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Wer darf Beerdigung/ Trauerfeier ausrichten?


| 28.11.2017 07:01 |
Preis: 40,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Mein Bruder ist vor 3 Tagen gestorben. Es war für uns alle eine sehr schwere Zeit, mein Bruder ist Mitte 40 geworden und hinterlässt 4 Kinder aus der geschieden Ehe. Die Diagnose Gehirntumor wurde vor ca. einem Jahr diagnostiziert.
Er soll seiner Lebensgefährtin (kennen sich seit zwei Jahren) gegenüber mal geäußert haben, dass er sich eine Seebestattung wünsche, falls er sterben sollte.

Für uns als Familie ist es wichtig, einen Ort zum Trauern zu haben. Seine Lebensgefährtin hat es sich jedoch zur Aufgabe gemacht, diesen Wunsch der Seebestattung unbedingt zu erfüllen. Sie zieht den ganzen Beerdigungsprozess/ Trauerfeier allein durch. Sie blockt jedes Gespräch ab. Ich hatte vorgeschlagen, dass wir uns alle an eine Tisch setzen und darüber sprechen, auch damit jeder hinterher für sich ein gutes Gefühl hat. Dies wurde abgelehnt mit dem Hinweis, mein Bruder hat sich das so gewünscht.

Gestern habe ich erfahren, dass sie bereits vor ein paar Wochen, als es meinem Bruder zunehmends schlechter ging, zu einem Anwalt gegangen ist und Erkundungen eingeholt hat, was die Seebestattung angeht. Auch seine Kinder haben angeblich in einem Schreiben über die Ex-Frau einer Seebestattung zugestimmt, da sie ihren Vater noch so in Erinnerung hatten (er hatte ein Segelboot auf dem Bodensee). Über den Anwalt wurde uns mitgeteilt, dass sich die Kinder das vorstellen können, dass er so bestattet werden möchte. Mehr als ein mündlich geäußerter Wunsch gegenüber der Lebensgefährtin gibt es nach unserem Wissen nicht. Wir wissen auch nicht, in welchem Zustand mein Bruder zu diesem Zeitpunkt war, nach der letzten OP im Juli nahm seine Gedächtnisleistung zunehmends ab.

Für meine Eltern ist der Schmerz über den Verlust ihres Sohne unendlich groß. Mein Vater kann sich nur eine "normale" Bestattung vorstellen, selbst eine Urne ist schon nicht ertragbar für ihn. Wir würden uns einen Ort des Trauerns wünschen. Ich denke, dass dies auch für seine 4 Kinder (6-16 Jahre) wichtig wäre und sie das heute aufgrund ihrer Minderjährigkeit evtl. gar nicht abschätzen können. Dazu kommt, dass wir uns als Familie von den Vorbereitungen der Trauerfeier komplett ausgeschlossen fühlen bzw. wir nichtmal wissen, ob es eine solche überhaupt gibt.

Ist es rechtlich richtig, dass seine Lebensgefährtin dies alles allein entscheiden darf? Sie hat eine Generalvollmacht, meine Mutter aber auch! Ist es richtig, dass seine minderjährigen Kinder darüber entscheiden dürfen, wie ihr Vater beerdigt wird?

28.11.2017 | 07:54

Antwort

von


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Sehr geehrter Fragesteller,

ich beantworte Ihre Frage auf Grundlage der von Ihnen gemachten Angaben. Bitte beachten Sie, dass schon geringe Abweichungen im Sachverhalt zu einer anderen rechtlichen Bewertung führen können.

Zunächst möchte ich Ihnen mein Beileid für den erlittenen Verlust aussprechen und Ihnen viel Kraft für die Zukunft wünschen.

Die Frage der Bestattung ist ein Bereich der Totenfürsorge. Die Totenfürsorge obliegt den nächsten Angehörigen wenn keine Totenfürsorge in der Vollmacht enthalten ist. Bei Streit zwischen den Bevollmächtigten muss eine Entscheidung des Gerichts eingeholt werden. Liegt keine Totenfürsorgevollmacht vor, dürfen die nächsten Angehörigen entscheiden. Dies sind die Kinder, je nach Bundesland können das auch Minderjährige sein. Leider geht aus Ihren Daten nicht hervor in welchem Bundesland Sie ansässig sind beziehungsweise Ihr Bruder war (Dubai ist der angegebene Wohnort). Sie können aber auf www.aeternitas.de die entsprechenden Regelungen einsehen.
Wenn Ihr Bruder sich geäußert hat, geht sein Wille vor. Wie Sie schon sehr richtig festgestellt haben könnte es hier natürlich Beweisprobleme geben.

Mein Tipp: Prüfen Sie die Vollmacht Ihrer Mutter. Ist dort keine Totenfürsorgevollmacht enthalten, bestimmt der Wille des Verstorbenen, ist dieser nicht feststellbar, bestimmen die nächsten Angehörigen. Dies sind die Kinder. Sind diese nicht entscheidungsfähig (Bundesland), dürften die Eltern entscheiden.

Ich hoffe, Ihre Frage umfassend beantwortet zu haben. Sollte dies nicht der Fall sein, nutzen Sie bitte die kostenlose Nachfragefunktion.

Mit freundlichen Grüßen

Krueckemeyer
Rechtsanwalt


Nachfrage vom Fragesteller 28.11.2017 | 08:07

Vielen Dank für Ihre Antwort,
nur ich lebe mit meiner Familie zeitlich begrenzt im Ausland. Mein Bruder ist in Baden-Württemberg ansässig, ebenfalls Lebensgefährtin und seine Kinder.
Wir werden die Vollmacht prüfen, danke für den Tipp. Ich habe immer gelesen, dass der Lebenspartner an erster Stelle steht? Davon schreiben Sie nicht? Muss diese Lebensgemeinschaft eingetragen sein?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 28.11.2017 | 08:29

Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für die Nachfrage.

An erster Stelle steht tatsächlich der Ehegatte oder eingetragene Lebenspartner. Die nicht formalisierte Beziehung wird beider Totenfürsorge nicht berücksichtigt.

In Baden-Würtemberg gilt das Bestattungsgesetz Baden-Würtemberg.
Hier heißt es in § 31 Abs. 1 Satz 1 "Für die Bestattung müssen die Angehörigen (§ 21 Abs. 1 Nr. 1) sorgen." Satz 2 "Für die Reihenfolge der Verpflichteten gilt § 21 Abs. 3 entsprechend."
In § 21 heißt es [...] "die Ehegattin oder der Ehegatte, die Lebenspartnerin oder der Lebenspartner, die volljährigen Kinder, die Eltern, die Großeltern, die volljährigen Geschwister und Enkelkinder der verstorbenen Person (Angehörige),"[...]
In Ihrem Fall sind die Kinder folglich nicht berechtigt (da nicht volljährig). Somit wären die Eltern entscheidungsbefugt, wenn keine Totenfürsorgevollmacht und kein Wille Ihres Bruders vorliegt.

Ich hoffe, Ihre Nachfrage umfassend beantwortet zu haben. Gerne können Sie mich bei weiteren Fragen via E-Mail kontaktieren. Über eine positive Bewertung würde ich mich freuen.

Mit freundlichen Grüßen

Krueckemeyer
Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers 28.11.2017 | 21:32


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