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Wechselmodell für das Kind bei Trennung

02.01.2020 10:28 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von


13:51
Hallo,


a) Mutter und Vater leben seit über 10 Jahren zusammen.
b) Die beiden sind nicht verheiratet und leben nicht in einer eingetragenen Lebensgemeinschaft.
c) Zusammen haben Sie einen Sohn, welcher in April 2020 12 Jahre alt sein wird.
d) Kurz nach der Geburt des Kindes hat der Vater die Vaterschaft anerkannt.
e) Es wurde auch eine beurkundete Sorgeerklärung bei Judendamt nach der Geburt abgegeben.
f) Alle drei bewohnen seit ca. 3 Jahren eine große Eigentumswohung, welche ca. 1km von der Schule (seit kanpp 2 Schuljahren ist dies die aktuelle Schule) des Sohnes entfernt ist.
g) Der größte Teil des Freundeskreises des Sohnes befindet sich am jetzigen Wohnort und die Klassenleherin bestätigte auf Nachfrage das der Sohn sehr gut in den Klassenverbund integriert ist.
h) Der Vater hat sich seit der Geburt des Kindes um den Sohn gekümmert und auch deswegen einen Homeoffice Job ausgeübt.

Nun steht die Trennung an und es wird versucht eine Einigung bezüglich des Kindes zu finden.

Die Mutter plant den Umzug in die 20km entfernte Stadt. Das Kind möchte aber weiterhin auf die alte Schule gehen und auch den aktuellen Wohnort nur sehr ungern verlassen.

Vater und Sohn würden gerne das nachfolgende Wechselnmodell wählen. Der Sohn würde von Montag bis Freitag beim Vater wohnt, damit dieser sich weiterhin um die schulischen
Angelegenheiten kümmert und auch um z.B. sein großes Hobby Fußball. Der Vater ist im selben Verein der Jugendtrainer.
An den Wochenenden (z.B. ab Freitag Nachmittag/Abend bis Sonnatg Abend) würde der Sohn dann seine Zeit bei seiner Mutter in der benachbarten Stadt verbringen.
Der Vater ist gerne bereit die Fahrten zu übernehmen und natürlich auch zu zustimmen, falls der Sohn vereinzelt oder auch regelmäßig außerhalb der festen Regelung seine Mutter besuchen möchte. Das Kindeswohl und der Wille des Kindes stehen an oberster und einziger Stelle für den Vater. Sicherlich auch für die Mutter.

Ist eine solche Lösung rechtlich akzeptabel? Im Internet ist zu lesen das ein Wechselmodel, falls ein Elternteil und das Kind dies wünschen, von beiden Eltern angenommen werden muss. Ist dies der Fall oder hätte die Mutter, ohne das besondere Gründe vorliegen, ein Einspruchsrecht bzw. Vetorecht?

Wie bzw. wo sollte man ein solches Wechselmodell "amtlich" machen? Also z.B. beim zuständigen Jugendamt oder Familiengericht oder bei einem Anwalt.


Mit freundlichen Grüßen und Dank für die Hilfe.
02.01.2020 | 11:29

Antwort

von


(546)
Hagenburger Str. 54A
31515 Wunstorf
Tel: 05031/951013
Web: http://www.anwaeltin-holzapfel.de
E-Mail:
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Sehr geehrter Fragesteller,


Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen wie folgt beantworten:

Grundsätzlich ist die Frage, bei welchem Elternteil das Kind nach der Trennung wohnt (und ggf. wie es zwischen den Eltern "pendelt"), von den Eltern einvernehmlich festzulegen, wenn diese - wie bei Ihnen - die gemeinsame elterliche Sorge ausüben. Wenn sich alle einig sind, ist gegen eine solche Regelung also nichts einzuwenden.

Wenn eine einvernehmliche Regelung aber daran scheitert, dass die Eltern unterschiedliche Vorstellungen haben, muss im Einzelfall das Familiengericht entscheiden. Dies wird auf Antrag ggf. einem Elternteil das Aufenthaltsbestimmungsrecht zuweisen. Alternativ kann - als Umgangsverfahren - beantragt werden, dass das Gericht das paritätische Wechselmodell anordnet.

Letzteres setzt voraus, dass das Kind ziemlich genau 50 % der Zeit bei jedem Elternteil verbringt, wobei häufig ein wöchentlicher oder 14-tägiger Wechsel vorgenommen wird. Das, was Sie hier beabsichtigen, ist kein paritätisches Wechselmodell, weil das Kind nur (gut) zwei von sieben Tagen bei der Mutter verbringt. Es handelt sich um das klassische Residenzmodell mit erweitertem Umgang (jedes Wochenende statt jedes zweite Wochenende beim Umgangsberechtigten).

