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Wer bezahlt die Tierarztrechnung vor dem Pferdekauf

03.12.2020 20:05 |
Preis: 70,00 € |

Tierrecht, Tierkaufrecht


Beantwortet von


01:08

Zusammenfassung: Es geht um die tierärztlichen Behandlungskosten (oder AKU) vor, während und nach dem Pferdekauf.

Guten Abend,

ich habe heute eine Rechnung von knapp 300 Euro von einem Tierarzt für eine Behandlung am Hinterbein (Einschuss) bekommen.

Folgender Hintergrund:
An Tag X war die Ankaufsuntersuchung (kurz AKU). An diesem Tag - beim Vortraben - ist das Pferd lahm gegangen und man hat entdeckt, dass das Pferd hinten einen Einschuss hatte.
Es wurde vereinbart, dass nach der Behandlung und Genesung eine erneute AKU stattfinden würde.
Knapp eine Woche später haben wir erneut die AKU gemacht. Pferd kam ohne Befund durch und wenige Tage später habe ich den Kaufvertrag unterschrieben.

Nun zu meiner Frage:
Meiner Meinung nach müsste nicht ich die Kosten der Behandlung tragen, da ich zu dem Zeitpunkt noch nicht das Eigentum an dem Pferd erlangt habe und somit keinerlei Pflichten hatte. Ich hatte lediglich Interesse an einem Kauf. Falls das Pferd einen Befund gehabt hätte, hätte ich es nicht gekauft.
Die Kosten der Behandlung müsste doch somit eigentlich der vorherige Eigentümer tragen.

Mit freundlichen Grüßen und viel Dank im Voraus!

Einsatz editiert am 03.12.2020 20:16:28
03.12.2020 | 21:33

Antwort

von


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Gerne zu Ihrer Frage:

Ich habe heute eine Rechnung von knapp 300 Euro von einem Tierarzt für eine Behandlung am Hinterbein (Einschuss) bekommen.

Die Kosten der Behandlung müsste doch somit eigentlich der vorherige Eigentümer tragen.


Antwort: Grundsätzlich muss der oder die Auftraggeber*in die Tierarztrechnung bezahlen. („Wer die Musik bestellt, muss sie auch bezahlen")

Auch die Eigentumsfrage ist eo ipso nicht entscheidend. Denn gemäß § 446 Satz 1 BGB geht die Gefahr der zufälligen Verschlechterung mit der Übergabe der verkauften Sache vom Verkäufer auf den Käufer über.

Aber: Entweder können Sie sich das Geld aufgrund vertraglicher oder vorvertraglicher Verhältnisse wiederholen.

Dann kommt es darauf an, wann zu welcher Zeit mit welchen erkennbaren Mängeln das Pferd beschaffen war. Denn eine Phlegmone kann im Anfangsstadium oft gar nicht wahrnehmbar sein, während im fortgeschrittenen Stadium der Mangel nicht zu übersehen ist.


Ferner ist der Kaufvertrag und die darin ggf. enthaltene (oder ausgeschlossene) Gewährleistung bzw. ggf- Beschaffenheitsvereinbarungen heran zu ziehen.

Vorbehaltlich, dass mir der nicht vorliegt, gehen ich von folgendem Vertragsinhalt aus:


„Es wurde vereinbart, dass nach der Behandlung und Genesung eine erneute AKU stattfinden würde.
Knapp eine Woche später haben wir erneut die AKU gemacht. Pferd kam ohne Befund durch und wenige Tage später habe ich den Kaufvertrag unterschrieben."



Damit ist klar, dass für Sie mit Unterschrift unter den Kauvertrag „wenige Tage später" ein Mangel nicht (mehr) erkennbar war, mithin ein solcher als Mangelbeschaffenheit nicht akzeptiert wurde.

Die Crux ist die, dass nicht expressis verbis vereinbart wurde, wer nach Genesung die erneute AKU bezahlen sollte.

Wurde der Begriff AKU als „Ankaufsuntersuchung" wörtlich oder im Gesamtzusammenhang sinngemäß verwendet, spricht das bei einer objektiven und verständiger Würdigung eines gut informierten Dritten (im Zweifel also das Gericht) dafür, dass vorvertraglich der Verkäufer und Eigentümer diese AKU zu zahlen hat.

Ein gewisses Konfliktpotential sehe ich dann allenfalls noch darin , dass man zwischen AKU und der dann folgenden Behandlung unterscheiden müsste. Ein verständiges Gericht würde das aber wohl als „lebensfremd" betrachten und letztlich zu Ihren Gunsten entscheiden.


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwalt Krim.-Dir. a.D. Willy Burgmer

Rückfrage vom Fragesteller 03.12.2020 | 21:44

Guten Abend,

Vielen Dank für Ihre Antwort.

Allerdings haben Sie mich missverstanden.
Es geht hier nicht um die Bezahlung der AKU - diese habe ich bereits bezahlt wie vereinbart - sondern um die Kosten die entstanden sind um den Einschuss vor dem Kauf zu behandeln.
Dort wurde eine Tierärztliche Behandlung, Medikamente und Unterbringung in Rechnung gestellt.

Ich hoffe, dass es nun klarer ist.


Mit freundlichen Grüßen

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 04.12.2020 | 01:08

Gerne zu Ihrer Nachfrage:

Das hatte ich mit meiner Anwort vorsorglich schon berücksichtigt:

"Ein gewisses Konfliktpotential sehe ich dann allenfalls noch darin , dass man zwischen AKU und der dann folgenden Behandlung unterscheiden müsste. Ein verständiges Gericht würde das aber wohl als „lebensfremd" betrachten und letztlich zu Ihren Gunsten entscheiden".

Denn zwar geht gemäß § 446 Satz 1 BGB die Gefahr der zufälligen Verschlechterung mit der Übergabe der verkauften Sache vom Verkäufer auf den Käufer über, was ich das Risikopotential nannte.

Ansich muss nämlich der Käufer beweisen, dass der Mangel schon bei der Übergabe des Pferdes vorlag. Als Verbaucher müsste Ihnen ein Pferdhändler allerdings innerhalb von 6 Monaten umgekehrt beweisen, dass das Pferd bei der Übergabe keinen Mangel hatte.

Wie dem auch sei:

Ihre vorvertraglichen bzw. auch vertraglichen Vereinbarungen ("Falls das Pferd einen Befund gehabt hätte, hätte ich es nicht gekauft") zeigen aber bei "verständiger Würdigung", dass die Behandlung auf Kosten des Verkäufers mit eingepreist war und der Verkäufer mit der Vorstellung beim Tierarzt vorher einverstanden war (was im Gewährleistungsrecht wichtig ist.)

Ich hoffe, ich konnte Ihnen weiter helfen und verbleibe
Mit freundlichen Grüßen
Ihr
Willy Burgmer
- Rechtsanwalt





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