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Wenn einer von uns beiden ohne Testament oder andere Vereinbarung stirbt, wer erbt dann welchen Ante

28.03.2011 09:55 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von


16:22
Sehr geehrte Damen und Herren,

mein Mann und ich sind seit 1 Jahr verheiratet. Ich habe 2 erwachsene Kinder aus erster Ehe, mein Mann hat keine eigenen Kinder, aber noch Vater, Mutter, einen verheirateten Bruder mit 2 Kindern. Ein Ehevertrag, Testament oder andere Vereinbarungen bestehen nicht. Wir haben 2 Häuser, das eine gehört mir und ist zur Hälfte abgezahlt. Dort würde bei Verkauf eine größere Summe anfallen. Das andere gehört uns beiden zusammen und ist noch zu 90 % belastet, allerdings zahlt beim Tod von mir oder meinem Mann eine Risikolebensversicherung den Restwert des Hauses. Außerdem gibt es ein kleines Barvermögen, das vor der Heirat in der Hauptsache von mir angespart wurde. Dieses Konto läuft auf meinen Namen.

Meine Fragen:

Wenn einer von uns beiden ohne Testament oder andere Vereinbarung stirbt, wer erbt dann welchen Anteil des Vermögens?

Wenn mein Mann stirbt, was fließt dann in die Erbmasse? Ging mein Haus in den gemeinsamen Besitz über, als wir geheiratet haben? Ist das Ersparte auf meinem Sparkonto tatsächlich mein Vermögen oder könnten die Erben Anspruch darauf erheben? Wenn mein Mann stirbt, zahlt eine Risikolebensversicherung den Restwert des gemeinsamen Hauses, Begünstigte bin ich. Haben die Erben Anspruch darauf?

Und vor allem, gibt es die Möglichkeit zu vereinbaren, dass die Erben meines Mannes völlig ausgeschlossen werden und ich als Alleinerbin eingesetzt werde? Ich weiß, dass Kinder immer einen Anspruch auf den Pflichtteil haben, aber gilt das auch für Vater, Mutter, Bruder und dessen Kinder oder kann testamentarisch festlegen, dass sie leer ausgehen?

Und wenn das möglich ist, wo und wie schließt man eine solche Vereinbarung? Ich vermute, beim Notar. Aber wird man dort auch beraten oder müssen wir uns vorher woanders beraten lassen und schon mit festen Vorstellungen zum Notar gehen?

Vielen Dank für Ihren Rat!
28.03.2011 | 11:07

Antwort

von


(562)
Mädewalder Weg 34
12621 Berlin
Tel: 030.56702204
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Sehr geehrte Fragestellerin,

1.
Ist kein Testament vorhanden gilt die gesetzliche Erbfolge.

Im Falle Ihres Todes erbt Ihr Ehemann 1/2 und Ihre Abkömmlinge ebenfalls 1/2; <a href="http://dejure.org/gesetze/BGB/1924.html" target="_blank" class="djo_link" title="§ 1924 BGB: Gesetzliche Erben erster Ordnung">§§ 1924</a> , <a href="http://dejure.org/gesetze/BGB/1931.html" target="_blank" class="djo_link" title="§ 1931 BGB: Gesetzliches Erbrecht des Ehegatten">1931 BGB</a> .

Im Falle des Todes Ihres Mannes, erben Sie 3/4 und die Eltern Ihres Mannes 1/4; <a href="http://dejure.org/gesetze/BGB/1925.html" target="_blank" class="djo_link" title="§ 1925 BGB: Gesetzliche Erben zweiter Ordnung">§§ 1925</a> , <a href="http://dejure.org/gesetze/BGB/1931.html" target="_blank" class="djo_link" title="§ 1931 BGB: Gesetzliches Erbrecht des Ehegatten">1931 BGB</a> . Solange beide Elternteile Ihres Mannes leben, bleibt der Bruder und seine Abkömmlinge unberücksichtigt.

2.
Der Nachlass umfasst nur das Eigentum der Erblassers. Miteigentumsanteile oder Eigentum des überlebenden Ehegatten sind nicht Bestandteil des Nachlasses. Da in der gesetzlichen Güterstand der Zugewinngemeinschaft jeder Ehegatte Eigentümer seines Eigentums bleibt und kein gemeinsames 'eheliches Eigentum' entsteht bleibt das Eigentum des überlebenden Ehegatten bei der Bestimmung des Nachlasses unberücksichtigt.

3.
Wenn Sie die einzige Verfügungsberechtigte des Sparbuchs sind, sind Sie auch Eigentümerin des Vermögens.

4.
Die Risikolebensversicherung gehört nicht zum Nachlass, wenn ein Bezugsberechtigter bestimmt worden ist. Dies ist nach Ihrer Schilderung der Fall.
Sollten allerdings Pflichtteilsansprüche geltend gemacht werden, erhöht die Risikolebensversicherung den fiktiven Nachlasswert um den Rückkaufwert der Lebensversicherung zum Todeszeitpunkt nach <a href="http://dejure.org/gesetze/BGB/2325.html" target="_blank" class="djo_link" title="§ 2325 BGB: Pflichtteilsergänzungsanspruch bei Schenkungen">§ 2325 BGB</a> .

5.
Wenn Sie sich gegenseitig als Alleinerben einsetzen, können Ihre Kinder und die Eltern Ihres Mannes Pflichtteilsansprüche geltend machen; 2303 BGB. Der Bruder Ihres Mannes und dessen Abkömmlinge haben keinen Pflichtteilsanspruch.

