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Welchen Unterhalt muss ich im Falle einer Trennung an meine Frau bezahlen.

17.11.2010 19:39 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Gerhard Raab


Sehr geehrte Damen und Herren,

Frage:

Welcher Unterhalt an meine Frau wird mich im Falle einer Scheidung erwarten.

Randbedingungen:

Wir sind seit 20 Jahren verheiratet und haben zwei Kinder; ein Eigenheim und eine Eigentumswohnung.

Die Kinder sind 18 / 20 Jahre alt. Das ältere Kind wird mit der Ausbildung fertig und plant dann von daheim auszuziehen.
Das jüngere Kind hat seine Ausbildung begonnen und wird noch 3 1/2 Jahre lernen.

Ich selbst habe eine sichere Anstellung als Angestellter und verdiene ca.7000 € im Monat.

Die Wohnung (1,5 Zimmer) haben wir schon seit vielen Jahren und noch ca. 94k€ Schulden.

Unser Eigenheim haben wir erst kürzlich gekauft und daher auch noch ca. 300k€ Schulden.

Meine Frau hat eine abgeschlossene Berufsausbildung. In dem Beruf hat sie jedoch nur zu Beginn unserer Ehe ca. 1 Jahr gearbeitet. Während unserer Ehe hat meine Frau ettliche Zusatzausbildungen gemacht und ist heute als Heilpraktikerin selbständig tätig. Einkünfte aus dieser Tätigkeit ca. 400€/Monat.
Von Ihren Eltern hat sie die Hälfte des Elternhauses überschrieben bekommen. Die Eltern haben hier das Wohnrecht auf Lebenszeit.

In den letzten Jahren wurde meine Frau wegen Depressionen behandelt und hat auch schon einen längeren Aufenthalt in einer therapeutischen Einrichtung hinter sich. Seit letztem Jahr ist sie nicht mehr in Behandlung.

Nun meine Frage im Detail:

Welchen Unterhalt muss ich im Falle einer Trennung an meine Frau bezahlen. Ist es möglich, dass sie sich eine Arbeitsunfähigkeit bescheinigen lässt und ich voll für den Unterhalt aufkommen muss. Wie sieht es mit der Rente aus? Wie wird evt. das meiner Frau überschriebene Haus mit bewertet.

Die Absicherung meiner Kinder ist für mich überhaupt keine Frage. ( Ich werde solange sie es brauchen meine Kinder unterstützen)
Offen ist für mich noch, wie in solch einem Fall mit den Schulden umgegangen wird. Mit meinem Verdienst währe ich in der Lage das Haus weiter zu behalten. Müsste ich jedoch in irgendeiner Form meine Frau ausbezahlen ist das nicht möglich.

Schon einmal besten Dank für Ihre Antwort.

Sehr geehrter Fragesteller,

zu Ihrer Anfrage nehme ich wie folgt Stellung:


1.

Aufgrund Ihrer Angaben läßt sich der Trennungs- bzw. Nachscheidungsunterhalt nicht berechnen.

Da Sie Einkünfte aus nichtselbständiger Tätigkeit erzielen, ist als Grundlage für die Unterhaltsberechnung Ihr durchschnittliches monatliches Nettoeinkommen der letzten 12 Monate heranzuziehen. Hierzu gehören auch Zuwendungen wie Urlaubs- und Weihnachtsgeld, Gratifikationen, Tantiemen etc. Auch Steuerstattungen sind zu berücksichtigen.

Hat man das durchschnittliche monatliche Nettoeinkommen ermittelt, ist zu prüfen, welche Abzüge vorgenommen werden können. Zu den abzugsfähigen Positionen gehören z. B. ehebedingte Schulden und berufsbedingte Aufwendungen.

Ehebedingte Schulden sind nach Ihrer Schilderung zumindest wegen der Wohnung und wegen des Hauses vorhanden. Abzugsfähig sind die monatlichen Darlehensraten. Sollten weitere Kredite während der Ehe aufgenommen worden sein, können auch die hierfür gezahlten monatlichen Raten in Abzug gebracht werden.

Berufsbedingte Aufwendungen sind die Fahrtkosten vom Wohnort zum Arbeitsplatz und zurück. Auch diese Kosten können ermittelt und vom monatlichen Nettoeinkommen abgezogen werden.

Wenn Sie das Nettoeinkommen auf diese Weise bereinigt haben, wird davon vorab der Kindesunterhalt berechnet. Da Ihre beiden Kinder volljährig sind, schulden beide Elternteile anteilig entsprechend ihrem Einkommen Kindesunterhalt. Weil sich die Kinder in der Ausbildung befinden, muß bei der Berechnung des Kindesunterhalts die Ausbildungsvergütung monatlich netto berücksichtigt werden.

Wenn der Kindesunterhalt berechnet und ebenfalls von Ihrem durchschnittlichen monatlichen Nettoeinkommen abgezogen worden ist, haben Sie einen verbleibenden Betrag, von dem die Ehefrau 3/7 erhält. Das ist der Ehegattenunterhalt.


2.

Ob Sie nachehelichen Unterhalt zahlen müssen, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Nach der zum 01.01.2008 in Kraft getretenen Unterhaltsreform ist zwar nach der Scheidung jeder für seinen Unterhalt selbst verantwortlich, jedoch kann Ihre Ehefrau durchaus einen Anspruch auf nachehelichen Unterhalt wegen Krankheit haben. Während der Trennung schulden Sie ohnedies Trennungsunterhalt von 3/7 auf der Grundlage des oben genannten Einkommens.


3.

Die Frage der Rente wird im Fall der Scheidung über den Versorgungsausgleich geklärt. Die Rentenversicherungsträger ermitteln die Rentenanwartschaften, die jeder Ehegatte während der Ehezeit erzielt hat. Von dem Rentenkonto jedes Ehegatten wird die Hälfte der Anwartschaften auf das Rentenkonto des anderen Ehegatten übertragen.


4.

Vermögen, das Sie während der Ehezeit erwirtschaftet haben, ist Gegenstand des Zugewinnausgleichs. Der Miteigentumsanteil Ihrer Ehefrau an dem vormals elterlichen Haus dürfte beim Zugewinn allenfalls hinsichtlich einer evt. Wertsteigerung zu berücksichtigen sein.

Hinsichtlich der Wohnung und des erworbenen Hauses gehe ich davon aus, daß Sie und Ihre Ehefrau je zu 1/2 Miteigentümer sind. Die Teilung ist folgendermaßen denkbar:

- Die Immobilien werden verkauft und der Erlös wird nach Abzug der Verbindlichkeiten hälftig geteilt.

- Ein Ehegatte erwirbt vom anderen Ehegatten dessen hälftigen Miteigentumsanteil.


5.

In Ihrem Fall ergeben sich eine Fülle familienrechtlicher Probleme, die zu lösen sind. Ohne anwaltliche Hilfe werden Sie diese Fragen nicht beantworten können. Deshalb rate ich Ihnen dringend, eine eingehende anwaltliche Beratung in Anspruch zu nehmen. Selbstverständlich stehe ich Ihnen gern zur Verfügung. Für die weitere Beratungstätigkeit fällt natürlich ein weiteres Honorar an.


Mit freundlichen Grüßen

Gerhard Raab
Rechtsanwalt

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