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Wechselmodell Kinderbetreuung

| 01.03.2017 18:53 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Dr. Corina Seiter


Zusammenfassung: Wechselmodell

Hallo.

Folgende Situation:
Eltern, geschieden seit 6 Jahren. Kind lebt seit 5 Jahren beim Vater (vorher Wechselmodell), anfangs in der selben Stadt der Mutter, zog jedoch nach einigen Monaten 300km weg.

Bisheriges Betreuungsmuster: Aufgrund des hohen finanziellen Aufwandes für die Mutter, das Kind zu besuchen, sieht sie das Kind nur 1-2 im Monat für ein Wochenende und holt das Kind in den Ferien.
Das Kind, mittlerweile 9 Jahre, wünscht sich immer mehr, bei Mama wohnen zu dürfen. (Vater hat sehr strenge Beziehungsansichten, Mutter ist eher locker)
Die Mutter überlegt nun, in die 300km entfernte Stadt zu dem Kind zu ziehen (Arbeit ist im Home Office, daher kein Jobverlust), große Wohnung ist umsetzbar....und wünscht dann jedoch dem Kind entsprechend, das Wechselmodell. So muss das Kind nicht voll zur Mama ziehen, Kind muss sich folglich nicht entscheiden und hätte beide Eltern zu gleichen Teilen. Wechselmodellwunsch liegt bei 14 Tage Mutter, 14 Tage Vater.

Sorgerecht haben beide Eltern.

Vater jedoch willigt nicht ein, findet es übertrieben, dass sie Mutter hinterher zieht, da das Kind dort mit ihm ja nun schon 3 Jahre lebt.
Mutter möchte jedoch ungerne vor Gericht einen Kampf ausfechten.

Gibt es eine reelle Chance für die Mutter, das Wechselmodell durchzubekommen. Kind würde dies mit Freude bejahen.

Oder muss sie, wenn sie dort hin zieht, weiter mit einem 14-tägigen Umgangsrecht leben?

Kann das Gericht ihr vorwerfen, dass sie aus finanziellen Gründen, das Kind in den letzten drei Jahren nur 1-2 x pro Monat zu sich holte (immer 1200km Fahrt pro Wochenende)....und nur in den Ferien?

Lohnt es sich für die Mutter, den Weg übers Amt oder gar Gericht zu gehen?
Sie möchte dem Kind dabei nicht schaden.
Kommunikation zum Vater ist schwer, da er am liebsten keinen Kontakt zwischen Mutter und Kind wünscht....da er selbst eine neue Familie hat.

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Leider funktioniert ein Wechselmodell nur, wenn beide Parteien zustimmen. Auch dann ist es nur durchführbar und wird auch nur dann vom Gericht überhaupt in Betracht gezogen. Das ist bei Ihnen nicht der Fall. Der Kindesvater lehnt dies ab.

Daher gibt es nur 2 Möglichkeiten: Weiter den normalen Umgang (alle 14 Tage, ggf. 1 Tag noch zusätzlich in der Woche und 1/2 Ferien) oder aber Antrag bei Gericht auf Übertragung des Aufenthaltsbestimmungsrechts (und damit Wechsel des Kindes in den Haushalt der Mutter).

Auch wenn Sie nicht bei Gericht kämpfen wollen, so kommen Sie nicht darum herum.

Zu Ihren weiteren Fragen:
Kann das Gericht ihr vorwerfen, dass sie aus finanziellen Gründen, das Kind in den letzten drei Jahren nur 1-2 x pro Monat zu sich holte (immer 1200km Fahrt pro Wochenende)....und nur in den Ferien?

Das ist kein Problem, das heisst nicht, dass Sie nicht gut für das Kind sind.

Der Antrag auf Aufenthaltsbestimmungsrecht hat dann guten Erfolg, wenn das Kind klar seinen Willen äußert.
Dagegen spricht die lange Dauer beim Vater. Ich halte das Kind aber für alt genug, eine Meinung zu bilden.
Die Chancen erhöhen sich, wenn Sie in die Nähe ziehen (alte Freunde des Kindes bleiben, Schule bleibt auch ggf.).

Gerne können Sie den Weg mit uns gehen.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Nachfrage vom Fragesteller 01.03.2017 | 19:20

Danke für die schnelle Antwort.
Ergänzend von mir: beide Eltern haben das Aufenthaltbestimmungsrecht. Das war damals Voraussetzung für den Umzug....dass die Mutter das Aufenthaltsbestimmungsrecht mit behält.Steht auch so in den Unterlagen des Gerichts. Ändert das etwas?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 01.03.2017 | 19:47

Nein, das Aufenthaltsbestimmungsrecht kann jederzeit abgeändert werden. Für den Umzug des Kindes ist dies auch notwendig, denn nur bei Übertragung des Aufenthaltsbestimmungsrechts kann der Wechsel erfolgen (oder - selten - bei Beibehaltung des Rechts auf beiden Seiten, wenn der andere zustimmt, was ich hier nicht sehe).

Ergänzung vom Anwalt 07.03.2017 | 20:17

Ich habe positive Neuigkeiten: der Bundesgerichtshof hat nun entschieden, dass das Wechselmodel durchaus auch gegen den Willen des anderen Elternteils angeordnet werden kann.

Bewertung des Fragestellers 07.03.2017 | 21:47

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Stellungnahme vom Anwalt:
sehr gerne! Das Urteil hat uns alle selber überrascht - da ändert der BGH schlichtweg die Rechtsprechung! Gerne helfen wir weiter!
FRAGESTELLER 07.03.2017 5/5,0
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