6.
Ein Testament können Sie selbst oder vor einem Notar aufsetzen. Sie können sich auch vom Notar oder einem Rechtsanwalt Ihrer Wahl bezüglich der Formulierung beraten lassen.


Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass diese Plattform eine ausführliche und persönliche Rechtsberatung nicht ersetzen kann,
sondern ausschließlich dazu dient, eine erste überschlägige Einschätzung Ihres Rechtsproblems auf Grundlage der von Ihnen
übermittelten Informationen von einem Rechtsanwalt zu erhalten.
Durch Weglassen oder Hinzufügen weiterer Sachverhaltsangaben Ihrerseits kann die rechtliche Beurteilung anders ausfallen.

Ich hoffe, mit der Beantwortung Ihrer Anfrage, weitergeholfen zu haben.
Für Rückfragen nutzen Sie bitte die Möglichkeit der kostenlosen Nachfrage.
Für eine weiterführende Interessenvertretung stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Ingo Bordasch
Rechtsanwalt

Tel.: 030 - 293 646 75
Fax.: 030 - 293 646 76
frag-einen-anwalt@RA-Bordasch.de

PS.: Wenn Sie diese Antwort bewerten, helfen Sie mit, diesen Service transparenter und verständlicher zu gestalten.<!--dejureok-->


Rückfrage vom Fragesteller 28.03.2011 | 15:49

Sehr geehrter Herr Bordasch,

danke für die schnelle Antwort. Ein paar Details habe ich nicht verstanden bzw. bitte ich um Vervollständigung.

zu 1: Können Sie bitte die weitere Erbfolge auf Seiten meines Mannes aufschlüsseln. Also, wer erbt welchen Anteil nach dem Ableben eines oder beider Elternteile meines Mannes. Und treten nach dem evtl. Versterben des Bruders die Nichten ein? Und mit welchen Anteil dann noch? Bleibt es immer bei dem 1/4 oder reduziert es sich weiter?

zu 4: Hier verstehe ich den Widerspruch nicht: Risikolebensversicherung gehört grundsätzlich nicht zum Nachlass, aber wenn Pflichtanteilsansprüche geltend gemacht werden, dann schon. Können Sie das ein wenig genauer erläutern, bitte? Ich habe mich bisher mit diesem Thema noch nie auseinandergesetzt.

zu 5: Wie hoch sind die Pflichtteilsansprüche der Eltern meines Mannes. Und wenn die versterben, gibt es dann auch für den Bruder und seine Kinder Pflichtteilsansprüche und wenn ja, wie hoch sind diese? Wenn ich Sie richtig verstanden habe, kann ich durch ein Testament den Anspruch der Erben meines Mannes zumindest auf den Pflichtteil reduzieren. Geht das auch, wenn das für meine Kinder nicht gelten soll? Worauf ich hinaus will: Die Ansprüche der Erben meines Mannes sollen auf das absolute Minimum reduziert werden, meine Kinder und mein Mann sollen aber normal abrücksichtigt werden. Wie gelingt das?

Danke und freundliche Grüße

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 28.03.2011 | 16:22

Sehr geehrte Fragestellerin,

1.
Die Anteile verändern sich nicht. Wenn ein Elternteil Ihres Mannes bereits verstorben ist, erben dessen Anteil deren Kind. Ist auch dieses Kind bereits verstorben geht derselbe Anteil weiter an dessen Kinder. Sind mehrere Kinder vorhanden teilt sich der Erbanteil auf. Eine Reduzierung Ihres Erbanteils findet nicht statt.
Sind im Erbfall Ihres Mannes beider Elternteile bereits verstorben, erbt der Bruder Ihres Mannes 1/4.

2.
Bei der Berechnung des Pflichtteils werden auch Schenkungen berücksichtigt.
Die Risikolebensversicherung wird dabei als Schenkung des Erblassers an einen Dritten, unabhängig von der Erbschaft angesehen. Dies gilt auch, wenn der Bezugsberechtigte selbst Erbe ist.
Der Wert der Schenkung ist der Rückkaufwert der Versicherung zum Zeitpunkt des Erbfalls.
Der Wert der Schenkung wird dann bei der Berechnung des Pflichtteils dem Nachlass fiktiv hinzugerechnet.

3.
Der Pflichtteil beträgt die Hälfte des Wertes des gesetzlichen Erbteils. D.h. der Pflichtteilsanspruch der Eltern Ihres Mannes beträgt 1/8. Der Bruder Ihres Mannes und dessen Kinder sind nicht pflichtteilsberechtigt, selbst wenn die Eltern Ihres Mannes bereits verstorben sind.

4.
Hinsichtlich der genauen Formulierung des Testaments sollten Sie sich an einen Rechtsanwalt Ihrer Wahl wenden. Dieser kann ein entsprechendes Testament für Sie ausformulieren, da es mehrere Optionen gibt um das gewünschte Ziel zu erreichen und es dazu Kenntnis weitere Umstände und Wünsche Ihrerseits bedarf und darücber hinaus dies den Rahmen einer Erstberatung unter Berücksichtigung Ihres Einsatzes sprengen würde.

Gerne steht Ihnen unsere Kanzlei dazu zur Verfügung, wobei die von Ihnen hier gezahlte Erstberatungsgebühr angerechnet wird. Auch eine größere örtliche Entfernung steht einer Mandatsübernahme nicht im Wege, da die Kommunikation auch gut über Telefon, EMail, Post und Fax erfolgen kann.

Mit freundlichen Grüßen

Ingo Bordasch
- Rechtsanwalt -

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