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Welche Ansprüche habe ich nach einer Scheidung bei Gütertrennung


27.11.2006 17:04 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Sylvia True-Bohle



Durch die Risiken der beginnenden damaligen Selbständigkeit meines Mannes habe wir im Jahre 1994 "Gütertrennung" vereinbart. Wir sind seit 1993 verheiratet unsere Kinder sind 9 u. 11 Jahre alt. Seit nunmehr 11 Jahren kümmere ich mich ausschließlich um Haushalt,Häuserrenovierung und Kindererziehung etc. Mein Mann ist ausschließlich seit Beginn unserer Ehe als Selbständiger tätig. Er zahlt somit keine Rentenversicherungsbeiträge. Wir haben vor 11 Jahren eine Immobilie in der wir bis Sept. 2006 zusammen gewohnt haben erworben. Durch die problematische Ehesituation hat mein Mann ein weiteres Haus gekauft (auf seinen Namen) in das wir nun doch voller Hoffnung auf Besserung zusammen eingezogen vor zwei Monat zusammen eingezogen sind.Vor einem Monat konnte mein Mann für 2,5 Mio. Euro vor Abzug von Steuern seine Firma verkaufen. Das soll nun seine Rentenabsicherung fürs Alter sein und sollte ich bei Ihm bleiben, wäre das nach seinem Reden auch meine Rentenabsicherung. Auch weiterhin arbeitet er noch für die Firma zu einem monatliches Brutto-Gehalt von 12.500 Euro. Dieser Arbeitsvertrag läuft noch 2 1/2 Jahre. Bisher haben wir uns beide nicht um die Absicherung im Alter bemüht. In den ganzen Jahren habe ich sämtliche Dinge in die Hand genommen und mich um alles gekümmert ihm sozusagen zum Karrieremachen den Rücken frei gehalten. Würde ich nach einer Scheidung nun mit leeren Händen darstehen? Ich weiß nicht mehr was ich vor Verzweiflung tun soll. Welchen Anspruch habe ich trotz Gütertrennung. Sämtliches Geld liegt auf den Konten meines Mannes. Eine Rentenabsicherung über Versicherungen etc. gab es bis dato weder für mich noch für meinen Mann. Er hat sich somit noch keine offiziellen Ansprüche erarbeitet. Ich bekomme von ihm nach Quittungsvorlage sämtliche Einkäufe erstattet. Er zahlt ebenfalls auch die Schulden für das gemeinsam angeschaffte Haus ab, da ich gar kein eigenes Einkommen besitze. Wenn ich mich nun scheiden lassen möchte, welche Ansprüche habe ich dann? Was kann ich ungefähr monatlich erwarten? Oder sollte mein ihm ständiges "Rückenfreihalten" durch die Gütertrennung keine Honorierung finden? Was steht mir denn nun wirklich zunmindest ungefähr zu???

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Sehr geehrte Ratsuchende,

da Sie Gütertrennung vereinbart haben, haben Sie keinen Anspruch auf einen Vermögensausgleich. Ihnen steht nach Ehescheidung nur Ihr Vermögen zu, nach Ihrer Schilderung der Anteil an dem zunächst erworbenen gemeinsamen Haus, wenn Sie dort als Miteigentümerin eingetragen sind.

Leider wird Ihrer Tätigkeit und Ihr Einsatz während der Ehe insoweit nicht besonders honoriert.

Allenfalls könnte gesondert überprüft werden, ob der Gütertrennungsvertrag Angriffspunkte bietet.

Im Falle einer Ehescheidung haben Sie einen Anspruch auf Unterhalt, der ca. 3/7 des Einkommens Ihres Mannes beträgt; nach Abzug des Kindesunterhaltes, wenn die Kinder bei Ihnen bleiben.

In Anbetracht der Vermögenssituation Ihres Mannes wird der Kindesunterhalt sehr hoch sein. Es wird hier Einzelfallentscheidung sein, da sich das Einkommen Ihres Mannes in einem Bereich bewegt, der die Einkommensgruppe der Düsseldorfer Tabelle weit übersteigt. Je nach Bedarf der Kinder könnte dieser durchaus ca. 1.000,00 EUR betragen. Das ist aber noch genauer zu prüfen.

Ihr eigener Unterhaltsanspruch wird ebenfalls entsprechend hoch sein. Die genaue Höhe kann hier nicht abschließend festgestellt werden. Zum unterhaltsrechtlichen Einkommen Ihres Mannes würden dann auch noch Zinseinkünfte hinzugerechnet werden, die dieser aus der Anlage des Verkaufserlöses der Firma erzielt.

Allerdings wären Sie gehalten, im Falle einer Scheidung zunächst auch einer Teilzeiterwerbstätigkeit nachzugehen. Sind die Kinder älter, müssen Sie diese auf eine Ganztagstätigkeit ausweiten. Die daraus erzielte Vergütung wäre auf einen Unterhaltsanspruch anzurechen.

