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Welpenkauf mit Todesfolge


31.07.2007 23:05 |
Preis: ***,00 € |

Tierrecht, Tierkaufrecht


Beantwortet von



am 13.07.2007 kauften wir einen Beaglewelpen der nach Auskunft und Kaufvertrag entwunrmt und geimpft worden sei.
Am 2 Tag des Aufenthaltes bei uns stellten wir fest, dass der Hund kränkelt, er fraß sehr wenig nahm wenig Flüssigkeit zu sich, am 4. Tag nach dem Kauf brachte mein Mann den Welpen in die Tierklinik zur Untersuchung. Dort wurde festgestellt,dass der Wlpe an Parvovitose und enormen Wurmbefall litt. Wir konnten ihn noch für eine Nacht mit nach Hause nehmen, da eine Wurmbehandlung vorgenommen wurde. Am nächsten Tag war der welpe so apathisch und litt an Durchfall und Brechreiz, dass er wieder der Klinik vorgesellt werden musste. Dort wurde er stationär aufgenommen um alle Möglichkeiten des Überlebens auszuschöpfen.
Der Verkäufer wurde regelmäßig über den Stand der Gesundheit des Welpen informiert, als er eingeschläfert werden mußte war sein Kommentar, "da hattet Ihr aber einen schlechten Tierarzt".
Nun stellt sich uns die Frage in welcher rechtlichen Situation befinden wir uns, können wir den Kaufpreis zurückverlangen ? Er will uns einen neuen " besorgen " ! den wir voll bezahlen sollen, er will eventuell einen Obolus leisten, der Betrag ist lächerlich 150 € wir hatten bisher einen Aufwand von 650 € und trotzdem keinen Hund jetzt noch einmal ein Kaufpreis von ca. 500 €, dafür bekommen wir ja einen adligen und mit Leistungspapieren oder? Was sollen wir tun ?
01.08.2007 | 07:54

Antwort

von


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Sehr geehrte Ratsuchende,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich wie folgt beantworte:

In Betracht kommt gemäß § 437 Nr. 3 BGB i.V.m. §§ 280 Abs. 3, § 281 Abs. 2 Alt. 2 BGB und §§ 282 BGB i.V.m. § 241 Abs. 2 BGB ein Schadensersatzanspruch. Zu ersetzen wären erforderliche Tierarztkosten. Außerdem müsste ein gesundes Welpen bzw. Geldersatz übergeben bzw. geleistet werden, wenn Schadensersatzansprüche greifen.

Fraglich ist diesbezüglich, ob das Welpen bei Übergabe an Sie bereits mit der Parvovirose infiziert war und dieser „ Mangel “ des Tieres zu dessen Tod geführt hat bzw. ob der Verkäufer durch das Vortäuschen der Impfung und Entwurmung kausal eine vorvertragliche Pflicht verletzt hat. Letzteres erscheint unwahrscheinlich, da nach allgemeiner Lebenserfahrung die Parvovirose als Seuche von Tier zu Tier oder auch über Hundekot und Gegenstände mit denen erkrankte Tiere in Kontakt waren übertragen wird, sodaß ich vermute, dass das Tier beim Kauf bereits infiziert war und eine Schutzimpfung nicht mehr möglich gewesen wäre. Hierzu führe ich weiter wie folgt aus:

Als Parvovirosewird eine hoch ansteckende und akut verlaufende Infektionskrankheit von Hunden bezeichnet. Die wirksamste Maßnahme gegen die Erkrankung wäre laut Wikipedia eine prophylaktische Impfung gewesen, welche erstmals im Alter von 6 Wochen durchgeführt werden kann (Puppy-Impfung).

Gemäß § 476 BGB greift bei einem Kaufvertrag zwischen einem Verbraucher und einem Unternehmer als Hundeverkäufer eine sogenannte Beweislastumkehr zu Gunsten des Käufers. Genannte Beweisverteilungsregel bezieht sich jedoch insbesondere auf den Sachkauf und weniger auf einen Tierkauf. Bei einem solchen begründet bereits die Infektion und nicht erst der Ausbruch der Krankheit einen Mangel des Tieres. Bei der Parvovirose wird die Inkubationszeit meist mit zwischen 4 bis 7 Tagen angegeben. Außerdem handelt es sich bei der Seuche um ein von Tier zu Tier übertragbaren Virus. Folglich sind die Chancen günstig, dass ein zur Entscheidung angerufenes Gericht, den Verkäufer zur Leistung von Schadensersatz verurteilen wird.

Sie könnten nun dem Tierhändler eine angemessen lange Frist zur Leistung des Schadensersatzes per Einschreiben mit Rückschein setzen und ihn danach auf Schadensersatz verklagen. Spätestens vor der Einreichung einer Klage, sollten Sie jedoch einen Rechtsanwalt mit der Wahrnehmung Ihrer Interessen beauftragen. Ich hoffe, Ihnen eine hilfreiche Orientierung ermöglicht zu haben. Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass dieses Forum eine ausführliche und persönliche Rechtsberatung nicht ersetzen kann, sondern dafür angedacht ist, eine erste Einschätzung Ihres Rechtsproblems von einem Rechtsanwalt zu erhalten. Sofern Sie eine abschließende Beurteilung Ihres Sachverhaltes wünschen, empfehle ich, einen Rechtsanwalt Ihres Vertrauens zu kontaktieren und die Sachlage mit diesem konkret zu erörtern. Bei Bedarf benutzen Sie bitte die kostenfreie Nachfragefunktion, um an mich eine Nachfrage im Rahmen dieses Forums zu richten.

Mit freundlichen Grüßen

Michael Kohberger
Rechtsanwalt
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www.anwaltkohberger.de


Rechtsanwalt Michael Kohberger

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