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Welche Abfindung ist gerechtfertigt?


11.02.2006 22:09 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht



Welche Abfindung ist nach 38 Jahren Betriebszugehörigkeit gerechtfertigt?
Zur Person: Jahrgang 1947, Steuerklasse 1, Nettoeinkommen: 1900,00 €.
Arbeitgeber: großer Industriebetrieb, Chemiebranche.
Wir wurden am 01.01.2005 durch einen großen Konzern übernommen.
Am 01.04.2005 erhielt ich einen Altersteilzeitvertrag. Das Arbeitsteilzeitverhältnis endet lt. Vertrag am 31.03.2011. Vom 13.04.2005 bis 05.02.2006 stand ich dem Betrieb aufgrund einer Krankheit und anschließender Kur nicht zur Verfügung. Am 06.02.2006 habe ich die Arbeit wieder aufgenommen. Ich merke aber, daß der Betrieb mich "lieber heute als morgen" von der Gehaltsliste streichen möchte. Man machte mir folgenden Vorschlag: Aufhebung des Altersteilzeitvertrages und Kündigung zum 30.06.2006 mit einer Abfindung von genau 26.670,34 €.
Diese Summe finde ich nach 38 Jahren Zuverlässigkeit äußerst "lachhaft". Aber welche Summe ist gerechtfertigt? Soll ich meinen Altersteilzeitvertrag wirklich auflösen? Gibt es andere Möglichkeiten?

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Sehr geehrter Ratsuchender,

in der Rechtsprechung hat sich als Faustregel ein Betrag von einem halben Nettogehalt pro Beschäftigungsjahr herausgebildet.

Im Übrigen ist dies Verhandlungssache, je nach den Umständen, z.B. aufgrund der Tatsache, dass es Sie vom Alter her gesehen entsprechend härter trifft, arbeitslos zu werden als ansonsten vergleichbare Arbeitnehmer.

Bei Ihnen ergäbe sich also als Richtschnur ein Betrag in Höhe von mindestens € 36.000.

Somit ist das Angebot des Arbeitgebers schon aus dieser Sicht nicht akzeptabel. Vor Gericht dürften Sie bei entsprechender Argumentation um einiges mehr „herausschlagen“ können.

Aber auch bei einer entsprechend höheren Abfindung werden Sie im Zweifel nicht die Nachteile ausgleichen können, die Ihnen infolge möglicher Langzeitarbeitslosigkeit entstehen könnten.

Deshalb sollten Sie nach meinem Dafürhalten lieber die weitere Entwicklung abwarten und nötigenfalls bei Gericht Kündigungsschutz beantragen (Frist: drei Wochen nach Zugang der Kündigung!). Gegenüber einer betriebsbedingten Kündigung dürften Sie aufgrund Ihrer langen Betriebszugehörigkeit und Ihres Alters eher gute Karten haben.

Sollten im Verlauf dieser Angelegenheit noch Probleme auftauchen, stehe ich Ihnen gerne für eine weitere Beratung oder Vertretung zur Verfügung.
Sofern Sie zu meinen Ausführungen noch Nachfragen haben, können Sie diese über die kostenlose Nachfragefunktion stellen.

Mit freundlichen Grüßen

Wolfram Geyer
Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 12.02.2006 | 14:08

Vielen Dank für die Antwort. Da ich Mitglied i.d. Gewerkschaft bin, habe ich vor 2 Wochen dort nach der ungefähren Höhe einer Abfindung nachgefragt. Hier sagte man mir, daß sich diese wie folgt errechnet: Nettolohn x 2 x Anzahl der Jahre. Warum unterscheiden sich Ihre und deren Aussage so? Muß die tatsächliche Abfindung dann versteuert werden?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 12.02.2006 | 16:04

Sehr geehrter Ratsuchender,

1.
Wie bereits erwähnt, ist die genaue Höhe der Abfindung zumeist Verhandlungssache. Als Grundlage dient entweder die Vorgabe von einem halben Monatsgehalt (und zwar brutto, nicht netto, wie von mir versehentlich in der Ausgangsantwort geschrieben) pro Beschäftigungsjahr, wobei auch die Begrenzung auf 18 Monatsgehälter nach § 10 Abs. 2 KSchG nur eine grobe Orientierung bietet. Es besteht also durchaus Spielraum nach oben.

Soweit eine entsprechende Betriebsvereinbarung besteht oder im Fall langjähriger betrieblicher Übung kann es außerdem sein, dass in Ihrem Fall eine wesentlich höhere Abfindung üblicherweise gezahlt wird, auf deren Maßstab sie sich gegebenenfalls berufen könnten.
Ohne eine solche Regelung auf vertraglicher bzw. betrieblicher Ebene werden Sie eine Abfindung, die sich nach dem zweifachen Nettolohn und der Dauer der Betriebszugehörigkeit bemisst, allerdings kaum erreichen können. Fragen Sie diesbezüglich am Besten noch etwas genauer bei Ihrer Gewerkschaft oder bei dem Betriebsrat nach.
Gerade bei großen Industriebetrieben sind oft auch hohe Sockelbeträge üblich.

2.
Die Abfindung ist auch voll zu versteuern. Der Freibetrag von € 7.200 gilt leider nur noch für Abfindungsansprüche, die vor dem 1.Januar 2006 entstanden sind.

Mit freundlichen Grüßen

Wolfram Geyer
Rechtsanwalt

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