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Weiter Arbeiten trotz Insolvenz?


16.01.2007 11:53 |
Preis: ***,00 € |

Insolvenzrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Martin P. Freisler



Ich bin selbstständig und habe ca. 8000EUR offene Aussenstände und kann daher meine eigenen Verbindlichkeiten nicht mehr zahlen. Eine Invsolvenz scheint unausweichlich!

Nun ist klar, dass im Falle einer Insolvenz alle Forderungen an den Insolvenzverwalter übergehen.

Ich arbeite im Bereich des Consulting.

Besteht die Möglichkeit nach einer Insolvenz, selbstständig bei Null einzusteigen und dann neu eingehende Aufträge zu verbuchen!
Oder muss ich einen anderen Ansprechpartner als Geschäftsführer der Firma nennen (ist nicht eingetragen und daher kein Problem)?

Einige kleinere Projekte (webshop u.s.w.), aus denen ich regelmässig Geld beziehe, wären bei einer Insolvenz ebenfalls gecancelt. Da daraus aber längerfristig ohne Investitionen Gelder fliessen, würde ich diese gern weiterführen. Besteht die Möglichkeit, dass ich diese an jemand abgebe, derm mich dann dafür beauftragt, ich bekomme dafür dann meine Provision, wenn eine eigene Weiterführung nicht möglich ist?

Welchen Weg soll ich gehen ohne Probleme zu bekommen?

Da es für die Agentur (Online) nichts zu verwerten gibt, kann ich diese ja an jemanden abgeben der diese weiterführt und ich nur noch angestellt oder auf Auftrag arbeite.

Gibt es für mich noch andere Möglichkeiten? Factoring? Übereignung der offenen Forderungen? Ansprechpartner dafür?

Vielen Dank
Sehr geehrte(r) Ratsuchende(r),

aufgrund des von Ihnen dargelegten Sachverhaltes und vor dem Hintergrund Ihres Einsatzes beantworte ich Ihre Anfrage im Rahmen einer Erstberatung wie folgt:

Während eines eröffneten Insolvenzverfahrens geht die Verwaltungs- und Verfügungsbefugnis über Ihr Vermögen auf den Insolvenzverwalter über. Diese sog. Insolvenzmasse wird durch den Verwalter verwertet und zur Begleichung der Verbindlichkeiten eingesetzt.

Daher werden sämtliche Vermögenswerte, aufgrund Ihrer Schilderungen insb. das pfändbare Einkommen, Beteiligungen an Gesellschaften u.ä. durch den Insolvenzverwalter verwertet werden.

Das Insolvenzverfahren selbst verbietet Ihnen keine Arbeitstätigkeit. Vielmehr sind Sie sogar verpflichtet, jede zumutbare Erwerbstätigkeit auszuüben, sollten Sie die Restschuldbefreiung beantragen.

Sobald Sie Vermögenswerte vor der Insolvenz beiseite schaffen, um es dem Zugriff des Verwalters und damit auch den Gläubigern zu entziehen, riskieren Sie sowohl eine Versagung der Restschuldbefreiung und machen sich ggf. strafbar.

Nach dem Abschluss des Insolvenzverfahrens erhalten Sie die Verwaltungs- und Verfügungsbefugnis über Ihr Vermögen zurück und können auch Ihre bisherigen Tätigkeiten (wieder) aufnehmen. Bei einer beantragten Restschuldbefreiung haben Sie jedoch für einen Zeitraum von 6 Jahren ab Insolvenzeröffnung, die pfändbaren Einkommensanteile abzuführen.

Da dies nur eine kurze Beschreibung des Insolvenzverfahrens ist und nicht sämtliche Besonderheiten – insb. einer in Betracht kommenden Regelinsolvenz - pauschal hier nicht ausgeführt werden können, rate ich Ihnen, rechtzeitig einen Kollegen vor Ort aufzusuchen, der Sie bei der Vorbereitung und Durchführung des Verfahrens unterstützt.

Ich hoffe, dass Ihre Fragen in meinen Ausführungen zufrieden stellend beantwortet wurden und Ihnen eine erste Orientierung gegeben werden konnte. Andernfalls darf ich Sie auf die Möglichkeit einer für Sie kostenlosen Nachfrage hinweisen. Gerne stehe ich Ihnen bei der weiteren Wahrnehmung Ihrer Interessen zur Verfügung.

Ich verbleibe mit freundlichen Grüßen


Martin P. Freisler
- Rechtsanwalt -

http://www.ra-freisler.de
http://www.kanzlei-medizinrecht.net



Nachfrage vom Fragesteller 16.01.2007 | 15:17

Wie sieht das mit den Onlineprojekten aus, diese können ja nicht verwertet werden.

Was gibt es noch für Möglichkeiten für mich?

Danke

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 16.01.2007 | 16:39

Da Ihre Nachfrage sehr generell gestaltet ist, besteht leider keine Möglichkeit individuelle Modelle zu erörtern. Ich gebe zu bedenken, dass dafür dieses Forum auch nicht geeignet ist, da dies eine individuelle Beratung nach Kenntnis sämtlicher Umstände voraussetzen würde, die grundsätzlich nur im Rahmen einer Mandatierung möglich ist.

Grundsätzlich haben Sie von einer generellen Verwertung für die Insolvenzmasse auszugehen, soweit eine Pfändbarkeit besteht. Soweit eine Weiterführung der Geschäfte mit angemessenem Gewinn möglich ist, sehe ich derzeit auch keine Bedenken, dass diese Form mit dem Insolvenzverwalter abgesprochen werden kann. Andernfalls käme eine Freigabe des Geschäftsbetriebes in Betracht, sollte er der Pfändung unterworfen sein.

Als weitere Möglichkeit käme aufgrund der benannten Forderungshöhe ebenfalls ein außergerichtlicher Vergleich mit Ihren Gläubigern in Betracht. Die dafür notwendigen Mittel könnte n Sie ggf. durch den Verkauf der noch offenen Forderungen aufbringen.

Ich rate Ihnen unbedingt, sich an einen Rechtsanwalt vor Ort zu wenden, der Sie umfassend über das Insolvenzverfahren informieren wird.

Mit freundlichen Grüßen

Martin P. Freisler
- Rechtsanwalt -

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