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Welpe krank. Züchter will den Welpen zurück und nicht die Kosten für Op bezahlen

| 15.01.2019 14:33 |
Preis: 45,00 € |

Tierrecht, Tierkaufrecht


Beantwortet von


Zusammenfassung: Schadensersatz bei Kauf eines kranken Tieres

Am 23.12 haben wir unseren Welpen gekauft (American Cockerspaniel) geboren am 16.9.18, aus einer Zucht.

Seit Freitag hat er einen Nickhautdrüßenvorfall welcher operiert werden muss. Die Züchterin sagt Sie will den Hund zurück und nicht die OP Kosten bezahlen !!!
Wir möchten den kleinen Räuber aber nicht zurück geben. Was sollen wir tun ??? Können wir darauf bestehen, dass Sie die OP Kosten bezahlen soll weil wir den Welpen behalten möchten ??

Sie hat nicht einmal gefragt was die OP kosten würde.

Ich glaube Sie ist etwas „knapp" bei Kasse !! Den jetzt im Nachhinein sagte mir auch mein Tierarzt, dass die Züchterin die 2. Impfung nicht vorgenommen hat und der Welpe auch nicht gegen Tollwut geimpft wurde.

Uns sagte Sie: lassen Sie ihn 2 Wochen nachdem er bei Ihnen ist entwurmen und dann erst impfen !!
Als ich wegen der Entwurmung beim Tierarzt war, sagte er mir eben dass die 2. Impfung schon am 15.12.18 hätte stattfinden sollen und wir haben ihn aber erst am 23.12.18 gekauft.

Zudem war der Welpe mega erkältet und hatte eine Blasenentzündung die mich über die Weihnachtstage ( 3 Tage nach dem Kauf) zum Tierärztlichen Notdienst führte. Diese Kosten habe ich auch bezahlt.

15.01.2019 | 17:53

Antwort

von


(277)
Hopfengartenweg 6
90451 Nürnberg
Tel: 091138433062
Web: http://www.frischhut-recht.de
E-Mail:

Sehr geehrte Fragestellerin,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Bei der Anwendung des deutschen Kaufrechts auf Tierkäufe ergeben sich regelmäßig besondere Schwierigkeiten die es zu beachten gilt.

Grundsätzlich gilt auch bei dem Erwerb von Tieren, dass sich Ihre Rechte als Käufer, nämlich auf Nacherfüllung, Rücktritt und Schadensersatz, aus §§ 437, 434, 433 BGB ergeben.

Gemäß § 442 BGB sind Ihre Rechte wegen eines Mangels allerdings dann ausgeschlossen, wenn Sie zum Zeitpunkt des Kaufes des Welpen kannten, Sie also nach Inaugenscheinnahme des jungen Hundes oder mittels anderweitiger Informationen dessen (gesundheitlichen) Zustand einschätzen konnten. Gleiches gilt, wenn Ihnen die gesundheitlichen Vorbelastungen des Hundes infolge grober Fahrlässigkeit unbekannt geblieben sind, es sei denn, die Züchterin hat Ihnen diese arglistig verschwiegen.

Soweit es sich um eine private Züchterin handelt, müssen Sie in der Regel beweisen, dass der "Mangel" bereits vor Ihrem Kauf vorlag, um Ihre Gewährleistungsrechte geltend machen zu können. Das Gewährleistungsrecht schützt Sie nämlich nur hinsichtlich des Erhalts eines vereinbarungsgemäßen Tieres. Das Gewährleistungsrecht spricht Ihnen jedoch keine Gewährleistungsrechte zu, wenn die "Mängel" erst nach der Übergabe entstehen.

Sollte es sich um eine gewerbliche Züchterin handelt bestünde zu Ihren Gunsten hingegen eine Beweislastumkehr gemäß § 476 BGB. In diesem Fall wird vermutet, dass Ihr Hund bereits vor Gefahrenübergang krank war, soweit Symptome binnen 6 Monaten nach dem Kauf auftreten.

Da Sie, wie viele andere Erwerber eines Hundes auch, das kranke Tier nicht einfach abgeben möchten, kommt ein Rücktritt vom Vertrag regelmäßig nicht in Frage. Während eine Kaufpreisminderung unter leichteren Voraussetzungen möglich ist, gilt es einige Hürden für den Schadensersatz zu überwinden. Nur über einen Schadensersatzanspruch haben Sie die Möglichkeit die Kosten für die Operation und die weiteren Behandlungskosten ersetzt zu verlangen. Hierfür müssen Sie der Züchterin im Streitfalle nachweisen können, dass Sie die nunmehr notwendigen Behandlungsmaßnahmen hätte verhindern können. Praktisch bedeutet dies, dass die Züchterin bei der Zucht oder Aufzucht Ihres Hundes Fehler zu verantworten hat, die kausal den Mangel herbeiführten.

Angesichts der Tatsache, dass die Züchterin hier nachweislich Impfungen und Entwurmungen nicht oder zu spät hat durchführen lassen, spricht vorliegend einiges für eine Haftung der Züchterin. Unter Vorbehalt der oben dargelegten Nachweishürden, steht Ihnen daher grundsätzlich auch ein Anspruch auf Ersatz der Ihnen entstandenen Vermögenseinbußen zu. Zur Rückgabe des Hundes können Sie seitens der Züchterin freilich nicht gezwungen werden.

Sie sollten Ihre Ansprüche daher, idealerweise durch geeignete anwaltliche Vertretung, gegenüber der Züchterin prüfen lassen und geltend machen.

Bei weiteren Fragen oder wenn Sie in dieser Angelegenheit anwaltliche Unterstützung benötigen sollten, stehe ich Ihnen selbstverständlich jederzeit gern zur Verfügung, da meine Kanzlei gerade auf bundesweite Mandate ausgerichtet ist. Die von Ihnen entrichtete Beratungsgebühr würde im Falle einer Beauftragung vollständig angerechnet werden.

Ich hoffe ansonsten, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Ihrem Welpen wünsche ich natürlich eine rasche Genesung und eine gute Besserung!

Mit freundlichen Grüßen




Dipl.iur. Mikio A. Frischhut
Rechtsanwalt


Rechtsanwalt Mikio Frischhut

Bewertung des Fragestellers 17.01.2019 | 16:12

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Web: http://www.frischhut-recht.de
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