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Welchen Anspruch habe ich an meinen Vater?


01.04.2005 14:26 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Christian Kah



Hallo,

folgender Sachverhalt:
Ich bin 23, Student, vorher Fachabitur und kaufmännische Ausbildung
Eltern geschieden

Einkünfte Mutter: keine
Einkünfte Vater: mtl. 3038,-EUR
Einkünfte Ich: keine

Gem. Bafoeg Bescheid habe ich einen Gesamtbedarf von 505,-EUR.
Davon erhalte ich 150,-mtl. als Bafoeg.
Gem. Bafoeg Bescheid habe ich daher einen Anspruch auf 355,49 EUR monatlich gegen meinen Vater.
Ich erhalte bereits mtl. 190,-EUR Unterhalt von meinem Vater.
Außerdem noch 153,-EUR Kindergeld.


1. Welchen Anspruch habe ich insgesamt gegen meinen Vater und wie gliedert sich dieser?

Interessant wäre:
- Bin ich noch Unterhaltsberechtigt?
- Wird Kindergeld und evtl. Unterhalt auf den Gesamtbedarf angerechnet?
- Wenn Unterhaltspflicht, wie hoch wäre diese?

Ich hoffe es findet sich jemand der etwas Klarheit in dieses Zahlenwirrwarr bringt.
Vielen Dank im voraus
Gruß
Tobias


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Guten Tag,

vielen Dank für Ihre Anfrage.

Der Normalfall ist, daß der Unterhaltsanspruch eines Kindes nach einer abgeschlossenen Ausbildung erlischt, da das Kind dann für seinen Lebensunterhalt selbst sorgen kann. Die Unterhaltspflicht erstreckt sich nämlich auf die Kosten einer angemessenen Vorbildung zu einem Beruf. Welche Ausbildung zu gewähren ist, bestimmt sich nach der Begabung und den Fähigkeiten, dem Leistungswillen und den beachtenswerten Neigungen des Kindes. Die Eltern haben grundsätzlich nur eine angemessene Berufsausbildung zu gewähren. Sie sind nicht verpflichtet, Unterhalt zum Zweck des Erlangens eines weiteren oder neuen Ausbildungsplatzes zu zahlen. Die in der Ausbildung befindlichen Kinder haben die Verpflichtung, die Ausbildung ernsthaft zu betreiben und zügig zu durchlaufen. Ein Student hat den für seinen Studiengang maßgeblichen Studienplan einzuhalten. Ein Bummelstudium muß von den Eltern also nicht finanziert werden. Dies bedeutet nicht, daß beim Studium die Mindeststudienzeit maßgeblich ist. Verlangt werden kann aber ein ernsthaft betriebenes Studium anhand der vorliegenden Lehrpläne. Schließt sich an ein Studium eine Promotion an, besteht in der Regel kein Unterhaltsanspruch.

In Ihrem Fall ist von einer lückenlosen Ausbildung auszugehen, welche Ihren Begabungen und Fähigkeiten entspricht, so dass grundsätzlich eine Unterhaltspflicht der Eltern besteht.

Beide Eltern sind dem Kind gegenüber barunterhaltspflichtig, unabhängig davon, ob das volljährige Kind bei einem Elternteil im Haushalt wohnt und tatsächlich noch von diesem betreut wird. Dies gilt auch für privilegierte volljährige Kinder. Ist nur ein Elternteil leistungsfähig, trägt dieser die volle Unterhaltslast. Erbringt der nicht leistungsfähige Elternteil Betreuungsleistungen, in dem er dem Kind z.B. ein Zimmer zur Verfügung stellt, die Wäsche wäscht und ähnliches mehr, reduziert sich hierdurch nicht der von Barunterhaltspflichtigen zu zahlende Unterhaltsbetrag.

Ihr Vater müsste nach Ihrer Schilderung den gesamten Unterhalt aufbringen.

Die Höhe richtet sich nach der Düsseldorfer Tabelle.

Danach beträgt der angemessene Gesamtbedarf eines Studierenden, der nicht bei seinen Eltern lebt, 600,- Euro.

Davon wäre noch das hälftige Kindergeld in Abzug zu bringen, so dass ca. 524,- Euro verbleiben.

Dies wäre der Ihnen zustehende Unterhaltsbetrag.

Dieser Unterhaltsbetrag wird, falls er tatsächlich gezahlt wird, bei der Berechnung des Bafög berücksichtigt, denn Unterhalt hat Vorrang vor Bafög.

Ich hoffe, Ihre Anfrage hinreichend beantwortet zu haben und verbleibe

mit freundlichen Grüßen

Christian Kah
Rechtsanwalt
www.net-rechtsanwalt.de

Nachfrage vom Fragesteller 01.04.2005 | 15:55

Ok, vielen dank.

Da der elterliche Unterhaltsbetrag beim Bafoeg Antrag nicht angegeben werden musste (habe mich nochmal vergewissert) würde ich die Rechnung dann so interpretieren:

Unterhaltsanspruch 524,-EUR
- 150,-EUR Bafoeg
= 374,-EUR Anspruch auf mtl. Überweisung

Würden Sie dem zustimmen?

Mich irritiert etwas, daß das Bafoeg Amt nur einen Gesamtbedarf von 505,-EUR vorsieht. Könnte jedoch evtl. bedingt sein durch die Berücksichtigung der Mietkosten.

Vielen Dank
MfG
Tobias

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 01.04.2005 | 16:49

So können Sie die Berechnung durchführen. Allerdings, wäre eigentlich der Unterhalt auf das Bafög anzurechnen und nicht umgekehrt, aber im Ergebnis stimmt die Summe.

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