Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
484.392
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Wasserschaden nach Immobilienkauf von priv. mit Restgarantie seitens des Bauträgers


06.12.2012 14:06 |
Preis: ***,00 € |

Baurecht, Architektenrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Thomas Bohle



Hallo,

wir haben uns im Sommer 2012 ein Haus von privat gekauft. Der Kaufpreis war stolz und nach Einschätzung unseres Bankberaters an der Obergrenze für eine solche Immobilie. Das tolle an dem Haus ist u.a., dass es so jung ist, dass wir noch ein halbes Jahr Garantie seitens des Bauträgers haben. Die Besitzer verkauften wegen Arbeitsplatzwechsel. Soweit die Vorgeschichte.

Nach heftigeren Regen und Schneefällen lief vor kurzem unser Keller voll Wasser. Wir haben den Bauträger informiert und eine Mängelanzeige geschrieben. Dieser kümmerte sich prompt um das Problem und schickte den betreuenden Architekten aus der Bauphase vorbei. Waren wir zu Anfang nur geschockt wurde es jetzt noch schlimmer: Wir erfuhren dass vor ca. 2 Jahren aufgrund eines Wasserschadens (feuchter Keller) die Außenwände des Hauses noch einmal freigelegt und erneut abgedichtet wurden. Das erwähnten die Verkäufer nie mit einem Wort. Die Nachbarn unserer Doppelhaushälfte waren ebenfalls betroffen und sagten uns, dass es auch jede Menge Unterlagen zu den Vorkommnissen gibt. Es ist also alles gut dokumentiert und nachweisbar. Diese Unterlagen haben wir jedoch nie gesehen. Das Wasser war schnell beseitigt, aber eine Bautrocknungsfirma stellte kurz darauf fest, dass alle Kellerwände feucht sind und die Grenzwerte für dauerhaft gesundes Wohnen überschritten werden. Die Firma schließt einen Zusammenhang zwischen feuchten Wänden und dem relativ kleinen Wassereinbruch aus! Vermutlich ist also der alte Schaden nicht nachhaltig behoben worden und tritt erneut auf.

Der Bauträger ist zwar jetzt aktiv, welche Maßnahmen eingeleitet werden und welchen Erfolg diese haben ist aber noch unklar. Wir wissen nur, dass der erste Versuch nichts gebracht hat. Wir haben Angst damit verbundenen finanziellen Herausforderungen der Zukunft nicht stemmen zu können. Außerdem sind wir sehr enttäuscht von den Verkäufern. Wir finden wir hätten ein Recht gehabt von diesem Problem zu erfahren und auf Basis der Fakten eine Entscheidung für oder wider den Hauskauf bzw. die Kaufpreishöhe zu fällen. Jetzt ist unser finanzieller Rahmen ausgeschöpft und wir befürchten in Zukunft viel Ärger mit der Immobilie zu haben. Wir lieben unser Haus, dennoch hätten wir mit dem Vorwissen niemals so viel Geld bezahlt bzw. das Haus nicht gekauft!

Welche Rechte haben wir gegen die Verkäufer des Hauses? Handelt es sich um arglistige Täuschung? Wir wären mit einer Kaufpreisreduzierung vermutlich zufrieden. Dennoch erscheint uns dieser Fall speziell, da wir noch Garantie seitens des Bauträgers haben der ja jetzt auch aktiv ist. Gehen die Ansprüche gegen den Verkäufer auf den Bauträger über? Wer kümmert sich um was und haben wir überhaupt eine realistische Chance da was zu machen?

Mfg

Notfall?

Jetzt vertrauliche kostenlose Ersteinschätzung von einem erfahrenen Anwalt erhalten!

Feedback noch heute.

Kostenlose Einschätzung starten
Sehr geehrter Ratsuchender,


auch wenn der finanzielle Rahmen eng ist, kann man Ihnen wirklich nur dazu raten, unverzüglich einen Rechtsanwalt aufzusuchen, alle Unterlagen prüfen lassen und Ihre Rechte durchsetzen zu lassen - ohne anwaltliche Hilfe laufen Sie gefahr, einige Ihrer Rechte verlustig zu werden.


Aber dazu nun im Einzelnen mehr:


Nach Ihrer Sachverhaltsdarstellung liegt ein Mangel vor, wobei Sie nun bei Ihren Rechten zwischen Ansprüche gegen den Verkäufer und gegen die Baufirma strikt unterscheiden müssen:

1.)

