Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
480.084
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Wasserschaden in vermieteter Eigentumswohnung - kann ich für den Schaden haftbar gemacht werden?


08.11.2006 09:40 |
Preis: ***,00 € |

Mietrecht, Wohnungseigentum


Beantwortet von

Rechtsanwalt Andreas Schwartmann



Sehr geehrte Damen und Herren,

ich bin Eigentümer und Vermieter einer Wohnung. Wie ich erst im nachhinein vom Hausverwalter erfahren habe, ereignete sich im August dieses Jahres ein Wasserschaden, verurschat offenbar aus meiner Wohnung. Im Ladengeschäft unterhalb des Bades meiner Wohnung sickerte Wasser auf die abgehängte Holzdecke und beschädigte diese.

Mein Mieter gab mir gegenüber an, er hätte lediglich den Boden nass aufgewischt. Inwieweit diese Aussage glaubhaft ist, sei dahingestellt. Jedenfalls ist seither kein weiteres Wasser durchgesickert, so dass Defekte an der Installation als Schadensursche meines Erachtens auszuschliessen sind. Wahrscheinlicher halte ich vielmehr, dass mein Mieter das Bad massiv unter Wasser gesetzt hat, dies jedoch aus Haftungsgründen leugnet.

Jetzt verlangt der Hausverwalter von mir, dass ich die Fugen meiner Bodenfließen im Bad saniere. Nach Angaben das Notdienstes, der am Schadenstag vor Ort war, seien einige Fugen "nicht gut ausgespritzt". Der Hausverwalter will dass ich genau diese Firma mit der Sanierung beauftrage. Weiterhin verlangt er als Nachweis eine Rechnung für die Wasserschadenversicherung, sonst würde diese den Schaden im Laden unten nicht übernehmen (wegen Folgeschäden) und ich müsste dafür aufkommen.

Ich habe mir die Situation in meinem Bad angesehen und konnte selbst keine zu beanstandende Fuge entdecken. Das Badezimmer wurde 1999 komplett renoviert, dabei wurde soweit ich das beurteilen kann fachmännisch gearbeitet. Alles Fliesen sind tip-top verfugt. Mittlerweile hällt es ja auch wieder einer Reinigung mit üblichen Wassermengen stand.

Meine Fragen:

Kann ich für den Schaden haftbar gemacht werden?

Kann die Hausverwaltung, bzw. die Versicherung von mir verlangen, dass ich die Fugen saniere.

Kann mir vorgeschrieben werden wer den Auftrag ausführen soll?

Inwieweit gibt es Vorschriften, wie "wasserdicht" ein Badezimmerboden zu sein hat.


Mit freundlichen Grüssen

Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage.

Ihre Fragen möchte ich wie folgt beantworten:


Kann ich für den Schaden haftbar gemacht werden?


Sie können nur haftbar gemacht werden, wenn der Wasserschaden auf einem Baumangel beruht, den Sie zu vertreten haben. Das wäre der Fall, wenn Ihr Mieter tatsächlich nur den Boden aufgewischt hat und das Wasser aufgrund undichter Fugen ausgetreten und Gemeinschaftseigentum bzw. Sondereigentum eines anderen Eigentümers oder dessen Mieter beschädigt hat. In diesem Fall könnten Sie als Zustandsstörer herangezogen werden. Allerdings wird man Ihnen Ihre Verantwortlichkeit nachweisen müssen.


Kann die Hausverwaltung, bzw. die Versicherung von mir verlangen, dass ich die Fugen saniere.


Sofern die Fugen undicht und sanierungsbedürftig sind, kann nicht die Verwaltung, aber die Eigentümergemeinschaft verlangen, daß Sie Vorsorge dagegen treffen, daß sich ein solcher Schaden wiederholt. Sind die Fugen indes in einem einwandfreien Zustand, kann man von Ihnen natürlich keine (sinnlose) Instandsetzung verlangen.


Kann mir vorgeschrieben werden wer den Auftrag ausführen soll?


Nein. Wen Sie zur Sanierung IHRES Eigentums, wozu die Fugen gehören, beauftragen, bleibt Ihnen überlassen.


Inwieweit gibt es Vorschriften, wie "wasserdicht" ein Badezimmerboden zu sein hat.


Es wird sicherlich DIN-Vorschriften geben, die ein Handwerker bei der Verlegung und Abdichtung des Fußbodens zu beachten hat. Sofern Sie einen Fachbetrieb mit der Überprüfung des Bodens beauftragen - was Sie schon im Interesse der Erhaltung Ihres Eigentums veranlassen sollten - wird Ihnen der beauftragte Handwerker diese sicher nennen können. Darüberhinaus sind Sie aber bereits aus dem WEG dazu verpflichtet, dafür zu sorgen, daß aus Ihrem Eigentum kein Schaden am Eigentum der Nachbarn oder der Eigentümergemeinschaft besteht. Dazu gehört auch, daß bei normaler Nutzung (z.B. durch Putzen) kein Wasser aus dem Fußboden in die darunter liegenden Räume austreten darf.

Ich hoffe, Ihnen mit meiner Antwort geholfen zu haben.

Mit freundlichen Grüßen

A. Schwartmann
Rechtsanwalt




--
Rechtsanwalt A. Schwartmann
Gleueler Str. 249 D-50935 Köln
Tel: (0221) 355 9205 / Fax: (0221) 355 9206 / Mobil: (0170) 380 5395
Sipgate: (0221) 355 333915 / Skype: schwartmann50733
www.rechtsanwalt-schwartmann.de
www.online-rechtsauskunft.net
www.online-akteneinsicht.net
www.mietrecht-in-koeln.de
www.net-scheidungen.de

<img src="http://www.andreas-schwartmann.de/logo.gif">
FRAGESTELLER 30.12.1899 /5.0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 60078 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Ausführlich, verständlich und klar geschrieben. Sehr zufrieden. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Herr RA Vasel erschien mir sehr kompetent, da er auch bei angedachtem weiteren Verfahren meines Steuerberaters fundierte Bedenken, gerade paradoxerweise bezüglich eventuell sich daraus ergebender steuerlicher Nachteile, hatte ... ...
FRAGESTELLER
3,2/5,0
Ohne Paragraphenangabe, alles pi x Daumen, man hätte zb § 850d ZPO oder sowas erwähnen können, Frage wurde obendrein unvollständig beantwortet aber Alles in Allem eine kleine Übersicht, musste im Endeffekt trotzdem alles Nachschlagen ... ...
FRAGESTELLER