Im Falle einer Scheidung stehen Sie daher nicht mit leeren Händen da.

Neben dem Unterhalt steht Ihnen auch noch der sogenannte Vorsorgeunterhalt zu, Krankenversicherungs- und Rentenversicherungsbeiträge.

Damit wären wir beim Thema der Altersvorsorge. Offensichtlich hat es hier keine Absicherung gegeben. Dieses sollte schnellstmöglichst nachgeholt werden.

Sie sollten Ihren Mann darauf ansprechen, dass eine gesonderte Absicherung für Sie erfolgen sollte. Wenn Sie dieses nicht mir einer möglichen Trennung begründen möchten, begründen Sie es damit, dass Sie dieses für den Fall eines Ablebens Ihres Mannes haben möchten.

Sie können dieses damit begründen, dass die Kinder erbberechtigt sind, wenn der Mann verstirbt. Haben Sie aber eine nur auf Ihren Namen angelegte Altersversorgung, haben die Kinder hierauf keinen Anspruch.

Die Höhe eines Unterhaltsanspruches ist genau zu berechnen. Dafür ist aber das genaue Einkommen Ihres Mannes zu berechnen zuzüglich der Zinseinkünfte. Dabei sind aber auch zunächst die monatlichen Schulden zu berücksichtigen und der Kindesunterhalt ist zunächst abzuziehen.

Ich kann Ihnen daher raten, vor Ort einen Kollegen einen Anspruch einmal genau berechnen zu lassen, damit Sie genau wissen, mit welchen Zahlungen Sie zu rechnen haben.

Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwältin
Sylvia True-Bohle

Nachfrage vom Fragesteller 27.11.2006 | 18:19

Herzlichen Dank für Ihre schnelle Antwort. Dennoch verstehe ich den *Unterhaltsanspruchspunkt* nicht ganz und erlaube mir nochmals nachzufragen. Im Falle der Scheidung würde mir immer 3/7 des Einkommens meines Mannes (welches berechnet wird aus normalen Einkommen und Zinseinnahmen) zustehen????? Oder ist das nur die Summe für die Trennungszeit? Wenn die Kinder bei mir bleiben wollen, was aufgrund des Luxus, den der Vater bietet absolut fraglich ist, würde mir von dieser 3/7 Summe der Unterhaltsanspruch abgezogen?? Das verstehe ich nicht ganz? Dannach schreiben Sie dass mein eigener Unterhaltsanspruch ebenfalls so hoch sein dürfte wie der meiner Kinder.
Wenn also die regelmäßigen Zinseinkünfte meines Mannes sich bei monatlich 8000 Euro bewegen hinzu auch noch ein Bruttogehalt von rund 10.000 Euro kommt. Dann wäre das ja eine für mich schon gigantisch erscheinende Summe. Bitte helfen sie mir, das für mich scheinbarer Mißverständnis aufzuklären. Es wäre für mich fatal mich in einer Sicherheit zu wiegen. Ganz herzlichen Dank.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 28.11.2006 | 06:16

Sehr geehrte Ratsuchende,

zunächst einmal ist vom unterhaltsrechtlich anrechenbaren Einkommen auszugehen. Das ist zum einen das Nettogehalt, in Ihrem Fall abzüglich Krankenversicherungsbeiträge. Weitere Abzüge sind auf Nachweis vorzunehmen; z.B. ehebedingte Schulden etc.. Sie sollten beachten, dass Ihre Angaben (10.000,00 EUR) das Bruttogehalt betrifft. Allein das Nettoeinkommen dürfte weitaus niedriger sein und sich bei ca. 7.000 EUR bewegen. Dem sind anrechenbare Zinseinkünfte zuzurechnen. Auch diese sind zu überprüfen. Weiter wären Steuererstattungen/Nachzahlungen in die Berechnung mit einzubeziehen. Sie sehen, dass eine genaue Berechnung unerläßlich ist.

Die von mir genannte Quote ist ein grober Anhaltspunkt.

Ihr Unterhaltsanspruch richtet sich nach Ihrem Bedarf, der sich wiederum an den ehelichen Lebensverhältnissen orientiert. Sie müssen Ihren Bedarf im Falle konkret darlegen. Wollen Sie also einen Unterhaltsanspruch in Höhe von z.B. 2.500,00 EUR geltend machen, müssen Sie darlegen, dass dieses Ihr Bedarf ist.

Gleiches gilt für den Kindesunterhalt, der als erster zu berechnen ist.

Da es sich hier um Unterhalt bei hohen Einkommen handelt, müssen Sie vor Ort einen Kollegen aufsuchen, der den Anspruch genau berechnen kann, um die von Ihnen gewünschte Sicherheit zu erhalten.

Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwältin
Sylvia True-Bohle

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