Hierfür wäre nach meinem Dafürhalten die Übertragung des Aufenthaltsbestimmungsrechts auf Sie und nicht die Anordnung des Wechselmodells im Rahmen eines Umgangsverfahrens notwendig. Der Richter entscheidet nach dem Kindeswohl. Dies muss nicht zwangsläufig bedeuten, dass dem Wunsch des Kindes nachgegeben wird. Es wird insbesondere überprüft, welcher Elternteil bisher die Hauptbezugsperson war, in welchem Haushalt die notwendige Betreuung gewährleistet ist, usw.

Auch beim paritätischen Wechselmodell ist es im übrigen nicht so, dass der andere Elternteil nicht widersprechen dürfte, wenn das Kind und ein Elternteil sich einig sind: Zwar kann das Wechselmodell seit einer Entscheidung des BGH auch gegen den Willen eines Elternteils angeordnet werden - aber nur dann, wenn ansonsten große Einigkeit bei der Erziehung und weitgehender Konsens sowie eine gute Kommunikation zwischen den Eltern bestehen. Genau daran scheitert es im Ergebnis aber meistens, wenn sich Eltern nach der Trennung über den Verbleib des Kindes nicht einigen können. Im Regelfall ist die Frage, bei wem das Kind lebt, nicht der einzige Punkt, in dem es Differenzen gibt.

Ich empfehle Ihnen einen Termin beim örtlichen Jugendamt bzw. bei der Jugendhilfestation. Dort können Sie gemeinsam versuchen, eine Lösung zu finden. Sollte dies scheitern, muss ggf. eine gerichtliche Entscheidung herbeigeführt werden.


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen.


Mit freundlichen Grüßen aus Wunstorf

Anja Holzapfel
-Rechtsanwältin-
-Fachanwältin für Familienrecht-


Rückfrage vom Fragesteller 02.01.2020 | 13:16

Guten Tag

und vielen Dank Ihre schnelle und sehr ausführliche Antwort.

Erlauben Sie mir noch einmal nach zuhacken.

Das Wechselmodell, wie in meiner ersten Email beschrieben, wäre also nicht machbar.

Wäre es bei einer 4 Tage Vater (z.B. Sonntag Abend bis Donnerstag Mittag) und 3 Tage-Mutter (ab Donnerstag Mittag bis Sonntag Abend) rechtlich umsetzbar?

Die Alternative, sofern ich Sie richtig verstanden habe, wäre ein klassisches Residenzmodell mit erweitertem Umgang. Also z.B. Sonntag Abend bis Freitag Mittag bei Vater und die restliche Zeit bei der Mutter.

Sollten beide Elternteile beide Modelle unterstützen, welches Modell würde eher rechtlich umsetzbar sein?

Die Hauptbezugsperson bin eindeutlig ich, da ich vom ersten Tag an 24 Stunden für das Kind zuständig bin. Sogar meinen Job habe ich deswegen gewechselt und angepasst. Ich habe alle schulischen Belangen (Hausaufgaben, zur Schule bringen und abholen, Elternabende etc) immer alleine gemacht. Bei seinem Hobby Fussball, welches er seit über 6 Jahren betreibt bin ich zu 100% der Zeit für alles zuständig. Er fährt jählich mit mir allein nach Frankreich. Die Klassenlehrein sagte bei letzten Eltersprechtag das mein Sohn sehr auf den Vater fixiert ist.


Abschließend die Frage nach dem Prozedere. Sofern sich die Eltern und das Kind einig sind, wie und wo sollte diese Regelung rechtlich verbindlich für alle schriftlich fest gelegt werden?

Im Streit wäre dann natürlich ein Familiengericht zuständnig, aber ich hoffe auf eine "friedliche" Einigung.

Mit freundlichen Grüßen und Ihnen ein gesundes und erfolgreiches Jahr.

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 02.01.2020 | 13:51

Sehr geehrter Fragesteller,


gern beantworte ich Ihre Nachfrage wie folgt:

Jede Einigung, mit der Sie alle einverstanden sind, ist rechtlich zulässig. Wenn Sie sich einig sind, muss keine "behördliche" Regelung erfolgen. Es wird auch nichts vom Gericht überprüft.

Es kann sinnvoll sein, die Eckdaten zwischen den Eltern schriftlich zu vereinbaren, um einen Nachweis über die getroffene Vereinbarung zu haben. Rechtlich verbindlich in dem Sinne, dass es gerichtlich durchsetzbar wäre, ist dies ohnehin nicht. Bei jeder gerichtlichen Auseinandersetzung wird das Kindeswohl überprüft, so dass die Vereinbarung nur ein Anhaltspunkte dafür ist, was die Eltern zu Beginn der Trennung für sinnvoll gehalten haben.

Wenn ein Elternteil (mit oder ohne Kind) umzieht, muss nur der neue Wohnsitz beim Einwohnermeldeamt gemeldet werden.


Mit freundlichen Grüßen

Anja Holzapfel

ANTWORT VON

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