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Welche Gesellschaftsform?


| 17.06.2005 14:06 |
Preis: ***,00 € |

Vertragsrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Guten Tag,

ich mache mich am 1.7. mit einem Verlag und PR-Beratung selbständig. Mein Eigenkapital beträgt 5.000 Euro. Mein Bruder möchte sich mit 15.000 Euro an meiner Firma beteiligen. Nun stellt sich also die Frage nach der Gesellschaftsform.

Folgende Gedanken hab ich mir nach gründlicher Recherche schon selbst gemacht: mein Bruder hat zunächst auf die Gründung einer Limited gedrängt, was aus seiner Sicht durchaus Sinn macht, da er in England lebt. Da aber die Limited wohl hierzulande immer noch eher den Ruf einer "Briefkastenfirma" genießt, möchte ich davon absehen. Ich habe auf einem Modell mit mir als Einzelunternehmerin und ihm als Stillen Teilhaber herumgedacht, und zwar aus dem Grunde, weil er in der Firma auf jeden Fall nicht operativ mitwirken wird (er ist Arzt, arbeitet also in einer komplett anderen Branche), und auch weil ich ihm so Haftungsfreiheit zusagen kann (??). Seine "Belohnung" wäre für die 15.000 Euro eine 15%-ige Gewinnbeteiligung. Nun sagte man mir heute auf Anfrage bei der IHK, Stille Teilhaberschaft mit selbst ausgehandelten Konditionen gibt es so nicht mehr... - stimmt das?? Und wenn nicht, könnten wir die Formen der Beteiligung, Rechte und Pflichten tatsächlich selbst festlegen? Muss das notariell beurkundet werden?

Als Alternative wäre da noch die Gründung einer KG - aber wie verhält sich diese, wenn er als Kommanditist doch den größeren Teil des Kapitals stellt? "Gehört" ihm dann auch der größere Teil der Firma?? Und könnten wir auch hier Beteiligung, Rechte und Pflichten selbst festlegen?? Ließe sich die Beteiligung in Form eines festen "Gehaltes" für ihn ausschütten??

Danke im Voraus für die Beratung!

Freundliche Grüße!
17.06.2005 | 15:31

Antwort

von


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Sehr geehrte Fragestellerin,

da Sie vorliegend das operative Geschäft allein durchführen wollen, daneben eine Beteiligung Ihres Bruder an eventuellen Verlusten nicht erfolgen soll, erscheint in der Tat die stille Gesellschaft als sachgerechte Lösung.

Diese hat die folgenden Vorteile:

Die Einlage des stillen Gesellschafters geht in das Vermögen des Inhabers über (§230HGB). Der Inhaber hat weiterhin allein die Geschäftsführung.Der stille Gesellschafter wird insbesondere aus den vom Inhaber eingegangenen Geschäften nicht berechtigt oder verpflichtet. Der stille Gesellschafter ist im vereinbarten Umfang am Gewinn beteiligt, die Beteiligung am Verlust kann vertraglich ausgeschlossen werden (§ 231 II HGB).

Stilles Kapital kann eigen- oder fremdkapitalähnlich gestaltet werden, in jedem Fall mindern Ausschüttungen auf stille Beteiligungen als Betriebsausgaben den steuerlichen Gewinn des Unternehmens.

Die Eintragung im Handelsregister und ein notarieller Vertrag sind nicht erforderlich.

Im Falle der Insolvenz kann der stille Gesellschafter seine Forderung bezüglich der geleisteten Einlage als Insolvenzgläubiger im Insolvenzverfahren über das Vermögen des Unternehmens geltend machen.

Demgegenüber haftet bei der KG der Kommanditist bis zur Höhe seiner Einlage.Der auszuschüttende Gewinn richtet sich dort nach der Höhe der Einlage.Dies würde bedeuten, dass demjenigen, der das meiste Kapital zur Verfügung stellt, auch der höchste Teil am Gewinn zukommt, was nach Ihren Angaben nicht gewollt ist. Dem Kommanditisten werden daneben Verluste, die seine Einlage überschreiten weiter zugeschrieben. Diese müssen mit späteren Gewinnen verrechnet werden.Dies wollen Sie nach obigem wohl ebenfalls nicht.

Beim stillen Gesellschafter wäre das nach § 232 II HGB anders: Die Haftung für Verluste kann hier ausgeschlossen werden.

Insoweit wäre anhand Ihrer Angaben anstatt der KG wohl eher eine stille Gesellschaft interessengerecht.

Haben Sie bitte Verständnis dafür, dass eine umfassende Darstellung der einzelnen denkbaren Gesellschaftsformen und die Berücksichtigung aller individuellen Vor- und Nachteile im konkreten Einzelfall im Rahmen dieser elektronischen Kurzberatung nicht erfolgen kann. Insoweit kann an dieser Stelle zwangsläufig nur eine grobe Übersicht gewährt werden.

Ich rate Ihnen, die Einzelheiten vor Gründung mit einem auf Unternehmensgründungen spezialisierten Rechtsanwalt umfassend zu besprechen.Dabei sollten insbesondere auch steuerrechtliche Fragen von Belang sein.

Ich hoffe, Ihnen mit dieser Antwort erst einmal weitergeholfen zu haben.

Mit freundlichen Grüßen

F.Sachse
Rechtsanwalt


Nachfrage vom Fragesteller 17.06.2005 | 15:57

Hallo Herr Sachse,

vielen Dank, das war eine große Hilfe und bringt mich in meinem Entscheidungsprozess schon mal einen großen Schritt weiter. Nur um noch mal sicher zu gehen: nach Ihrem Kenntnisstand war die Auskunft der IHK, die Stille Gesellschaft gäbe es nicht mehr, also falsch??

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 17.06.2005 | 18:02

Ja. Im aktuellen HGB ist die Stille Gesellschaft jedenfalls noch vorhanden. :)

Bewertung des Fragestellers |


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