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Weiterbildung - Ich habe nun die Frage, kann mich der Arbeitgeber zu einer Videoanalyse zwingen ?


| 27.11.2011 15:17 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht



Sehr geehrte Anwältin,
sehr geehrter Anwalt,

ich arbeite bei einem Unternehmen im Vertriebsaussendienst.

Im Rahmen einer Weiterbildung sollte ein Rollenspiel über ein Verkaufsgespräch durchgeführt werden.

Dieses Rollenspiel sollte per Video aufgezeichnet werden und anschließend in einer Gruppe analysiert werden.

Aus persönlich/privaten Gründen habe ich gebeten diese Übung nicht durchführen zu müssen.
Nach Ablehnung der Bitte habe ich die Übung verweigert.

Nun droht mir Ungemach.

Ich habe nun die Frage, kann mich der Arbeitgeber zu einer Videoanalyse zwingen ?
Mit welchen Rechtlichen Konseqenzen habe ich zu rechnen?

Ich würde mich freuen auf diese doch sicherlich ungewöhnliche Frage eine Antwort zu erhalten.

Mit freundlichem Gruß

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Sehr geehrte Ratsuchende,

Ihre Anfrage kann ich Ihnen anhand Ihrer Angaben und unter Berücksichtigung Ihres Einsatzes wie folgt beantworten:

Zunächst einmal weise darauf hin, dass die Beantwortung Ihrer Frage ausschließlich auf Grundlage Ihrer Schilderung erfolgt. Die Antwort dient lediglich einer ersten rechtlichen Einschätzung, die eine persönliche und ausführliche Beratung durch einen Rechtsanwalt in der Regel nicht ersetzen kann.

Das Weglassen oder Hinzufügen weiterer Sachverhaltsangaben kann möglicherweise eine andere rechtliche Beurteilung zur Folge haben. Eine endgültige Einschätzung der Rechtslage ist nur nach umfassender Sachverhaltsermittlung möglich.

Zunächst einmal ist festzuhalten, dass Sie als Arbeitnehmer grundsätzlich dazu verpflichtet sind, Ihre Fähigkeiten auf dem aktuellen Stand zu halten.

Hierzu gehört auch die Teilnahme an beruflichen Weiterbildungen.

Der Arbeitgeber ist aufgrund seines Direktionsrechtes auch dazu befugt, die Teilnahme an Weiterbildungen (zumindest, wenn sie während der Arbeitszeit stattfinden) anzuordnen.

Weiterhin darf der Arbeitgeber auch den Inhalt und die Form der Weiterbildung bestimmen.

Dies gilt natürlich nur, solange der Inhalt der Fortbildung irgendetwas mit der beruflichen Tätigkeit zu tun hat.

Auch bei der Wahl Form der Weiterbildung, bzw. bei der Wahl der während der Weiterbildung verwendeten Methoden ist der Arbeitgeber relativ frei.

Eine Grenze dürfte dort liegen, wo essentielle Rechte der Fortbildungsteilnehmer z.B. durch Erniedrigungen oder ähnliches verletzt werden.

In Ihrem Fall käme durch die Verwendung von Videomitschnitten eine Verletzung des Rechts auf informationelle Selbstbestimmung (Recht am eigenen Bild) in Betracht.

Ich gehe davon aus, dass die Gruppe, die an der Analyse des Videos teilnimmt auch bereits während des simulierten Verkaufsgesprächs anwesend ist und dass das Video nur im Rahmen dieser Gruppe gezeigt wird.

In diesem Fall dürfte es Ihnen – da jeder, der das Video sieht ohnehin das gezeigte schon gesehen hat – rechtlich zumutbar sein, der Videoaufzeichnung zuzustimmen, insbesondere, da diese auch als geeignetes Mittel zu Analyse und Verbesserung der Verkaufstechnik erscheint.

Der Arbeitgeber kann also tatsächlich verlangen, dass Sie an der Videoanalyse teilnehmen.

Sie hingegen können verlangen, dass die Videoaufnahme sobald sie ihren Zweck erfüllt hat, gelöscht wird.

Als mögliche Konsequenz der Verweigerung kann Ihnen eine Abmahnung drohen.

Diese wird in Ihre Personalakte aufgenommen und dient als „Vorstufe" zu einer Kündigung.

Bei einem weiteren Vorfall ähnlicher Art hätte Ihr Arbeitgeber die Möglichkeit, Ihnen fristlos zu kündigen.

Ich hoffe, dass ich Ihnen mit meiner Antwort einen Einblick in die Rechtslage verschaffen konnte und verbleibe
Bewertung des Fragestellers 29.11.2011 | 19:57


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