Der VERKÄUFER hat Sie in der Tat arglistig getäuscht, wenn dieser Mangel nicht ausdrücklich im notariellen Vertrag (nur dieser Vertrag ist entscheidend!) aufgeführt worden ist - daher wäre zunächst der Vertrag genau zu prüfen. Vermutlich wird dieser Mangel unter "Gewährleistung" aber nicht aufgeführt sein, dafür aber ein Standarthaftungsauschluss.

Dieser Haftungsausschluss greift bei einer arglistigen Täuschung aber nicht ein; § 444 BGB regelt das ganz eindeutig.

Allerdings müssen Sie diese arglistige Täuschung beweisen, so dass Sie die Außerungen der Nachbarn und möglich Unterlagen unbedingt sicher sollten.

Nach Ihrer bisherigen Schilderung wird man aber von der Nachweismöglichkit der arglistigen Täuschung ausgehen können.


Bei einer arglistigen Täuschung haben Sie die Möglichkeit, den Vertrag über §§ 123, 124 BGB binnen eines Jahres anzufechten. Der Vertrag würde dann komplett rückangewickelt werden müssen; daneben könnten Sie Schadensersatzansprüche geltend machen.


Wollen Sie nicht anfechten und das Haus behalten, hätten Sie die Rechte aus §§ 433, 434, 437 BGB, könnten also

die Nacherfüllung (mangelfreies Haus) verlangen,
von dem Vertrag zurücktreten (Haus zurück-Geld zurück .. ganz grob ausgedrückt),
den Kaufpreis mindern und
Schadensersatz oder Ersatz vergeblicher Aufwendungen verlangen.

Die Möglichkeit der Kaufpreisminderung besteht also, wobei letztlich ein Sachverständiger die Minderungshöhe feststellen müsste.

Allerdings sollten Sie dabei bedenken, dass dann auch mögliche Folgeschäden ausgeschlossen wären, so dass ich von einer Minderung wegen des nicht zu überschauenden Risikos abraten würde.

Sie sollten lieber einen Kostenvorschuss für die Mängelbeseitigung fordern und durchsetzen (WENN DENN DAS HAUS WIRKLICH BEHALTEN WERDEN SOLL).

2.)

Gegenüber der Baufirma haben Sie die Gewährleistungsrechte aus dem Bauvertrag - auch diese sollte also geprüft werden - wobei Sie als Rechtsnachfolger dort eingetreten sein dürften (Eine genauere Prüfung ist aber unverzichtbar, da vielleicht auch die VOB/B wirksam vereinbart worden sein könnte, wonach dann das Vorgehen etwas anders ist).

Da die Firma auch schon wieder repariert hat, hat Sie den Mangel anerkannt.

Allerdings kann hier in Hinblick auf die drohende Verjährung entscheidend sein, WELCHER Mangel anerkannt worden ist - ist es ein neuer Mangel, kann hinsichtlich der Abdichtungsversuche vor ein paar Jahren die Verjährung drohen, so dass schnelles Handeln geboten erscheint.

Hier sollte man zunächst versuche, mit der Baufirma einen " Verzicht auf die Einrede der Verjährung " zu vereinbaren, damit dann in Ruhe die Mangelursache geklärt werden kann.

Gibt sie eine solche Erklärung nicht schriftlich zeitnah ab, wird eine gutachterliche Feststellung im Rahmen ein es selbständigen Beweisverfahrens notwendig werden, um die drohende Verjährung zu vermeiden.



Insgesamt kommen Sie also nicht umhin, schnell einen Rechtsanwalt aufzusuchen und diesen zu beauftragen.




Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwalt
Thomas Bohle
Damm 2
26135 Oldenburg

Tel: 0441 / 26 7 26
Fax: 0441 / 26 8 92
mail: ra-bohle@rechtsanwalt-bohle.de
http://www.rechtsanwalt-bohle.de/index.php?tarcont=content/e-mail.inc.php


Wir
empfehlen

Die Anwalt Flatrate

Sie sind als Bauherr oder Immobilienverkäufer den ganzen Tag mit den Umbau- und Umzugsplänen beschäftigt?

Mehr Informationen
FRAGESTELLER 30.12.1899 /5.0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 61064 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
4,6/5,0
Mein Erstnutzer-Eindruck : kompetent und schnell - unbedingt weiterzuempfehlen. Eine der sinnvollsten Internetseiten die ich kenne. ...
FRAGESTELLER
4,6/5,0
Unsere Fragen wurden konkret beantwortet. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Hat uns sehr geholfen Können so mit guten Voraussetzungen im einem Rechtsstreit gehen. Vielen Dank und gerne wieder Sehr zu empfehlen ...
FRAGESTELLER