig abdichten lassen.
(Aufgrund von Form und Position, da Sie zu tief im Dach sitzen und es bei Starkregen immer wieder dazu führen kann, dass Wasser eintritt. (Der Schadensfall hat es ja nun gezeigt)

Wer kommt für welchen Schaden auf? Ist der Geländerbauer verantwortlich, der das Dach ja an mehreren Stellen massiv durchbohrt hat um sein Geländer montieren zu können oder ist der Dachdecker schuld, weil seine Abdichtung im Bereich dieser Stützen nicht zum Erfolg geführt hat? Welche Betriebshaftpflicht würde hier was bezahlen?

Weiternhin würde ich dann gerne noch wissen, ob ich nach über einem Jahr (nachdem ich gesehen habe, dass die Abdichtung der Geländerfüsse so nicht funktioniert, offiziell Bedenken gegen die Art und Montage der Geländerstützen anmelden kann, damit mir bei einem weiteren Schaden nicht das gleiche nochmal passiert ?Hier würde ich dann die Abdichtung der Stützen verweigern,da ich ja nun weiss, dass es so nicht funktionieren kann.
Vielen Dank.

Einsatz editiert am 24.10.2013 22:00:39

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegeben Informationen verbindlich wie folgt beantworten:


Letztlich haften nach meiner Meinung beide Handwerker, denn schließlich bauen die Arbeiten aufeinander auf – im Einzelnen:

Welcher Verursachungsbeitrag des einen oder anderen Handwerkers größer ist, lässt sich zwar ohne Sachverständigengutachten schwer einschätzen, doch allem Anschein nach haben beide mangelhafte Arbeiten erbracht.

Insofern hätten sich schließlich beide Handwerker miteinander abstimmen können und (rechtlich) müssen. Beide sind nämlich sachverständig genug, die die verschiedenen Schritte zu besprechen und dann einzuleiten.

Das heißt nach meiner ersten Einschätzung, dass hier sogar Dachdecker ein größeres Mitverschulden hat, denn jedenfalls konnte er erkennen, wie der Schlosser gearbeitet hat, wie tief er gebohrt hat und so weiter.

Nach dem Werkvertrag ist so dann der Dachdecker gehalten, notfalls beim Schlosser nachzufragen, was offensichtlich nicht geschehen ist. Jedenfalls ist es nicht derart geschehen, dass hier eine mangelhafte Arbeit des Dachdeckers vermieden wurde. Nach der Rechtsprechung ist aber mehrheitlich anerkannt, dass Handwerker, die Arbeiten von anderen Handwerkern vorfinden, entsprechend adäquat damit umgehen und notfalls sich beim anderen Handwerker erkundigen müssen, was die Vorarbeiten anbetrifft.

Ich würde auf jeden Fall beide Handwerker anschreiben und Gewährleistungsansprüche geltend machen. Zunächst müssen Sie nach dem Gesetz die Nachbesserung/Nacherfüllung verlangen. Der jeweilige Handwerker kann selbst entscheiden, ob er das Werk nachbessern kann oder dieses komplett neu erstellt, also hier das Gelände nochmals angebracht wird oder ob etwa Mängelarbeiten zur Nachbesserung ausreichend sind.

Da müssen Sie sich leider zunächst darauf einlassen.

Ist jedoch die Nachbesserung zweimal fehlgeschlagen beziehungsweise gänzlich unmöglich, müssen sich in der Tat nicht darauf einlassen, sondern können die Rückabwicklung des Vertrages per Rücktritt verlangen, daneben noch Schadens-und Aufwendungsersatzansprüche als auch eine Minderung.

Setzen Sie diesbezüglich eine 14-tägige Ausführungsfrist jedem Handwerker. Es ist dann deren Sache, Meldung bei einer Versicherung zu machen, was aber nicht weiter für Sie wichtig ist, es sei denn, die Versicherung eines Handwerkers setzt sich mit Ihnen auseinander.

Sie können sich auch noch nach einem Jahr an die Handwerker wenden, da ist noch nichts verfristet oder verjährt.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen
Daniel Hesterberg, Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 24.10.2013 | 22:45

Vielen Dank ersteinmal für die schnelle Beantwortung.
Da ich der Dachdecker bin, will ich noch auf die unbeantwortete Frage bzgl. der Bedenkenanmeldung zurückkommen. Kann ich nach über einem Jahr noch Bedenken gegen die Befestigung/Form und Position dieser Geländerstangen anmelden, da ich ja nun weiss, dass dies technisch und handwerklich nicht einwandfrei möglich ist?

Zumindest für den neuen Fall, da ich Zuge der nochmaligen Nacharbeitung dieser Stützen nicht wieder einen Schaden durch mangelnde Abichtung erleide und wieder Wasser in die Stützen läuft.

Es geht mir darum, dass ich für den neuen Sachverhalt Bedenken anmelden möchte und verlangen möchte,dass er andere Stützen setzt und das Geländer so ändert, dass eine technisch korrekte Eindichtung dann auch zum Erfolg führt.

Vielen Dank

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 25.10.2013 | 09:26

Sehr geehrte(r) Ratsuchende(r),

vielen Dank für Ihre Nachfrage, die ich gerne wie folgt beantworte:

In Ordnung, Sie sind der Dachdecker - dann stimme ich das natürlich auf Sie ab.

Ich gehe davon aus, dass Sie in keinem direkten Vertragsverhältnis mit dem Schlosser stehen, was aber nicht heißt, dass nicht gegen den Schlosser vorgehen können - Sie können sich auch jetzt noch schadlos an ihm halten, ihm Ansprüche gegenüber anmelden für den Fall, dass Sie selbst haften sollten.

Ihrer Versicherung würde ich allerdings schon jetzt vorsorglich Meldung machen.

Es wird für Ihre Haftung darauf ankommen, ob Sie erkennen konnten, dass mangelhaft vom Schlosser gearbeitet worden war.

Dieses muss der Bauherr bzw. Ihr Auftraggeber darlegen und beweisen können.

Insofern ist Ihr Ansinnen hinsichtlich des geplanten Vorgehens ("Es geht mir darum, dass ich für den neuen Sachverhalt Bedenken anmelden möchte und verlangen möchte,dass er andere Stützen setzt und das Geländer so ändert, dass eine technisch korrekte Eindichtung dann auch zum Erfolg führt.") nur konsequent und gangbar, weshalb Sie das so mit dem Schlosser und Auftraggeber absprechen sollten.

Darauf haben Sie zwar keinen direkten Anspruch, aber da es um Ihre Nachbesserung und deren (Un-)Möglichkeit geht, können Sie dahingehend auf den Auftragnehmer einwirken, dass dieses das mit dem Schlosser regelt.

Das geht auch jetzt noch.

Ich hoffe, Ihnen damit weitergeholfen zu haben und wünsche Ihnen noch einen schönen Tag.

Mit freundlichen Grüßen

Daniel Hesterberg
Rechtsanwalt

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