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Wenn meine Mutter ein handgeschriebenes Testament erstellen möchte, in dem meinem Stiefvater ein leb

| 16.09.2009 09:37 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Sehr geehrte Damen und Herren,

folgender Sachverhalt:
Meine Mutter seit 1980 in zweiter Ehe verheiratet, es gilt gesetzl. Zugewinngemeinschaft. Sie erbte von ihrer Mutter 1993 das Haus mit Grundstück. Wenn meine Mutter ein handgeschriebenes Testament erstellen möchte, in dem meinem Stiefvater ein lebenslanges Wohnrecht, Hausstand und Bargeld vermacht wird und mir als Tochter das Haus mit dem Grundstück vererbt wird, darf meine Mutter das Testament alleine unterschreiben? Ist dieses Testament gültig? Meines Wissens ist Sie im Grundbuch als Besitzerin alleine eingetragen. Durch schweren Alkoholmissbrauch und daraus entstandenen Differenzen wird mein Stiefvater mit hoher Wahrscheinlichkeit kein Testament unterschreiben.

Mit freundlichem Gruß

Sehr geehrte Ratsuchende,

Ihre Anfrage beantworte ich unter Berücksichtigung Ihrer Angaben und Ihres Einsatzes wie folgt:

Mit einem Testament kann der Erblasser von der gesetzlichen Erbfolge abweichen und so seine eigenen Vorstellungen bezüglich des Erbes an Stelle der gesetzlichen Erbfolge setzen.

Will der Erblasser ein Testament erstellen, stehen ihm von der Form her verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung. Am häufigsten wird das eigenhändige Testament genutzt. Daneben besteht die Möglichkeit, das Testament vor einem Notar zu errichten. Natürlich kann der Erblasser auch ein eigenhändiges Testament unter fachkundiger Beratung eines Rechtsanwalts errichten.

Ihre Mutter kann daher selbstverständlich ein eigenhändiges Testament schreiben. Da es sich um den letzten Willen Ihrer Mutter handelt, wird dieses Testament auch nur von ihr unterschrieben, damit es gültig ist.

Da Ihre Mutter Alleineigentümerin des Hauses ist und im Güterstand der Zugewinngemeinschaft lebt, ist zu beachten, dass Ihr Stiefvater Anspruch auf 50% des Hauses hat. Dies kann im Testament geändert werden bis zur Enterbung, so dass ihm in diesem Fall nur noch 25% des Erbes zustehen würden. Diese 25% können z.B. mit Bargeld und Wohnrecht abgegolten werden.

Möglich ist auch eine Übertragung des Hauses an Sie mit der Eintragung des Wohnrechtes im Grundbuch. Hier existieren allerdings u.U. Pflichtteilsergänzungsansprüche Ihres Stiefvaters, falls die Schenkung bis zum Erbfall noch keine 10 Jahre her ist.

Das Testament sollte in Anbetracht der weitreichenden Folgen auf jeden Fall überprüft werden.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen eine erste Orientierung geben.

Mit freundlichen Grüßen

Ute Bildstein
Rechtsanwältin

Nachfrage vom Fragesteller 16.09.2009 | 11:26

Sehr geehrte Frau RAin Bildstein,

vielen Dank für Ihre schnelle und verständliche Antwort.
Noch eine Nachfrage:
Eine Schenkung kommt nicht in Frage, da der gesundheitliche Zustand meiner Mutter die Wahrscheinlichkeit der 10 Jahre unterschreiten könnte.

In erster Linie dient das Testament dafür, dass die 3 Brüder meines Stiefvaters nicht an dem Erbe beteiligt werden, da ich sonst Haus und Grundstück verkaufen muss.

Muss im Testament "enterbt" stehen, damit Wohnrecht, Hausstand und Bargeld als angemessen anerkannt werden. Sprich, 25%, oder, reicht dies auch aus, um den 50% gerecht zu werden?
Das Testament soll jegliche Auszahlung von Pflichtanteilen ausschließen, da ich in diesen Fällen alles verkaufen müsste. Es handelt sich um ein größeres Haus mit großem Grundstück.

Vielen Dank
Mit freundlichem Gruß

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 16.09.2009 | 12:08

Sehr geehrte Ratsuchende,

Ihre Nachfrage beantworte ich gerne wie folgt:

die 3 Brüder Ihres Stiefvaters haben nach dem Tod Ihrer Mutter überhaupt keinen Erbanspruch. Diese Sorge ist also unbegründet.

Im Testament sollte Ihre Mutter allerdings Sie eindeutig als Alleinerbin bestimmen, da ansonsten Ihr Stiefvater Miterbe wird. Bargeld, Wohnrecht und anderes kann dann z.B. auch als Vermächtnis an Ihren Stiefvater gehen. Im Gegensatz zur Erbeinsetzung bedeutet die Aussetzung eines Vermächtnisses, dass der Begünstigte einzelne Vermögensgegenstände aus dem Nachlass (wie z.B. persönliche Gegenstände, einen festgelegten Geldbetrag oder anders ) erhalten soll.

Ist einem Pflichtteilsberechtigten ein Vermächtnis zugedacht, so hat der Pflichtteilsberechtigte gem. § 2307 BGB zunächst die Möglichkeit, das Vermächtnis auszuschlagen und statt dessen den Pflichtteil zu verlangen. Nimmt der Vermächtnisnehmer das Vermächtnis an, so kann er lediglich für den Fall, dass der Wert des Vermächtnisses hinter dem Pflichtteil zurückbleibt, einen sogenannten Rest-Pflichtteil verlangen. Der Vermächtnisnehmer und zugleich Pflichtteilsberechtigte muss sich also dann, wenn das Vermächtnis nicht in der Zahlung eines Geldbetrages besteht, überlegen, welche Variante für ihn vorteilhafter erscheint.

Die Auszahlung von Pflichtanteilen kann allerdings auch nicht durch ein Testament völlig ausgeschlossen werden, es sei denn, Ihr Stiefvater verzichtet.

Mit freundlichen Grüßen

Ute Bildstein
Rechtsanwältin

Bewertung des Fragestellers 16.09.2009 | 13:35

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"Vielen Dank!!! Sie haben mir sehr geholfen. Noch zur Info: Mit den 3 Brüdern meinte ich, wenn meine Mutter kein Testament macht, was Sie ursprünglich vorhatte, da Sie der Meinung war, es würde automatisch alles an mich gehen da Sie alleinige Besitzerin ist... Das ist aber geklärt und deshalb in erster Linie das Testament, weil mein Stiefvater nichts schreiben wird.
Ich wünsche Ihnen weiterhin viel Erfolg.
Mit freundlichem Gruß"
Stellungnahme vom Anwalt:
FRAGESTELLER 16.09.2009 5/5,0
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