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Wechsel des Wohnortes / Lebensmittelpunkt von VAE nach Deutschland

02.05.2012 11:56 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Maike Domke


Sehr geehrte Damen und Herren,

ich lebe seit ca. 20 Monaten in der VAE und bin über ein deutsches Arbeitsverhältnis als delegierter beschäftigt.

Ich besitze keine Wohnung in Deutschland (kein steuerlicher Wohnsitz) und verbringe nicht mehr als 30 Tage im Jahr in Deutschland. D.h. ich zahle keine Lohnsteuer auf mein Gehalt.

Meine Frage:
Wenn ich im September 2012 wieder nach Deutschland zurückkehre, eine Wohnung anmiete und meinen Lebensmittelpunkt dort bestreite, welche gefahren laufe ich einer außerordentlichen Besteuerung?

Bitte bearbeiten Sie auch folgende Fragen.

1.) Ist es Möglich das ich rückwirkend die komplette Lohnsteuer für 2012 (Januar-September) an den Fiskus abführen muss?

2.) Wie verhält es sich mit dem hohen Welteinkommen durch die niedrige Steuerbelastung in den VAE und der Berechnung des Steueranteils in Deutschland für September-Dezember 2012?


Mit freundlichen Grüßen

Sehr geehrter Ratsuchender,
vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich im Rahmen einer Erstberatung wie folgt beantworten möchte:

Ich gehe nach Ihren Angaben davon aus, dass Sie von Ihrem Arbeitgeber ins Ausland entsendet worden sind.

Wenn Sie dauerhaft oder über einen längeren Zeitraum im Ausland tätig sind, unterliegen Sie nicht mehr der deutschen Sozialversicherungspflicht. Die sogenannte „Ausstrahlung" nach § 4 SGB IV greift nicht mehr. Dies ist aber bei 20 Monaten noch nicht der Fall, so dass Ihr Arbeitgeber für Sie Beiträge zur Sozialversicherung abführen musste.

Hinsichtlich der zu zahlenden Steuern ist das Doppelbesteuerungsabkommen mit den Vereinigten Arabischen Emiraten zu beachten. Nach Artikel 14 dieses Abkommens können Einkünfte aus unselbstständiger Arbeit nur in dem Land besteuert werden, in dem Sie erzielt wurden.

Eine Nachversteuerung Ihres in den VAE erzielten Einkommens ist nach Art. 15 grundsätzlich möglich, sofern Ihr Arbeitgeber sich in Deutschland befindet. Die deutsche Einkommenssteuer ist eine Jahressteuer, das heißt alle Einkünfte aus dem Kalenderjahr finden grundsätzlich Berücksichtigung.

Nach § 32 b EstG unterliegen Ihre Einkünfte aus den VAE dem Progressionsvorbehalt, was bedeutet, dass diese Einkünfte lediglich steuersatzerhöhend auf Ihre hier in Deutschland erzielten Einkünfte wirken, nicht aber die Einkünfte aus den VAE ein zweites Mal voll besteuert werden.

Im übrigen brauchen Sie sich hinsichtlich der Lohnsteuer keine Gedanken zu machen, da Schuldnder dieser Steuer der Arbeitgeber ist (vgl. § 38 EstG). Der Arbeitgeber haftet für eine korrekte Berechnung und Abführung der Lohnsteuer und nur er wird vom Finanzamt dafür in Anspruch genommen.

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegeben Informationen verbindlich wie folgt beantworten:


Nachfrage vom Fragesteller 02.05.2012 | 14:20

Sehr geehrte Frau Domke,

danke für die schnelle Beantwortung!
Eine Klärung bitte.

Mein Arbeitgeber befindet sich im Inland.
Ich bin in die VAE entsendet (Betriebsstätte, VAE)

Muss ich erwarten das ich durch eine Nachversteuerung des Einkommen (Einkommenssteuer) (Art. 15) die
gesammten nicht abgeführte Lohnssteuer für 2012 nachzahlen muss?
Ich besitze ausschließlich Einkünfte von diesem Arbeitgeber (Lohn, Reisegelder)

Mit freundlichen Grüßen

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 02.05.2012 | 14:39

Sehr geehrter Ratsuchender,

nein, Lohnsteuer wäre nur dann abzuführen, wenn Sie sich höchstens 183 Tage in den VAE aufgehalten hätten, was aber nicht der Fall ist.

Zudem wäre Haftungsschulnder der Arbeitgeber und nicht Sie.

Mit freundlichen Grüßen
Maike Domke
- Rechrsanwältin -

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