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Wasserschaden während der Gewährleistungszeit


10.02.2014 10:51 |
Preis: ***,00 € |

Versicherungsrecht, Privatversicherungsrecht


Zusammenfassung: Hinzuziehung eines Architekten bei Beseitigung eines Wasserschadens.


Unser Mietshaus mit 6 Wohneinheiten wurden im Frühjahr 2013 fertiggestellt und die Mieter sind zum 01.04.2013 eingezogen. Im September stellte eine Familie Feuchtigkeit in Ihrer Wohnung fest. Nach längeren Suchen wurde die Ursache gefunden: der Abfluss an der Badewanne war nicht richtig installiert. Als Verursacher gilt die Installationsfirma.
Den Schaden meldeten wir der Installationsfirma sowie unserer Gebäudeversicherung. Dort einigte man sich, dass die Gebäudeversicherung zahlt und sie sich das Geld über Regressansprüche aus der Haftpflichtversicherung der Installationsfirma wiederholt.
Da wir einen Architektenvertrag haben, entstanden Kosten vom Archtiekten für die Schadensfindung und Organisations der Abstellung des Schadens. Nun sagt uns unsere Gebäudeversicherung, dass diese Kosten für den Architekten nicht reguliert werden, mit der Begründung: "Die Kosten für den Architekten übernehmen wir nicht, da er nicht von uns beauftragt wurde. Die Versicherung sah hier keine Notwendigkeit, da ein Gutachter ja vor Ort war und aus versicherungstechnischer Sicht Alles klären konnte."
Der Gutachter übernahm aber keine Koordierung der Firma, keine Überwachung der Arbeiten etc.

Ist die Ablehnung der Versicherung richtig oder welche Gegenargumente kann man bringen?

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Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage!


Nachfolgend möchte ich Ihre Frage wie folgt beantworten:

1. Die Leistungspflicht des Wohngebäudeversicherers richtet sich nach dessen Vertragsbedingungen.

Nach den üblichen Versicherungsbedingungen sind In der Wohngebäudeversicherung die für die Wiederherstellung des versicherten Objektes notwendigen Kosten abgedeckt.

Darüber hinausgehende Kosten, die für die Wiederherstellung nicht erforderlich sind, dagegen sind nicht erstattungsfähig.

Es geht hier daher um die Frage, ob die Hinzuziehung eines Architekten notwendig war.

Für die Behebung der Ursache eines Leitungswasserschadens (Undichtigkeit am Badewannenabfluss) sind jedoch Sanitärfachfirmen in aller Regel ausreichend qualifiziert.

Dass ein Architekt mit hinzugezogen werden müsste, um diese Arbeiten auszuführen, zu überwachen oder zu koordinieren, ist in der Praxis unüblich.

Es erschließt sich hier daher nicht ohne weiteres, inwiefern die Hinzuziehung eines Architekten notwendig war, um den Schaden zu beheben.

Um eine Kostenübernahme seitens des Versicherers zu erreichen, müssten Sie insofern nachvollziehbar darlegen können, warum in diesem Fall die Sanitärfachfirmen zur Ausführung der Arbeiten nicht ausreichend waren.

2. Denkbar wäre auch, den Schaden direkt gegenüber der Installationsfirma bzw. deren Haftpflichtversicherer geltend zu machen.

Hier würde sich der Erstattungsanspruch aus §§ 823, 249 BGB ergeben. Jedoch ist auch bei diesem Anspruch der Ersatz des Schadens auf die erforderlichen Wiederherstellungskosten beschränkt, so dass auch hier dargelegt werden müsste, warum die Einschaltung eines Architekten unumgänglich war.

3. Danach sehe ich leider nur ungünstige Erfolgsaussichten dafür, die Kosten für die Schadensbehebung durch den Architekten (Koordinierung / Überwachung der Arbeiten) beim Versicherer durchzusetzen.

4. Soweit für den Architekten auch Kosten bei der Schadensermittlung entstanden sind, so gilt in der Wohngebäudeversicherung, dass diese Schadensermittlungskosten mitversichert sind.
Allerdings wiederum unter der Einschränkung, dass diese dem Umfang nach geboten waren.

Sofern eine kostengünstiger Methode der Schadensermittlung zur Verfügung gestanden hat (durch Sanitätsfachbetrieb oder Leckortungs-Firma) wären die Kosten für die Schadensermittlung in dem Umfang der üblichen Kosten erstattungsfähig.

Darüber hinaus gehende, höhere Kosten eines Architekten dagegen wären wiederum kaum als erforderlich einzustufen, da nicht ersichtlich ist, warum eine (wohl kostengünstigere) Fachfirma die Schadensursache nicht ebenfalls hätte auffinden können.

Ich hoffe, dass Ihnen meine Ausführungen weiter geholfen haben.

Mit freundlichen Grüßen

Ingo Driftmeyer
Rechtsanwalt
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