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Wer beauftragt die Handwerker nach Leitungswasserschaden in Mietwohung?

| 07.10.2009 02:51 |
Preis: ***,00 € |

Mietrecht, Wohnungseigentum


Beantwortet von


Sehr geehrte Damen und Herren,

ich habe in unserer Mietwohnung einen (Leitungs-)Wasserschaden verursacht.
Der Vermieter drängt mich nun mit zunehmender Schärfe (er ist Rechtsanwalt), daß ich Handwerker beauftragen soll, die den Schaden im Fußboden und an der Decke der darunterliegenden Wohnung beseitigen.
Der Vertreter meiner Haftpflichtversicherung rät mir dringend davon ab, selbst die Handwerker zu beauftragen. Dies sei eindeutig Aufgabe des Vermieters. Dies habe ich meinem Vermieter auch mitgeteilt, der dies aber vollständig ignoriert.
Weiterhin habe ich in der Zwischenzeit festgestellt, daß ich - im Gegensatz zur Aussage meines Vermieters - einen Anspruch darauf habe, daß die Gebäudeversicherung mit ins Boot geholt wird (BGH-Entscheidung).

Was stimmt nun und was soll ich tun?
Können Sie mir eine Antwort auf die unten angefügte letzte EMail meines Vermieters formulieren?
Können Sie mir das Aktenzeichen der oben angesprochenen BGH-Entscheidung nennen?

Mit freundlichen Grüßen!

---
(5.10.2009)

Sehr geehrter Herr ...,

es scheint mir, Sie verkennen da ein wenig die Verteilung der
Verantwortlichkeiten:

1. mein Ansprechpartner sind primär Sie als derjenige der den Schaden zu
verantworten hat;

2. die Versicherung ist Ihnen gegenüber aus dem Versicherungsverhältnis
verpflichtet, nicht mir gegenüber. Die Abwicklung mit der Versicherung
obliegt daher auch insoweit Ihnen. Und das Risiko, dass die Versicherung
nicht oder nur zögerlich reguliert, ist nicht meines.

3. Ungeachtet dessen habe ich geduldig zugewartet, um auf Ihr Interesse
Rücksicht zu nehmen, mit den Kosten nicht in Vorlage treten zu müssen. Um so
mehr bin ich offen gesagt irritiert, dass Sie nunmehr meinen, den schwarzen
Peter dafür, dass es nicht vorangeht, mir zuschieben und mich, wenn ich
nach längerer Zeit freundlich anfrage, kühl auf eine Mail Ihrerseits
verweisen zu sollen.

4. Ganz unabhängig davon: Ihre Versicherung hat bei mir keine weiteren
Informationen oder Unterlagen angefordert, seit ich dieser den Fragebogen
mit Datum 27.07.09 übersandt habe!

5. Inzwischen drängt auch Fam. ...[Untere Wohnung] auf umgehende Beseitigung des Schadens
in deren Wohnung - völlig verständlicherweise.

6. Ich erwarte, dass Sie die Sache nunmehr sofort in die Hand nehmen und
eine entsprechende Sachstandsmitteilung bis zum 07.10.09. Ansonsten werde
ich die Angelegenheit zur Abwicklung in mein Büro geben.

7. Den Ablauf, wie er von der Sache her geboten ist, habe ich bereits in der
Mail vom 25.07.09 benannt. Hinsichtlich des Ortstermins gilt, was ich in der
Mail von gestern ausgeführt habe.

Wenn Sie mich anrufen möchten, stehe ich gerne zur Verfügung. Meine Nummern
haben Sie ja.

Sie werden gemerkt haben, dass mich Ihre Mail verärgert hat.

Mit freundlichen Grüßen

07.10.2009 | 04:34

Antwort

von


(1135)
Kurfürstendamm 70
10709 Berlin
Tel: 03036445774
Web: http://www.rechtsanwalt-weber.eu
E-Mail:
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Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich basierend auf Ihren Angaben und gemäß der Höhe Ihres Einsatzes wie folgt beantworten möchte:

Ich vermute, Sie meinen folgendes Urteil:
Urteil des BGH vom 03.11.2004
VIII ZR 28/04
BGHR 2005, 352

Darin führt der BGH aus, daß der Vermieter grundsätzlich den Gebäudeversicherer in Anspruch zu nehmen hat, wenn eine solche Versicherung besteht und der Mieter den Schaden nicht grob fahrlässig oder vorsätzlich verursacht hat.

