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Weiteren Wohnsitz als doppelte Haushaltsführung ansetzen?

| 25.07.2010 18:15 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Ernesto Grueneberg, LL.M.


Sehr geehrte Damen und Herren,

meine Frage bezieht sich auf 2011, also in ca. 1/2 Jahr.

Ich bin 41, Diplom-Ingenieur, nicht verheiratet, lebe mit meinem Lebensgefährten seit vielen Jahren zusammen, habe Einkünfte u.a. aus nichtselbständiger Tätigkeit.

Ich arbeite von meinem Homeoffice aus als internationaler Marketing Manager.

Ich wohne seit vielen Jahren sowohl in Köln als auch auf Sylt. Mein Lebensmittelpunkt ist sowohl Köln als auch Sylt, es überwiegt kein Aufenthaltsort. Als Wohnsitz ist derzeit Köln angemeldet, ohne jegliche Begründung.

Aufgrund von Homeoffice ist es meinem in Berlin sitzenden Arbeitgeber egal, von wo aus ich meine internationale Tätigkeit ausübe bzw. wo mein 1. bzw. 2. Wohnsitz ist. Ich habe auch einen berufsbedingten Firmenwagen.

Meine Fragen sind:
Wenn ich Köln (hier bin ich derzeit gemeldet) als meinen 1. Wohnsitz ansehe, kann ich dann meinen nachweisbaren, weiteren Wohnsitz auf Sylt als doppelte Haushaltsführung ansetzen in Verbindung mit Homeoffice?
Auch die umgekehrte Möglichkeit, also 1. Wohnsitz Sylt und die doppelte Haushaltsführung dann für Köln ansetzen?

Oder bestehen andere Möglichkeiten, da die Sache erst 2011 zum Tragen kommen soll?

Für eine Antwort wäre ich sehr dankbar.

Mit freundlichen Grüßen

Sehr geehrter Fragesteller:

vielen Dank für Ihre Anfrage.

Ich möchte anhand des geschilderten Sachverhaltes im Rahmen einer Erstberatung wie folgt beantworten:

"Wenn ich Köln (hier bin ich derzeit gemeldet) als meinen 1. Wohnsitz ansehe, kann ich dann meinen nachweisbaren, weiteren Wohnsitz auf Sylt als doppelte Haushaltsführung ansetzen in Verbindung mit Homeoffice?"

Es kommt bei Ihnen, meiner Rechtsauffassung nach, keinen Abzug von Werbungskosten aufgrund doppelter Haushaltsführung in Frage. Im Einzelnen:

Eine doppelte Haushaltsführung (LStR 9.11 Abs. 1 bis 4) liegt bei Arbeitnehmern vor, die:
- beruflich veranlasst
- außerhalb des Ortes, an dem sie einen eigenen Hausstand (bei verheirateten Arbeitnehmer Wohnort der Familie) unterhalten, beschäftigt sind und
- am Beschäftigungsort oder in dessen Nähe eine Zweitwohnung haben (§ 9 Abs. 1 S. 3 Nr. 5 EStG).

Berufliche Veranlassung liegt dann vor, wenn der Arbeitnehmer die Zweitwohnung beziehen muss auf Grund:
- eines Wechsels des Beschäftigungsortes anlässlich einer vorübergehenden Auswärtstätigkeit,
- einer Versetzung,
- eines Arbeitgeberwechsels,
- anlässlich der erstmaligen Begründung eines Arbeitsverhältnisses oder
- der Wegverlegung des Familienwohnsitzes vom Beschäftigungsort, wenn von einer Zweitwohnung am Beschäftigungsort aus der bisherigen Beschäftigung weiter nachgegangen wird.

Bei der Prüfung, ob bei Ihnen eine steuerlich relevante doppelte Haushaltsführung vorliegt, wird nicht zu überwinden sein, dass die Wohnung in Sylt nicht aufgrund beruflicher Veranlassung bezogen wurde. Denn für die Telearbeit entscheidend sein soll, dass man für diese Tätigkeit nicht ortsgebunden ist. Dem Sachverhalt kann ich kein Grund entnehmen, weshalb die Aufnahme einer Wohnung in Sylt erforderlich bzw. zweckmäßig wäre.

"Auch die umgekehrte Möglichkeit, also 1. Wohnsitz Sylt und die doppelte Haushaltsführung dann für Köln ansetzen?"

Auch nicht. Siehe oben.

Im Übrigen muss ich Anmerken, dass die melderechtlichen Verhältnisse für die Festlegung des Mittelpunktes der Lebensinteressen eher wenig relevant sind.

Bei Ihnen käme aber nach Rechtsprechung des BFH (BFH 23.5.2006 VI R 21/03, BStBl. II 2006, 600) die Geltendmachung von Werbungskosten aufgrund eines häuslichen Arbeitszimmers. Denn bei Telearbeitern bildet dieses idR den Mittelpunkt der beruflichen Tätigkeit des Steuerpflichtigen. (§ 9 Abs. 5 i. V. m. § 4 Abs. 5 S. 1 Nr. 6 b EStG).

Mit freundlichen Grüßen.

Bewertung des Fragestellers 18.08.2010 | 09:24

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