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Welpen ohne Vertrag verkauft - Käufer gibt Welpen zurück

| 03.09.2014 12:43 |
Preis: ***,00 € |

Tierrecht, Tierkaufrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Stefanie Lindner, Dipl.-Jur.


Sehr geehrte Damen und Herren,
wir hatten mit unserer Old English Bulldogge einen Wurf. Es meldete sich eine junge Familie, mit denen wir keinen schriftlichen, sondern nur einen mündlichen Vertrag schlossen. Einzige mündliche Absprache, die getroffen wurde, war dass die Käufer mit dem Hund zum Tierarzt gehen und diesen auf eigene Kosten Chippen und Impfen lassen (Name der Käufer somit im Impfpass des Hundes), aufgrund dessen wir den Kaufpreis demensprechend "reduziert" haben.
Soweit so gut, dachten wir zumindest. Nach zwei Wochen (Urlaub der Käufer zu Ende) melden diese sich und schildern, dass es ein Problem gibt. Arbeitszeiten hätten sich geändert, der Hund müsste 10 Stunden am Tag alleine bleiben, kurz gesagt: Keine Zeit mehr für einen Hund.
Daraufhin haben wir den Käufern das Angebot gemacht, den Hund wieder abzuholen, damit dieser nicht an Dritte verkauft wird bzw in schlechte Hände gerät.
Wir haben den Käufern 2/3 des Kaufpreises als Rückerstattung angeboten, 1/3 des Kaufpreises haben wir behalten, alleine aufgrund dessen, dass der Hund nun schon einen Vorbesitzer hatte und man diesen nun schlechter wieder weiter vermitteln kann. Bzw wir ihn nun gar nicht mehr Verkaufen, falls sich nichts passendes ergibt. (Quasi 1/3 als Entschädigung einbehalten).
Die Käufer sind darauf eingegangen und wir haben den Hund nebst Hundekörbchen, Spielzeug und Impfpass wieder abgeholt und wie vereinbart 2/3 des Kaufpreises zurückbezahlt.
Jetzt war der Hund wieder bei uns, und wir wollten dem Kleinen keine weiteren Strapazen zumuten und beließen es dabei, dass wenn sich etwas ergeben sollte, und man passende Käufer findet, er weiter verkauft wird, ansonsten wäre er dann bei uns geblieben.
Wie es der Zufall aber wollte, wurden wir von einem netten Ehepaar im Ruhestand angesprochen, die Interesse an unserem Welpen hatten. Wir schauten uns das Haus mit Grundstück sowie die beiden dort lebenden Hunde an, und nach 2 "Test-Tagen" , verkauften wir den Hund an das Ehepaar weiter. Definitiv hat er dort ein wunderschönes zu Hause gefunden, mit den Käufern haben wir ständigen Kontakt.
Jetzt eine Woche später meldet sich die Erstbesitzerin per SMS: "Arbeitszeiten hätten sich doch wieder geändert, Sie würde "Ihren Hund" gerne wieder abholen."
Droht uns nun mittlerweile mit einem Anwalt, da Sie den Hund zurück haben will.

Sie stützt sich immer darauf, dass Sie ja im Impfpass als Besitzer stehen würde.

Ich bin entsetzt und enttäuscht von Personen, die sich einen Hund kaufen und nach zwei Wochen wieder abgeben. Ein Hund ist ein Lebewesen und kein Spielzeug welches man hin und her reicht. Gerade ein kleiner Welpe mit 12 Wochen ist mitten in seiner Prägephase.
Selbst wenn der Hund noch bei uns wäre, hätte ich Ihn nicht dorthin zurückgegeben.

Meine Frage ist nun:

- Hat die Erstbesitzerin irgendwelche Rechte oder Ansprüche auf diesen Hund ? (Der Hund wurde ja im Einverständniss dort wieder abgeholt und der Kaufpreis größtenteils zurück gezahlt, uns wurde der Impfpass und Zubehör mitgegeben)

- Wie sollen wir uns nun weiter verhalten? (Es gibt ja keinen Kaufvertrag bzw eine Stornierung dieses Vertrages) Die Erstbesitzerin möchte nun von uns die Adresse der Zweitbesitzer , um dort den Hund wieder abzuholen, ansonsten würde Sie weitere Schritte per Anwalt gehen.


