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Wegerecht, Verkehrssicherung - Bäume

04.11.2020 15:46 |
Preis: 28,00 € |

Hauskauf, Immobilien, Grundstücke


Beantwortet von


Wir können unser Haus nur über ein fremdes Grundstück / Zufahrt erreichen. Wir haben hier seiner Zeit ein Wegerecht eingeräumt bekommen. Der Grundstückseigentümer nutzt die Zufahrt nicht.

Links und Rechts von der gepflasterten Zufahrt befinden sich morsche und vertrocknete Bäume. Diese gehören dem Grundstückseigentümer. Auf unseren Hinweis, dass diese drohen umzufallen, reagierte der Nachbar mit dem Hinweis, dass es uns obliegt die "toten" Bäume ggf. auf unsere Kosten zu fällen, da wir hier die Verkehrssicherungspflicht haben.

Im Grundbuch ist nichts über die Kostentragung wegen der Unterhaltung geregelt. Wer muss also für die Kosten aufkommen?! Der Baumeigentümer oder der Wegerechtsinhaber?!

04.11.2020 | 17:23

Antwort

von


(280)
Freiheitsweg 23
13407 Berlin
Tel: 03080571275
E-Mail:

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Nach § 1020 BGB: Schonende Ausübung müssen Sie den Weg in einem ordnungsgemäßen Zustand erhalten, wenn nichts anderes vereinbart war.
Es kommt also darauf an, ob Ihr Weg nur so breit wie die gepflasterte Zufahrt ist, oder ob er breiter ist und die Bäume auf dem Grundstücksteil stehen, den Sie als Weg benutzen dürfen.

Stehen die Bäume auf dem Weg, sind Sie führ die Bäume zuständig.

Stehen die Bäume neben dem Weg ist der Eigentümer zuständig, solange die Bäume noch stehen. Dies bedeutet aber dann auch, dass er einschätzen kann, ob das Risiko, dass die Bäume umfallen wirklich so groß ist, dass er handeln muss. Wenn er dabei zu dem Ergebnis kommt, dass die Bäume noch einige Jahre stehenbleiben können, weil keine Gefahr besteht, dass diese demnächst umfallen, dann muss das bis zum Beweis des Gegenteils akzeptiert werden.

Sollte sich die Vorhersage des Nachbarn, dass die Bäume noch ausreichend standsicher sind, als falsch erweisen und ein Baum umfallen, kommt es darauf an, in welche Richtung der Baum fällt. Fällt der Baum auf die Zufahrt, müssen Sie die Zufahrt wieder frei räumen, weil Sie diese nach § 1020 BGB: Schonende Ausübung in ordnungsgemäßem Zustand erhalten müssen.
Für den unwahrscheinlichen Fall, dass der Baum in genau dem Moment auf den Weg fällt, in dem Sie dort lang laufen und Sie trifft, kommen Schadenersatzansprüche gegen den Nachbarn in Betracht.

Morsche Bäume fallen in der Regel dann um, wenn eine zusätzliche Kraft gegen den Baum drückt, also nicht bei Windstille sondern eher bei Sturm. Da Sie nach § 1020 BGB: Schonende Ausübung zur schonenden Ausübung des Wegerechts verpflichtet sind, bedeutet dies, dass Sie den gefährdeten Bereich möglichst schnell durchqueren müssen. Sie sollten sich nicht bei Sturm unter einen der morschen Bäume stellen und abwarten, ob Ihnen der Baum auf den Kopf fällt. Denn sonst wird Ihnen ein Mitverschulden nach § 254 BGB: Mitverschulden angerechnet.

Wenn der Baum nicht auf sondern neben dem Weg steht und in eine andere Richtung fällt, ist der Nachbar zuständig, um den umgestürzten Baum zu beseitigen.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwalt Bernhard Müller

Rückfrage vom Fragesteller 05.11.2020 | 08:47

Vielen Dank, dass hilft mir schon mal weiter. Hier nochmal eine Verständnisfrage:

Zur näheren Erläuterung. Der Weg den wir benutzen ist links und rechts mit einem Zaun umzäunt, sprich in der Mitte des Zauns verläuft die Zufahrt. Die Bäume stehen jeweils links sowie rechts hinter dem Zaun auf dem Grundstück des Nachbarn. Sollten diese umfallen, so würden diese auf den Weg fallen.

Ich habe das nun so verstanden, dass in dem Fall, wir dann den Weg von dem umgefallenen Baum befreien müssen.
Der Nachbar wäre aber dennoch in der Pflicht seine Baumbestände auf eine Sturzgefährdung zu überprüfen und ggf. Maßnahmen zu ergreifen, damit diese Gefährdung sich nicht realisiert, sprich die Bäume abzunehmen und dafür die Kosten zu tragen?!

Habe ich das richtig verstanden?!

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 05.11.2020 | 09:05

Sehr geehrter Fragesteller,

das haben Sie richtig verstanden.

Mit freundlichen Grüßen

ANTWORT VON

(280)

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