Die Vermieter muß bei einem größeren Schaden stets selbst die Handwerker beauftragen. Daher sollten Sie dies nicht selbst tun, da die Rechnung des Handwerkes dann ersteinmal auf Ihren Namen geht, es wird dann schwierig, den Versicherer einzuschalten.

Entsprechend des oben genannten Urteils muß auch der Gebäudeversicherer benachrichtigt werden. Ich gehe davon aus, daß der Vermieter Vertragspartner der Versicherung ist, nicht Sie. Daher ist er auch der primäre Ansprechpartner für die Versicherung.
(Zur Klarstellung: Vertragspartner ist der, der den Vertrag unterschrieben hat, nicht zwingend der, der Teile der Prämien bezahlt.)

Da der Vermieter droht, seine Kanzlei einzuschalten, sollten Sie unbedingt selbst einen Anwalt einschalten, um Waffengleichheit zu erreichen.

Eine Antwort zu formulieren, ist insofern schwierig, da ich die vorherige Kommunikation, insbesondere den prognistizierten Ablauf, und andere Details wie Fragebogen der Versicherung etc. nicht kenne.

In dem Schreiben sollten Sie auf jeden Fall das BGH-Urteil (mit Az. und Datum) nennen, und darauf hinweisen, daß der Vermieter Vertragspartner der Versicherung sei sowie daß zwischen Ihnen und der Versicherung keinerlei rechtliche Beziehungen bestehen.

Es ist jedoch empfehlenswert, erstmal kein Schreiben abzusenden, sondern den Fall gleich einem Anwalt vorzulegen, damit dieser nach vollumfänglicher Beurteilung selbst ein Schreiben verfaßt.

Ich hoffe, Ihre Frage damit beantwortet zu haben. Bitte benutzen Sie bei Bedarf die kostenlose Nachfragefunktion.

Ansonsten verbleibe ich
mit freundlichen Grüßen,

Robert Weber
Rechtsanwalt

Das Zurückhalten relevanter Informationen kann die rechtliche Beurteilung radikal verändern. Diese Beurteilung ist lediglich eine erste rechtliche Orientierung.


Rückfrage vom Fragesteller 07.10.2009 | 13:18

Sehr geehrte Herr Weber,

ersteinmal vielen Dank für Ihr Antwort.

Könnten Sie folgenden Punkt bitte noch etwas präzisieren:
"Die Vermieter muß bei einem größeren Schaden stets selbst die Handwerker beauftragen. Daher sollten Sie dies nicht selbst tun, da die Rechnung des Handwerkes dann ersteinmal auf Ihren Namen geht, es wird dann schwierig, den Versicherer einzuschalten."

Was stellt einen "größeren Schaden" dar? Für mich sind die im Raum stehenden 6.000,- plus Euro schon ein sehr großer Betrag.

Können Sie die Aussage noch belegen? Paragraphen, Urteile o.ä.?

Mit freundlichen Grüßen,

Ratsuchender

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 07.10.2009 | 20:04

Sehr geehrter Ratsuchender,

ein größerer Schaden im Sinne meiner Antwort ist jeder Schaden, der kein Bagatellschaden ist. Als Bagatellschaden wird jeder Schaden von gleich oder weniger als 50 € (BGH 8. Senat ZR 38/90 vom 15.05.91) oder 75 € (OLG Hamburg (WM 1991, 385) und München(WM 1991, 388)) angesehen.
Da in Ihrem Fall die Bagatellgrenze überschritten ist, liegt ein größerer Schaden vor.

Der Vermieter muß die Handwerker beauftragen, weil er Eigentümer der Wohnung ist und Ihnen gegenüber zur Instandhaltung der Wohnung verpflichtet ist. Dies ergibt sich aus § 535 Abs. 1 Satz 2 BGB . Zwar können die Instandhaltungspflichten auch auf den Mieter abgewälzt werden, jedoch aufgrund der genannten Urteile nicht oberhalb der oben genannten Bagatellgrenze.

Mit freundlichen Grüßen,

Robert Weber
Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers 07.10.2009 | 20:28

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Meinen herzlichen Dank an Herrn Weber!

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