Ich danke Ihnen im Voraus und verbleibe mit freundlichen Grüßen









Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Die ersten Käufer (Familie) haben keinen Anspruch auf Herausgabe des Hundes. Selbst wenn Sie diesen die Adresse des Rentnerehepaares nennen würden, besteht kein Anspruch gegen diese auf Herausgabe. Ein Herausgabeanspruch richtet sich nach § 985 BGB. Damit die ersten Käufer den Hund herausverlangen könnten, müssten diese Eigentümer des Hundes sein. Diese haben das Eigentum zwar erstmalig erworben, nachdem Sie diesen den Hund übergeben haben, vgl. § 929 S.1 BGB.
Es erfolgte jedoch dann eine Rückübereignung an Sie, da Sie sich mit der Familie geeinigt haben, dass
der Hund doch wieder in Ihr Eigentum übergeben soll. Auch die Übergabe des Hundes samt Unterlagen erfolgte. Damit wurden Sie wieder Eigentümer. Nachdem Sie den Kaufvertrag mit dem Rentnerehepaar geschlossen hatten, haben Sie den Hund an dieses übergeben, wodurch diese das Eigentum erlangten. Auch dies geschah gem. § 929 S.1 BGB.
Selbst wenn Sie nicht Sie nicht Eigentümer des Hundes geworden wären bzw. dies in einem Gerichtsverfahren nicht nachweisen könnten, wären die Rentner Eigentümer des Hundes geworden. Dies ist möglich über den sog. gutgläubigen Erwerb gem. §§ 929 S.1, 932 Abs. 2 BGB.
Wenn die Rentner davon ausgingen, dass Sie als Verkäufer Eigentümer sind, können diese gutgläubig Eigentum erwerben. Der Hund darf dabei nicht abhandengekommen sein, § 935 BGB. Dies ist bei Ihnen nicht der Fall, da Sie den Hund freiwillig von der Familie zurückerhalten und diesen nicht gestohlen oder entführt haben.
Ein Anspruch auf Herausgabe des Hundes besteht damit nicht, weder gegen Sie noch gegen die Rentner als neue Eigentümer.
Sie könnten sich lediglich Schadensersatzansprüchen ausgesetzt sehen, wenn die ersten Käufer aufgrund der Tatsache, dass sie den Hund nicht mehr zurückbekommen, Schadensersatz geltend machen, z.B. die Kosten für den Tierarzt, Differenz zwischen Kaufpreis und rückerstattetem Betrag, usw. Dies müssten die Käufer allerdings auch erst beweisen.

Sie schreiben, dass Sie den Kaufvertrag mündlich geschlossen haben und Ihnen daher keine Unterlagen vorliegen. Dies erschwert Ihnen zwar die Beweisführung, macht diese aber nicht unmöglich. Es ist durchaus möglich und üblich, dass bestimmte Gegebenheiten über Zeugenaussagen bewiesen werden. Beispielsweise können Freunde, Familie und andere Personen als Zeugen aussagen, wenn diese bei Abschluss des Kaufvertrages anwesend waren. Sie schreiben von „wir", daher gehe ich davon aus, dass mehrere Personen bei Abschluss des Kaufvertrages dabei waren. Diese können bestimmte vertragliche Absprachen bezeugen, genauso auch die Vereinbarung, dass Sie den Hund gegen Erstattung von 2/3 des Kaufpreises zurückerhalten sollen und dass dies dann auch so durchgeführt wurde.
Den tatsächlichen Geschehensablauf können Sie auch ggf. durch Überweisungsbelege beweisen. Evtl. haben Ihnen die Käufer den Kaufpreis überwiesen und Sie 2/3 retour. Dann wäre dies mit einem Kontoauszug nachzuweisen.
Dass die Käufer noch im Impfpass eingetragen sind, ist ein Indiz für deren Eigentümerstellung, die jedoch widerlegbar ist. Dass Sie den Impfpass in Händen halten und auch den Hund samt Utensilien wie Korb und Spielzeug wieder bei sich hatten, spricht dafür, dass die Familie kein Interesse mehr an dem Hund hatte. Evtl. haben Sie auch den neuen Käufern die Geschichte mit den ersten Käufern erzählt, so dass diese ggf. auch als Zeugen in Betracht kommen.
Wenn Sie den Geschehensablauf in groben Zügen mit übereinstimmenden Zeugenaussagen belegen können, stehen die Chancen der Käufer auf Schadensersatz schlecht.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen
Stefanie Lindner

Nachfrage vom Fragesteller 03.09.2014 | 13:53

Vielen Dank für die ausführliche und informative Antwort.
Hiermit haben Sie uns bereits sehr geholfen !
Absprachen zur Wiederabholung usw liegen alle per SMS vor. Vielleicht würde dies uns ja auch weiterhelfen.

Soll ich die Erstbesitzerin denn jetzt nochmal anrufen? Oder abwarten was passiert ? Möchte natürlich weitere Kosten umgehen.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 03.09.2014 | 13:59

Das ist perfekt. Damit haben Sie schon die erste Beweisgrundlage. Machen Sie am besten Photos von den SMS auf dem Display oder speichern Sie diese auf einer Festplatte, da die Technik immer mal ausfallen kann.

Wenn die Käuferin Sie lediglich angerufen hat, würde ich erst abwarten bis diese Sie schriftlich auffordert. Dann können Sie deren Herausgabeansprüche zurückweisen, indem Sie ihr mitteilen, dass sie keinen Herausgabeanspruch hat, weil das Rentnerehepaar Eigentum erworben hat.

Sollte die Käuferin sich telefonisch erneut melden, weisen Sie die Ansprüche mit selbiger Begründung zurück.

Beste Grüße
Stefanie Lindner

Bewertung des Fragestellers 03.09.2014 | 13:55

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Stellungnahme vom Anwalt:
FRAGESTELLER 03.09.2014 5/5,0
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