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Wer benachrichtigt mich über einen Erbanspruch ?

23.10.2014 11:44 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Mein Vater ist vor kurzem plötzlich verstorben, meine Mutter lebt noch. Sie sind verheiratet und wohnen zusammen zur Miete. Wir sind 2 Kinder. Ich weiss nicht, ob mein Vater ein Testament hinterlassen hat oder nicht. Es gibt keine Schulden, aber Barvermögen. Meine Mutter gibt mir keine Auskunft, über ein evtl. Erbe. Die Frage ist nun, ob das Nachlassgericht mich auf jeden Fall benachrichtigt, bzw. wer mir eigentlich mitteilt, dass ich einen Erbanspruch habe. Einen Erbschein kann ich nicht beantragen, da ich die notwendigen Urkunden von meiner Mutter nicht bekommen würde. Vielen Dank

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

"Die Frage ist nun, ob das Nachlassgericht mich auf jeden Fall benachrichtigt, bzw. wer mir eigentlich mitteilt, dass ich einen Erbanspruch habe."

Das Nachlassgericht wird von sich aus nicht tätig. Nur wenn ein Testament dem Nachlassgericht zugeht, würde es die Testamentseröffnung durchführen und hierfür die Beteiligten informieren. In Ihrem Falle müssten Sie jedoch selbst tätig werden, um Ihre Rechte durchzusetzen. Da Sie mangels Kenntnis über ein mögliches Testament von der gesetzlichen Erbfolge ausgehen müssen, wären Sie Miterbin zu 1/4. Daher hätten Sie gegenüber Ihrer Mutter als Erbschaftsbesitzerin einen Auskunftsanspruch nach § 2027 BGB über den Bestand der Erbschaft und über den Verbleib von Erbschaftsgegenständen. Sollte Ihre Mutter der Ihr Erbrecht bestreiten, muss sie darlegen, warum die gesetzliche Erbfolge nicht gilt. Nach Auskunft kann dann in der Erbengemeinschaft die Auseinandersetzung erfolgen.

Wenn Sie nicht Miterbin sein sollten, z.B. aufgrund eines anderlautenden Testaments Ihres Vaters, hätten Sie dennoch als Pflichtteilsberechtigte einen Auskunftsanspruch gegen den Erben nach § 2314 BGB.

"Einen Erbschein kann ich nicht beantragen, da ich die notwendigen Urkunden von meiner Mutter nicht bekommen würde."

Da von der gesetzlichen Erbfolge ausgegangen werden muss, ist im Erbscheinsantragsverfahren nicht viel darzulegen. Sie müssten lediglich den Tod Ihres Vater durch die Sterbeurkunde und Ihre Stellung als Abkömmling nachweisen.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Nachfrage vom Fragesteller 25.10.2014 | 09:14

Hallo Herr Wessel, vielen Dank für die Antwort. Das beudeutet dann, wenn meine Mutter mir die Sterbeurkunde nicht gibt und auch keine Informationen, ob es ein Testament gibt, müsste ich anwaltlich gegen sie vorgehen ? Falls es ein Testament gibt, würde mich dann das Nachlassgericht benachrichtigen ? Und wenn ja, in welchem Zeitraum ? Gibt es eine Frist, die ich einhalten muss, um einen Erbanspruch geltend zu machen ? Vielen Dank

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 27.10.2014 | 11:58

Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank Für Ihre Nachfragen!

"Das beudeutet dann, wenn meine Mutter mir die Sterbeurkunde nicht gibt und auch keine Informationen, ob es ein Testament gibt, müsste ich anwaltlich gegen sie vorgehen ?"

Die Sterbeurkunde können Sie als Kind auch selbst beim Standesamt beantragen. Die Frage ist aber, ob und wofür Sie überhaupt einen Erbschein benötigen. Wenn es kein Testament gibt, sind Sie Miterbe in einer Erbengemeinschaft. Diese gilt es dann auseinanderzusetzen. Hierfür brauchen Sie jedoch keinen Erbschein, sondern Sie müssen eine entsprechende Klärung innerhalb der Erbengemeinschaft herbeiführen. Die gesetzlichen Erbquoten dürften dabei unstreitig sein.

"Falls es ein Testament gibt, würde mich dann das Nachlassgericht benachrichtigen ? Und wenn ja, in welchem Zeitraum ?"

Falls ein Testament dem Nachlassgericht vorliegt bzw. dort abgeliefert wird, erfolgt die Eröffnung von Amts wegen. Beteiligte sind dabei vom Nachlassgericht zu informieren. Es ist jedoch zu empfehlen, zur Beschleunigung selbst beim Nachlassgericht vorzusprechen. Einen vorgeschriebenen Zeitraum gibt es nicht.

"Gibt es eine Frist, die ich einhalten muss, um einen Erbanspruch geltend zu machen ?"

Der Herausgabeanspruch gegenüber dem Erbschaftsbesitzer verjährt nach § 197 Abs. 1 Nr. 2 BGB in 30 Jahren.

Mit freundlichen Grüßen

Gunnar Wessel
Rechtsanwalt

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