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Wer bezahlt (ggf. mit welchem Anteil) den Schaden ?

26.09.2012 18:36 |
Preis: ***,00 € |

Schadensersatz


Beantwortet von

Rechtsanwältin Jutta Petry-Berger


Da unser PKW-Stellplatz des öfteren durch fremde Nutzer besetzt wurde, haben wir dort eine abschließbare Parkplatzsperre aus verzinktem Stahlrohr erstellen lassen.
Nach nur kurzer Zeit wurde diese dann durch einen rangierenden PKW-Fahrer beim Rückwärtsfahren übersehen und angefahren (Sperrbügel erheblich verbogen, der einbetonierte Pfosten locker, eventuell angebrochen etc.). Die Sperre konnte aber noch benutzt werden. Noch bevor eine Reparatur oder Ersatz erfolgen konnte, fährt wenige Tage später ein zweiter PKW gegen die Sperre, was nun zur Folge hatte dass die Sperre am Stahlpfosten unten an der Bodenplatte abgebrochen ist und der Bügel meines Erachtens noch stärker verbogen wurde.
Die Verursacher sind namentlich bekannt und haben beide auch erhebliche Schäden an ihren Fahrzeugen.
Wie sich die einzelnen Schäden der Höhe nach bewerten und beziffern lassen, lässt sich für mich nicht feststellen.
Aber wer muss nun den Schaden bezahlen und ggf. mit welchem Anteil ?

Ich möchte keinen bevor- oder benachteiligen und mich bei der Schadensregulierung rechtmäßig verhalten. Bitte geben Sie mir eine klärende Rückantwort, vielen Dank.

Sehr geehrter Fragesteller,

ich bedanke mich für Ihre online-Anfrage, zu der ich wie folgt Stellung nehme:

Grundsätzlich kann ein Schädiger der Schadenszurechnung nicht entgegenhalten, dass außer der von ihm gesetzten Ursache noch andere, außerhalb seines Verantwortungsbereichs liegende Gründe zum Schaden geführt haben. Dies gilt unabhängig davon, ob jede Ursache für sich allein oder nur einige oder alle gemeinsam den Schaden herbeigeführt haben.

Hätte jede der beiden Ursachen auch für sich allein den eingetretenen Schaden vollumfänglich herbeiführen können, dann liegt eine sogenannte konkurrierende Kausalität vor. In diesem Fall haftet jeder für sich auf vollen Ersatz. Hierfür wird festgestellt werden müssen, ob sowohl der erste als auch der zweite Unfall für sich allein ausgereicht hätte, um den gesamten Schaden an der Parksperre herbeizuführen. Ihre Sachverhaltsschilderung spricht eher dafür, dass der Schaden teilweise durch das eine und teilweise durch das andere Ereignis verursacht worden ist. In diesem Fall besteht lediglich eine voneinander abzugrenzende Teilverantwortlichkeit beider Schädiger. Inwiefern die Schäden voneinander abgrenzbar sind, wird aller Voraussicht nach verbindlich nur durch ein Sachverständigengutachten geklärt werden können. Ggf. kann auch bereits ein Fachunternehmen aufgrund Ihrer Angaben einen Kostenvoranschlag erstellen, der die Schäden voneinander abgrenzt, so dass hiernach Erst- und Zweitschädiger nur in Höhe des Schadensteils in Anspruch genommen werden können, den er verursacht hat. Liegt hingegen kein abgrenzbares Schadensbild vor, dann wird - wie bereits ausgeführt - auch der Zweitschädiger aufgrund seiner Mitursächlichkeit für den vollen Schaden haften.

Ich hoffe, Ihnen eine hilfreiche erste Orientierung gegeben zu haben und verbleibe

mit freundliche Grüßen

J. Petry-Berger
Rechtsanwältin

Nachfrage vom Fragesteller 01.10.2012 | 12:23

Guten Tag Frau Rechtsanwältin Petry-Berger,
da der Schaden in beiden Fällen jedoch auch bei den Schädigern zu erheblichen Schäden an ihren PKWs geführt hat und nach Rücksprache mit einer Fachfirma wohl beide Unfälle für sich allein ausgereicht hätten eine vollumfängliche Erneuerung der Parkplatzsperre herbeizuführen, gehe ich anhand Ihrer Ausführungen davon aus, dass ich für den einen Schadensgegenstand und eine Austauschmaßnahme nunmehr von beiden Schadensverursachern den vollen Schadenersatz einfordern kann, oder ?
Falls im Falle zweier Teilschäden die Schäden aufgrund eines Abgrenzungsproblems ein Sachverständigengutachten erforderlich machen, wer trägt dann seine oft nicht unerheblichen Kosten ?
Vielen Dank nochmals für ihre klärenden Auskünfte in dieser Sache !


Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 02.10.2012 | 09:49

Sehr geehrter Fragesteller,

Sie haben meine Antwort richtig verstanden: Nachdem jeder der beiden Unfälle für sich allein ausgereicht hätte, um eine vollumfängliche Erneuerung der Parkplatzsperre herbeizuführen, können Sie entweder von dem ersten oder dem zweiten Schädiger den vollen Schadensersatzbetrag einfordern.

Weiterhin sind Beweissicherungskosten, zu denen die Kosten für ein vorprozessual vom Geschädigten eingeholtes Sachverständigengutachten zählen, Teil des zu ersetzenden Schadens, wenn seine Einholung nach Sachlage geboten ist. D.h. als Auftraggeber werden Sie zwar zunächst die Kosten eines Sachverständigengutachtens zu tragen haben, von dem Unfallverursacher können Sie jedoch im Wege des Schadensersatzes die Erstattung des Rechnungsbetrages fordern. Im Falle abgrenzbarer Teilschäden, haftet jeder der Schädiger nur in Höhe seiner Haftungsquote, so dass jeder der Schädiger auch die Sachverständigenkosten nur in dem Umfang seiner Haftungsquote zu ersetzen hat.

Mit freundlichen Grüßen
J. Petry-Berger
Rechtsanwältin

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