Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
479.629
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Wechsel von GKV zu PKV - doppelte miedgliedschaft möglich und nötig?


25.03.2007 12:56 |
Preis: ***,00 € |

Sozialversicherungsrecht


Beantwortet von



Guten Tag,
Ich bin in PKV, meine Frau in GKV. meine Tochter wurde vor 3 Monaten geboren. Ich habe eine Aufnahme für sie in der PKV beantragt, der ich auch angehöre. Da die Antwort auf sich warten lies, und mein Kind eine intensive medizinische Betreuung vom ersten Tag an benötigte, habe ich meine Tochter spontan freiwillig gesetzlich versichert, was sehr schnell ging. Nun vor einigen Tagen habe ich die Zusage der PKV erhalten (rückwirkend zum Geburtstermin).

Die GKV will meine Tochter nicht "gehen lassen", da bei Neumiedgliedern eine Bindungsfrist von 18 Monaten besteht. Ich sehe aber für die zukunft meines Kindes einige Vorteile, wenn sie in PKV versichert ist. Im schlimmsten Falle bin ich sogar bereit die Beiträge über die nächsten 15 monate doppelt zu zahlen, da mein Kind ein Gesundheitscheck später bei einer PKV nicht bestehen würde (in den ersten 2 Monaten im Leben eines Kindes ist die Aufnahme ohne Gesundheitsfragen möglich).

Aus diesem Sachverhalt ergeben sich 2 Fragen:
- kann ich doch irgendwie mein kind aus der GKV rausnehmen?
- kann ich mein Kind "doppeltversichert" lassen, bis die 18 Monate bei der GKV erreicht sind und wie funktioniert es mit der Abrechnung der Leistungen?
25.03.2007 | 15:16

Antwort

von


106 Bewertungen
Großfriedrichsburger Straße 13
81827 München
Tel: 089 4306522
Web: www.Gabriele-Koch.de
E-Mail:
Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für Ihre Frage, die ich anhand des geschilderten Sachverhalts wie folgt beantworte:

Eine Kündigung vor Ablauf der 18-monatigen Bindungsfrist ist gem. § 175 SGB V (Gesetzestext siehe unten) nur in wenigen Ausnahmefällen möglich , insbesondere dann, wenn die GKV die Beiträge erhöht, was ja zum 01.01.2008 durchaus denkbar wäre.

Daneben besteht aber natürlich immer die Möglichkeit einer vorzeitigen, einvernehmlichen Vertragsauflösung. Möglicherweis ließe sich die GKV hierzu durch einen Hinweis darauf bewegen, dass Ihre Tochter ständig intensive medizinische Betreuung benötigt, dass die Kosten also höher sein werden, als die zu zahlenden Beiträge.

Gelingt keine Einigung mit der GKV ist es grundsätzlich möglich, dass beide Verträge nebeneinander bestehen. In diesem Fall sind Sie aber gem. §§ 58 VVG, 9 VI MB/KK verpflichtet, die PKV über die Doppelversicherung zu unterrichten. Andernfalls liegt eine Obliegenheitsverletzung vor, die gem. § 10 II MB/KK zur Leistungsfreiheit der PKV führen kann.

Sofern GKV und PKV nebeneinander bestehen, werden Leistungen entsprechend § 59 VVG von den Versicherern anteilig entsprechend dem Verhältnis der Beiträge erbracht.

Ich hoffe, Ihnen damit eine Orientierung gegeben zu haben und verweise bei bedarf auf die kostenfreie Nachfragefunktion.

Mit freundlichen Grüßen
Gabriele Koch
Rechtsanwältin

§ 175 IV SGB V

(4) Versicherungspflichtige und Versicherungsberechtigte sind an die Wahl der Krankenkasse mindestens 18 Monate gebunden, wenn sie das Wahlrecht ab dem 1. Januar 2002 ausüben. Eine Kündigung der Mitgliedschaft ist zum Ablauf des übernächsten Kalendermonats möglich, gerechnet von dem Monat, in dem das Mitglied die Kündigung erklärt. Die Krankenkasse hat dem Mitglied unverzüglich, spätestens jedoch innerhalb von zwei Wochen nach Eingang der Kündigung eine Kündigungsbestätigung auszustellen. Die Kündigung wird wirksam, wenn das Mitglied innerhalb der Kündigungsfrist eine Mitgliedschaft bei einer anderen Krankenkasse durch eine Mitgliedsbescheinigung nachweist. Erhöht eine Krankenkasse ihren Beitragssatz, kann die Mitgliedschaft abweichend von Satz 1 bis zum Ablauf des auf das Inkrafttreten des der Beitragserhöhung folgenden Kalendermonats gekündigt werden. Die Sätze 1 und 4 gelten nicht, wenn die Kündigung eines Versicherungsberechtigten erfolgt, weil die Voraussetzungen einer Versicherung nach § 10 erfüllt sind oder weil keine Mitgliedschaft bei einer Krankenkasse begründet werden soll. Die Krankenkassen können in ihren Satzungen vorsehen, dass die Frist nach Satz 1 nicht gilt, wenn eine Mitgliedschaft bei einer anderen Krankenkasse der gleichen Kassenart begründet werden soll.


ANTWORT VON

106 Bewertungen

Großfriedrichsburger Straße 13
81827 München
Tel: 089 4306522
Web: www.Gabriele-Koch.de
E-Mail:
RECHTSGEBIETE
Familienrecht, Versicherungsrecht
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 59978 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Sehr schnelle, ausführliche und ich hoffe auch kompetente Antworten. So richtig weiß man das ja erst später, wenn es zum Streitfall kommt. Jedenfalls weiß ich jetzt viel mehr wie ich weiter vorgehen sollte im Streitfall mit ... ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Die Antwort ist klar verständlich, ausführlich und zeugt von fachlicher Kompetenz. Besser geht's nicht. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Super sehr schnelle Antwort.preislich günstig. ...
FRAGESTELLER