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Wechselmodell nach Corona

13.05.2020 18:15 |
Preis: 51,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von

Notarin und Rechtsanwältin Anja Holzapfel


Guten Tag.
Wir hatten bisher nach der Trennung folgende Vereinbarung
Sohn 5 Jahre ist mit Hauptwohnsitz bei mir und 14tägig zum Wochenende beim Kindesvater.
In den Zeiten ohne Notbetreuung haben wir uns situationsbedingt erweitert rein geteilt.
Nun klagt der Vater auf generelles Wechselmodell. Ich hingegen möchte zumindest vorerst im Sinne des Kontinuitätsgrundsatzes bei vereinbarten Modell bleiben. Wie kann ich dies kurz und bündig in einem Schreiben an die Gegenseite formulieren.

Vielen Dank

Sehr geehrte FragestellerIn,


Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen wie folgt beantworten:

Sie sollten all die Argumente in den Vordergrund stellen, die aus der Sicht des Kindeswohls gegen den dauerhaften ständigen Wechsel sprechen. Das kann die von Ihnen genannte Kontinuität, im Hinblick auf das Alter Ihres Kindes vor allem bezüglich der Hauptbezugsperson sein. Ein Fünfjähriger tut sich erfahrungsgemäß schwer, wenn er den (bisherigen) hauptsächlich betreuenden Elternteil mehrere Tage lang nicht sieht. Sie können auf die Gegebenheiten in der Wohnung hinweisen, falls beim Vater nicht ausreichend Platz für das Kind ist. Spätestens mit Schulanfang wäre ein eigenes Kinderzimmer, in dem auch ein ruhiger Platz für Hausaufgaben Vorhanden ist, ratsam.

Falls Sie insgesamt weniger arbeiten als der Vater, können Sie auch ins Feld führen, dass bei Ihnen die Betreuungssituation besser ist, also z. B. weniger Fremdbetreuung erforderlich ist. Schließlich können Sie, wenn die Wohnungen nicht sehr nah beieinander liegen, mit dem sonstigen sozialen Umfeld wie Kindergarten, Freunde in der Nachbarschaft, logistischen Problemen bei Hobbys wie Sportvereinen oder ähnlichem argumentieren.

Unter Umständen kann es die Situation entschärfen, wenn Sie dem Vater anbieten, den Umgang angemessen zu erweitern. Möglicherweise kann ein zusätzlicher Nachmittag in der Woche, den Sie ihm anbieten, schon ausreichen, um das sehr problematische Verfahren um das Wechselmodell zu verhindern. In aller Regel verlangen Gerichte eine sehr hohe Übereinstimmung der Eltern und eine ausgeprägte Kommunikationsfähigkeit und -bereitschaft für das Wechselmodell, so dass dieses nur in absoluten Ausnahmefällen gegen den Willen eines Elternteils angeordnet wird.


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen.


Mit freundlichen Grüßen aus Wunstorf

Anja Holzapfel
-Rechtsanwältin-
-Fachanwältin für Familienrecht-

Rückfrage vom Fragesteller 13.05.2020 | 22:13

Herzlichen Dank für die ausführliche Antwort.
Das Kind hat sowohl in meinem als auch in seinem ein eingerichtet Kinderzimmer. Lediglich der Weg in die Kita ist von ihm aus wesentlich länger 45min eine Strecke. Gerade auch für die Schulzeit nächstes Jahr schwer vorstellbar in meinen Augen.
Darüber hinaus war es nie sein Wunsch den Jungen häufiger zu sehen. Jetzt im Rahmen der Krise bzw. nach der Hochzeit erhalte ich ein Anwaltsschreiben wo das Wechselmodell gefordert wird. Warum kann man keinen anderen Weg der Klärung gehen? Die Kommunikation und das gemeinsame Handeln sind in meinen Augen nicht ausreichend für eine zukünftige Betreuung unseres Kindes im Rahmen des wöchentlichen Wechsels. Noch vor gar nicht allzulanger Zeit wurden auf seinen Wunsch alle Kindkranktage auf mich übertragen... was ist wenn der kleine nun ärztlicher Kontrolle bedarf o.ä? Alles sehr fraglich

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 13.05.2020 | 22:51

Sehr geehrte Fragestellerin,

gern beantworte ich Ihre Nachfrage wie folgt:

Die große Entfernung zum Kindergarten beziehungsweise zur zukünftigen Schule sind sicher auch ein gewichtiges Argument gegen das Wechselmodell. Wenn der Vater bisher kein wirkliches Interesse an einem ausgedehnten Umgang hatte, dürfte auch dies eine Rolle spielen.

Wenn es Probleme mit der Kommunikation gibt, empfehle ich, das örtliche Jugendamt beziehungsweise die Jugendhilfestation um ein gemeinsames Gespräch zu bitten. Häufig kann von dort eine Vermittlung erfolgen, die Kommunikationsfähigkeit der Eltern verbessert werden und möglicherweise eine vernünftige Regelung zum Umgang ohne das Wechselmodell vereinbart werden. Ich wünsche Ihnen viel Erfolg.

Mit freundlichen Grüßen

Anja Holzapfel

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