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Welcher Urlaubsanspruch gilt bei Kündigung in der zweiten Jahreshälfte?

| 22.07.2011 19:47 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht


Hallo,
ich habe gehört, dass einem bei Kündigung im 2.Halbjahr eines Jahres der gesamte Jahresurlaub zusteht - daher meine Frage.

Die Fakten:

Ich bin seit 10 Jahren bei der Firma beschäftigt und werde nun am 31.07.11 fristgemäß zum 31.08.2011 kündigen.

Mein Urlaubsanspruch beträgt 30 Tage.
10 habe ich bereits genommen, bleiben also 20 Tage.

Zwölftelt man die 30 Tage und multipliziert sie mit 8 (bis August), stünden mir bis August 20 Tage zu. Minus die 10, die ich schon genommen habe - blieben 10 Tage, die ich jetzt noch vor dem Ausscheiden nehmen dürfte.

Da ich aber nach den 6 Monaten, also per August, kündige, stehen mir möglicherweise mehr Urlaubstage zu???

Das wäre meine Frage.

Vielen Dank für die Beantwortung.

Mit freundlichen Grüßen
A.Lindner

Sehr geehrte(r) Ratsuchende(r),

gerne nehme ich zu Ihrer Anfrage unter Berücksichtigung Ihrer Angaben und Ihres Einsatzes wie folgt Stellung:

Ja, das ist richtig. Scheidet der Arbeitnehmer am 01.07. oder später aus dem Arbeitsverhältnis aus, behält er den VOLLEN Jahresurlaubsanspruch, denn das Bundesurlaubsgesetz sieht für diesen Fall keine Kürzung vor (so auch ArbG Frankfurt, Urt. v. 02.10.2002, Az.: 7 Ca 7053/01 ).

Damit stünde Ihnen bei Kündigung zum 31.08.2011 der volle Jahresurlaub von 30 Tagen zu, abzüglich der bereits in Anspruch genommenen 10 Urlaubstage.

Etwas anderes würde nur gelten, wenn im Arbeits- bzw. Tarifvertrag eine andere Regelung im Hinblick auf den über den gesetzlichen Mindesturlaub hinausgehenden Urlaub getroffen wurde.

Sollte der Urlaub nicht mehr vollständig gewährt werden können, ist der Resturlaub abzugelten, § 7 Abs. 4 BUrlG .

Auch der Urlaubsabgeltungsanspruch ist nicht etwa auf den gesetzlichen Mindesturlaub beschränkt (20 Tage bei 5-Tage-Woche), sondern umfasst den gesamten Urlaubsanspruch des Arbeitnehmers, der bei Beendigung noch nicht erfüllt ist (vgl. Bundesarbeitsgericht, Urt. v. 22.10.2009, Az.: 8 AZR 865/08 ).

Ich hoffe, Ihnen hiermit einen ersten Überblick über die Rechtslage verschafft zu haben, und wünsche Ihnen einen angenehmen Abend.

Mit freundlichen Grüßen

Felix M. Safadi
Rechtsanwalt

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Allgemeine Hinweise:

Bitte erlauben Sie mir noch den obligatorischen Hinweis, dass es sich bei dieser Antwort lediglich um eine erste rechtliche Einschätzung des allein auf Ihren Angaben basierenden Sachverhalts handelt. Eine solche ERSTberatung kann und will eine umfassende Begutachtung und den Gang zum Anwalt nicht ersetzen. Durch Hinzufügen oder Weglassen weiterer Angaben kann die rechtliche Beurteilung völlig anders ausfallen.

Bewertung des Fragestellers 22.07.2011 | 20:00

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Unglaublich:-) Direkt nachdem ich die Frage gestellt habe, bekam ich schon eine Antwort! Und die Antwort war äußerst hilfreich und auch mit dem Bezug auf die entsprechenden Urteile/Gesetze unterlegt. Ich kann nur sagen: Spitze!

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