Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Wer behält das Auto nach dem Auszug aus der ehelichen Wohnung?

| 11.10.2009 17:34 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Folgendes Problem:
Ich bin vor einer Woche aus der ehelichen Wohnung ausgezogen. Meine Frau beansprucht nun mein Auto und droht mit dem Richter!

Dazu folgende Eckpunkte:
- Meine Frau hat kein eigenes Einkommen und auch keine Arbeit, ist aber auf der Suche (dafür würde ich ihr das Auto leihen!).
- Wir haben 2 gemeinsame Kinder um die sie sich kümmert.
- Schule, Kita und alle Geschäfte (Lebensmittel, Kleidung, Einkaufsstraße) liegen im Umkreis von Fuß- und Radweg. Längster regelmäßiger Weg zur Kita dauert zu Fuß ca. 20 Minuten, mit dem Rad 10 Minuten, Räder mit Anhänger sind vorhanden! Kürzester regelmäßiger Weg ist die Schule (Fußweg ca. 3 Minuten).
- Das Auto habe ich viele Jahre vor der Eheschließung bar gekauft, es wurde nie finanziert, schon gar nicht aus einem gemeinsamen Haushaltskonto.
- Das Auto läuft und lief immer auf meinen Namen.
- Alle Kosten des Autos wurden immer von meinem Konto abgebucht. Meine Frau hat ein eigenes Konto, dieses wurde nie mit Kosten des Autos belastet.
- Ich brauche es, wenn auch sehr selten, um damit zur Arbeit zu gelangen oder für diese etwas zu organisieren. Eigentlich fahre ich seit Jahren mit öffentlichen Verkehrsmitteln.
- Meine Frau hat das Auto immer für die Erledigungen des täglichen Bedarfs genutzt.
- Meine Frau hat die Ehe verlassen und einen neuen Partner. Dieser wird am Wochenende in der Wohnung wohnen und er hat ein Auto.

Nun folgende Fragen:
1. Kann meine Frau das Auto beanspruchen um für die Kinder zu sorgen oder ist es mein Eigentum und ich darf es mit in meine neue Wohnung nehmen?
2. Falls Sie dies könnte, wer trägt dann die laufenden Kosten (Treibstoff, Werkstatt, Steuer, Versicherung)? Das Auto ist 10 Jahre alt und ich überlege schon es abzuschaffen. Die Werkstattaufenthalte des Autos werden nämlich deutlich mehr.
3. Könnte ich es einfach abschaffen um dem Streit aus dem Weg zu gehen?

Vielen Dank für eine rechtsverbindliche Antwort!

Sehr geehrter Fragesteller,

gerne beantworte ich Ihre Frage.

1. Ihre Frau hätte nur dann eventuell einen Anspruch auf Überlassung des PKW wenn er Haurat wäre. Hausrat können nur die im gemeinsamen Eigentum stehenden Gegenstände sein, wozu grundsätzlich auch der sog. "Familien-PKW" zählen kann. Wenn nach § 1568 b II BGB Alleineigentum feststeht, dann liegt kein Hausrat vor. Nach Ihren Angaben sind Sie definitiv Alleineigentümer des PKW, denn er war schon vor Eheschließung vorhanden. Als Alleineigentümer sind Sie berechtigt den PKW mitzunehmen. Selbst wenn das Auto Hausrat wäre, lägen wohl die Vortaussetzungen des § 1568 b I BGB nicht vor, denn aus Gründen des Kindeswohls und Ihrer Lebensumstände kann ich nicht erkennen, dass eine Überlassung an die Frau der Billigkeit entsprechen würde. Über diesen Punkt könnte man aber streiten.

Da aber eindeutig Alleineigentum vorliegt, scheiden Ansprüche der Ehefrau aus.

2. Wenn Ihre Frau den Wagen übernehmen würde, wäre Sie verpflichtet die laufenden Kosten zu tragen. Desweiteren hätten Sie nach § 1568 b III BGB Anspruch auf eine angemessene Ausgleichszahlung. Da Ihre Frau nicht über Mittel verfügt, dürfte auch unter diesem Gesichtspunkt eine Übernahme durch die Frau ausscheiden.

3. Ja, als Eigentümer könnten Sie es verkaufen oder sonstwie abschaffen.

Wenn Ihre Frau meint einen Anspruch auf den PKW zu haben, müsste Sie einen Antrag beim Familiengericht stellen.

Angesichts der obigen Ausführungen, sehe ich aber für Sie gute Aussichten.


Nachfrage vom Fragesteller 12.10.2009 | 10:16

Hallo Herr Anwalt

Vielleicht wurde es in meiner Frage nicht so deutlich, vielleicht ist der Umstand auch unerheblich.

Meine Frau behauptet, in dem Trennungsjahr, also vor der Scheidung, hätte ich keinen Anspruch auf das Auto da sich an ihren Lebensumständen und denen der Kinder nichts ändern darf. Ich bin ja erst vor einer Woche ausgezogen und das Trennungsjahr wird ja etwas anders behandelt als der Unterhalt danach. Oder liege ich da jetzt total falsch?

Ansonsten war die Beantwortung der Frage mit den Verweisen auf das BGB super und sehr hilfreich! Nochmals vielen Dank dafür!

MfG

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 12.10.2009 | 12:41

Sehr geehrter Fragesteller,

gerne komme ich auf Ihre Nachfrage zurück. Die Auffassung Ihrer Frau ist so nicht richtig. Es kommt hier nicht auf den Unterschied Trennung und Zeit nach der Scheidung an. Wenn man Ihren PKW als Familienauto und damit als Hausrat behandeln würde, dann hätte Ihre Frau nur einen Anspruch auf Weiternutzung, wenn Ihnen dies als Eigentümer zugemutet werden kann und Ihre Frau zwingend auf die Nutzung angewiesen wäre, etwa im Interesse der Kinder.

Angesichts der von Ihnen geschilderten Umstände und auch, weil Sie den PKW auch beruflich nutzen, würde ich hier keine Ausnahme machen, da Sie eindeutig Alleineigentümer sind. Bei der Frage der Nutzung wird aber Ihr Eigentum nicht tangiert, d.h. Ihre Rechtw als Eigentümer bleiben erhalten. Wenn Sie den Wagen jetzt verkaufen, dann ist das rechtmäßig und wirksam.

Sie können der Forderung Ihrer Frau gelassen entgegensehen. Natürlich können Sie Ihr den Waen freiwillig gegen Übernahme der laufenden Kosten übergeben um den Streit zu beenden.

Bei Rückfragen oder weiterem Beratungsbedarf stehe ich gerne unter meiner mail zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Oliver Wöhler, Rechtsanwalt und Fachanwalt für Familienrecht und Arbeitsrecht

Bewertung des Fragestellers 11.10.2009 | 19:57

Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

"Sehr schnelle und angemessen umfangreiche Antwort auf meinen, wenn auch recht einfachen, Sachverhalt. Deshalb volle Punktzahl! Vielen Dank!"
FRAGESTELLER 11.10.2009 5/5,0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 70814 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
4,8/5,0
letztlich hab mir die Antwort insoweit geholfen das ich mir ein besseres Bild von meiner Situation machen konnte. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Die Beantwortung hat mir in der Situation immerhin bestätigt das ich zu recht etwas vorsichtig vorgehen musste. Dafür vielen lieben Dank. ...
FRAGESTELLER
4,4/5,0
Nach meiner Rückfrage war die Antwort für mich dann plausibel und hilfreich, wenn auch nicht positiv. Hat gut geklappt. Vielen Dank ...
FRAGESTELLER