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Wegerecht oder gemeinschaftliches Eigentum an einer Zufahrt

12.01.2019 17:00 |
Preis: 57,00 € |

Hauskauf, Immobilien, Grundstücke


Beantwortet von

Rechtsanwalt Thomas Bohle


Zwei nebeneinanderliegende Grundstücke A und B befinden sich in meinem Eigentum. Die Zufahrt, die direkt an das Grundstück B grenzt, gehört zum Grundstück A, ist aber auch für Grundstück B von Bedeutung. Nun soll Grundstück A verkauft werden, wodurch auch die Zufahrt den Eigentümer wechseln würde, was aber zu einer dauerhaften Beeinträchtigung von Grundstück B führen würde.
Es ist nun aus den örtlichen Gegebenheiten möglich, die Zufahrt als ein separates Grundstück zu betrachten und aus Grundstück A herauszutrennen, wobei das dann entstehende Grundstück, sagen wir C, die Grundstücke A und B auf ganzer Länge voneinander trennt.
Ist es für die Zukunft und für spätere Eigentümer möglich und sinnvoll, die als Grundstück C entstehende Zufahrt als gemeinschaftliches Eigentum zu schaffen oder sollte lediglich ein Wegerecht vereinbart werden?

Sehr geehrter Ratsuchender,


es wäre sinnvoller ein im Grundbuch einzutragendes Wegerecht zu schaffen, sofern auf dem Grundstück A noch keine andere Grundschuld eingetragen ist, aufgrund dessen eine mögliche Zwangsversteigerung betrieben werden kann, d.h. das Wegerecht wäre vorrangig.

Denn dann kann bei einer möglichen Zwangsversteigerung des Grundstückes A dieses vorrangig eingetragene Wegerecht nicht entfallen, bleibt also für Grundstück B auch dann erhalten, wenn Grundstück A in den Zwang geht.


Bei dem Wegerecht sollten dann aber auch alle Kosten, Rechte und Pflichten genau bestimmt und mit eingetragen werden.


Wird der Grundstücksteil hingegen als eigenständiges Grundstück zum Gemeinschaftseigentum umgewandelt, kann es im Falle des Vermögensverfalles eines der Grundstückeigentümer dann zur Teilungsversteigerung kommen - das kann dann zu erheblichen Problemen bezüglich der Zuwegung des Grundstücks A führen, da der neue Eigentümer dann zunächst nicht gehalten wäre, ein Wegerecht einzuräumen.


Daher ist die grundbuchrechtliche Eintragung des Wegerechtes zu favoritisieren.


Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwalt
Thomas Bohle, Oldenburg

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