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Wem gehört das Inventar nach einer Zwangsversteigerung?

| 08.02.2018 18:09 |
Preis: 30,00 € |

Zwangsvollstreckung, Zwangsversteigerung


Beantwortet von

Rechtsanwalt Ralf Hauser, LL.M.


Hallo,

ich habe vor einer Woche im Rahmen einer Zwangsversteigerung ein EFH in Wuppertal erworben. Die alten Eigentümer sind bereits seit mehreren Monaten ausgezogen, sodass das EFH bereits unbewohnt ist.
Mit dem entsprechenden Beschluss des Amtsgerichtes Wuppertal habe ich heute von einem Schlüsseldienst die Tür öffnen lassen und musste feststellen, dass noch sehr viel Inventar rum steht. Teilweise viele für mich wertlose Dinge (Klamotten, viele persönliche Unterlagen, Bücher usw.) aber auch sehr viele schöne Möbel (Regale, Vitrinen usw.) eine Einbauküche sowie ein Apple iMAC und andere Gegenstände.

WEM gehören nach rechtskräftigem Beschluss des Amtsgerichtes nun all diese Gegenstände? Und wie habe ich vorzugehen, falls diese nicht in meinen Besitz übergegangen sind? Die Zwangsversteigerung ist den Alteigentümern ja bereits seit mehr als einem Jahr bekannt und die Flucht/Auszug aus dem Objekt sowie die Tatsache, dass kein Einspruch gegen das Verfahren eingelegt wurde sprechen ja auch dafür, dass die Alteigentümer anscheinend kein Interesse mehr an Ihrem Inventar/Eigentum haben. Ich würde wenn möglich, dass Inventar gerne übernehmen und den Rest den ich nicht brauche entsorgen falls die alten Eigentümer Ihre persönlichen Dinge (Klamotten, Papierkram usw.) nicht mehr brauchen.

Ich hoffe sehr, dass diese Frage verbindlich beantwortet werden kann.

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Durch den Zuschlag im Zwangsversteigerungsverfahren verliert der Vorbesitzer das Grundeigentum, bleibt aber Eigentümer seiner Möbel und der anderen persönlichen Gegenstände. Sie sind neuer Eigentümer der Immobilie geworden, müssen die Möbel und Einrichtungsgegenstände allerdings an den Voreigentümer herausgeben. Wollen Sie das Haus räumen, müssen Sie das verbliebene Eigentum des Voreigentümers an den Möbeln und persönlichen Gegenständen beachten. Andernfalls machen Sie sich schadensersatzpflichtig. Sie können daher nicht einfach die Gegenstände behalten oder entsorgen.

Mit dem Zuschlagbeschluß können Sie die Immobilie räumen lassen und die Gegenstände werden dann entweder an den Voreigentümer herausgegeben oder in amtliche Verwahrung genommen.

Weil die Räumung Kosten verursacht, die Sie zunächst zu tragen hätten, empfehle ich Ihnen, den Voreigentümer unter Fristsetzung zunächst zur Räumung aufzufordern. Sie können auch versuchen, von dem Voreigentümer eine Eigentumverzichtserklärung für die Gegenstände im Haus zu erhalten. Bekommen Sie diese, könnten Sie die Gegenstände behalten.

Für Rückfragen stehe ich gerne zur Verfügung.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Ralf Hauser, LL.M.
Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 09.02.2018 | 09:30

Sehr geehrter Herr Hauser,

vielen Dank für Ihre schnelle und Kompetente Antwort. Ich habe dann aber doch noch ein paar kurze Rückfragen:

1) Wie lange sollte Ihrer Meinung nach die Fristsetzung für den Alteigentümer betragen um seine Sachen raus zu holen?

2) Und falls er seine Sachen nicht fristgerecht rausholt, muss ich eine entsprechende Firma beauftragen (über den Gerichtsvollzieher?) welche die Sachen abholt? Oder könnte ich da jeden für beauftragen (geringere Kosten).

3) Und was ist mit fest verbauten Gegenständen wie Lampen (teilweise in Decken integriert) oder einer Einbauküche? Gehört das ebenfalls noch dem Alteigentümer? Im Wellnessbereich gibt es von Miele auch in die Wand eingebaute/integrierte Kaffemaschine und Kühlschrank. Gehört das nicht auch zum Haus da fest verbaut?

4) Und was ist z.B. mit Waschbecken die nur noch nicht montiert sind aber bereits dort liegen? Es gibt viele Dinge (teure Lichtschalter und Steckdosen) die dort vorhanden sind aber im Zuge der abgebrochenen Sanierung nicht mehr montiert wurden.

6) Wie kann er eigentlich nachweisen was alles seins ist? Das Haus steht wirklich sooo voll (bestimmt mehr als 1 großer LKW) mit Sachen, dass er ja sonst was behaupten könnte was da noch alles gestanden hat?

5) Durfte ich eigentlich schon die Schlösser tauschen lassen? Beschluss ist vom 01.02.2018 und ich habe gestern die Schlösser ausgetauscht.

Vielen Dank schon einmal für Ihre Antwort. Würden Sie mich auch als Mandanten vertreten sollte es zu Problemen mit dem Alteigentümer kommen?

Mit den besten Grüßen aus Wuppertal

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 09.02.2018 | 13:35

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Nachfragen beantworte ich wie folgt:

1. 14 Tage sind ausreichend.

2. Sie müssen die Räumung über den Gerichtsvollzieher betreiben, weil nur dieser aus dem Zuschlagbeschluss vollstrecken kann.

3. Die Einbauküche kann, wenn Sie fest verbaut ist, Zubehör sein und diese haben Sie damit als Zubehör erworben. Der Rest muss leider herausgegeben werden.

4. Baumaterialien gehören auch Ihnen und müssen nicht herausgegeben werden.

5. Kann er vermutlich nicht, aber wenn er behauptet, dass noch Gegenstände im Haus sind und Zeugen benennen kann, dann hätten Sie ein Problem, wenn die Sachen nicht mehr da sind.

6. Ja, das dürfen Sie.

Wir würden Sie sehr gerne vertreten, wenn Sie Probleme bekommen. Wir sind bundesweit tätig und haben umfangreiche Kenntnisse im Bereich Zwangsvollstreckung/Zwangsversteigerung.

Mit freundlichen Grüßen

Ralf Hauser, LL.M.
Rechtsanwalt


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Bewertung des Fragestellers 11.02.2018 | 11:00

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