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Wem gehören Lehrgangszertifikate, wenn der Chef bezahlt?

19.08.2008 15:17 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht


Hallo,

ich habe vom 29.10.07 - 13.12.07 einen Weiterbildungslehrgang durchgeführt. Die Kosten hat die Firma übernommen, es gibt KEINE Rückzahlungsvereinbarung.

Nun will ich die Firma verlassen und möchte die Zertifikate des Lehrgangs erhalten, da die Originale immer dort eingelagert sind. Die Zertifikate brauche ich für zukünftige Jobs.
Muss mein Chef sie rausgeben?
In meiner alten Firma wurde es auch lange so gehandhabt, dass sie verweigert wurden. Jedoch irgendwann hieß es plötzlich, sie sind Eigentum dessen, der den Lehrgang absolviert hat und wurden allesamt ausgehändigt.

Wie sieht das rechtlich aus?

Vielen Dank vorab.

Sehr geehrte Fragestellerin,

vorweg möchte ich Sie darauf hinweisen, dass diese Plattform eine ausführliche und persönliche Rechtsberatung nicht ersetzen kann, sondern ausschließlich dazu dient, eine erste überschlägige Einschätzung Ihres Rechtsproblems auf Grundlage der von Ihnen übermittelten Informationen von einem Rechtsanwalt zu erhalten.
Durch Hinzufügen oder Weglassen weiterer Sachverhaltsangaben Ihrerseits kann die rechtliche Beurteilung anders ausfallen. Unter Berücksichtigung Ihres Einsatzes möchte ich die Frage wie folgt beantworten:

Nach § 1 Absatz 4 Berufsbildungsgesetz soll die berufliche Fortbildung dazu dienen, die berufliche Handlungsfähigkeit des Arbeitnehmers zu erhalten und anzupassen oder zu erweitern und beruflich aufzusteigen.
Diese Zusatzqualifikationen sollen nach § 49 Berufsbildungsgesetz „bescheinigt“ werden, also entsprechend dokumentiert werden, um Ihre beruflichen Perspektiven zu erhalten bzw. zu erweitern. Daher haben Sie hier zumindest einen Anspruch auf die Ausstellung einer entsprechenden Bescheinigung, die dokumentiert, dass Sie an der entsprechenden Weiterbildungsveranstaltung teilgenommen haben.
Falls Ihr Chef sich weigert, die Zertifikate herauszugeben, sollten Sie sich an den Bildungsträger wenden und die Ausstellung der entsprechenden Bescheinigung einfordern.

Ich hoffe, Ihnen eine erste rechtliche Orientierung gegeben zu haben und verbleibe.

Mit freundlichen Grüßen
Carsten Dreier
Rechtsanwalt

Anhang

§ 1 Berufsbildungsgesetz
Ziele und Begriffe der Berufsbildung
(1) Berufsbildung im Sinne dieses Gesetzes sind die Berufsausbildungsvorbereitung, die Berufsausbildung, die berufliche Fortbildung und die berufliche Umschulung.
(2) Die Berufsausbildungsvorbereitung dient dem Ziel, durch die Vermittlung von Grundlagen für den Erwerb beruflicher Handlungsfähigkeit an eine Berufsausbildung in einem anerkannten Ausbildungsberuf heranzuführen.
(3) 1Die Berufsausbildung hat die für die Ausübung einer qualifizierten beruflichen Tätigkeit in einer sich wandelnden Arbeitswelt notwendigen beruflichen Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten (berufliche Handlungsfähigkeit) in einem geordneten Ausbildungsgang zu vermitteln. 2Sie hat ferner den Erwerb der erforderlichen Berufserfahrungen zu ermöglichen.
(4) Die berufliche Fortbildung soll es ermöglichen, die berufliche Handlungsfähigkeit zu erhalten und anzupassen oder zu erweitern und beruflich aufzusteigen.
(5) Die berufliche Umschulung soll zu einer anderen beruflichen Tätigkeit befähigen.

§ 49 Berufsbildungsgesetz
Zusatzqualifikationen
(1) 1Zusätzliche berufliche Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten nach § 5 Abs. 2 Nr. 5 werden gesondert geprüft und bescheinigt. 2Das Ergebnis der Prüfung nach § 37 bleibt unberührt.
(2) § 37 Abs. 3 und 4 sowie die §§ 39 bis 42 und 47 gelten entsprechend.

Nachfrage vom Fragesteller 19.08.2008 | 19:32

Ist jede Form der Weiterbildung, in diesem Fall ein Flugzeugmusterlehrgang, der mir die Berechtigung als Mechaniker auf einem neuem Typ bracht, mit dem Berufsbildungsgesetz abzudecken sprich, gilt es für EGAL welche Art von Lehrgang, hauptsache er bringt mir neues Wissen?

Die Schule sagt, eine Kopie des Zertifikats kann nur nach Zustimmung des zahlenden (AG) ausgehändigt werden!
Dürfen die das in diesem Fall, kann ich mich auf das Gesetz berufen?

Danke nochmals.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 20.08.2008 | 08:17

Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für Ihre Nachfrage.
Zwar fällt nicht jede Form von Weiterbildung unter das Berufsbildungsgesetz.
Ihr Flugzeugmusterlehrgang, der Ihnen die Berechtigung gibt, als Mechaniker einen anderen Flugzeugtyp zu betreuen, aber schon, da es sich um eine sogenannte Aufstiegsforbildung nach § 1 Absatz 4 Berufsbildungsgesetz handelt.
Ihr Anspruch auf Bescheinigung dieses Lehrgangs nach § 49 Berufsbildungsgesetz ist unabhängig davon zu sehen, ob Ihr Arbeitgeber diesen Kurs bezahlt hat, da z.B. auch Kurse unter das Berufsbildungsgesetz fallen, die der Arbeitnehmer selbst bezahlt hat. Daher können Sie sich gegenüber dem Bildungsträger auf das Berufsbildugnsgesetz berufen.


Mit freundlichen Grüßen
Carsten Dreier

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