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Wasserschaden in der Mietwohnung- Mietminderung berechtigt?

06.09.2013 23:28 |
Preis: ***,00 € |

Mietrecht, Wohnungseigentum


Beantwortet von

Notar und Rechtsanwalt Oliver Wöhler


Zusammenfassung: Ein völliger Stromausfall in einer Mietwohnung kann eine Minderung zu 100 % rechtfertigen.

Sehr geehrte Damen und Herren,
vor ca. 5 Wochen hatten wir in unserer Mietwohnung einen erheblichen
Wasserschaden durch starken Regen (scheinbar war durch Bauarbeiten ein Abflussrohr
verstopft).
Das ganze Haus ist betroffen (10 Mitwohnungen).

Folgende Fakten:

- der Strom wurde im Haus abgeschaltet
- in jede Wohnung wurden 2 Behelfssteckdosen gelegt
- unterschiedlich schwere Schäden in den Wohnungen (Tapete,
Laminatböden betroffen, 2 Wohnungen mussten komplett ausgeräumt werden)
- in den stark betroffenen Wohnungen wurden Luftentfeuchter
aufgestellt (welche 24h lang durchlaufen sollen um die Wände und Böden
trocken zu legen)

Bei mir fällt der persönliche Schaden relativ gering aus (3
Zimmer + Flur: Tapete stark beschädigt, verzogene Eingangstür (das Holz
der Tür ist aufgequollen als diese nass geworden ist, Tür wurde
behelfsmäßig repariert um wieder abschließen zu können).
Allerdings kann ich nicht einmal die Behelfssteckdosen nutzen, da diese
mit den Luftentfeuchtern besetzt sind (welche 24h lang laufen müssen).
Aus diesen Gründen wohne ich seit diesem Vorfall bei meinen Eltern.

Nachdem 4 Wochen vergangen waren und noch keine wirklichen
Veränderungen/Maßnahmen getroffen wurden bzw. vom
Vermieter/Wohnungsbaugenossenschaft keinerlei Informationen an mich
weitergegeben wurden, habe ich meine Einzugsermächtigung für die Miete
entzogen und (nachdem für den neu angefangenen Monat Miete abgebucht
wurde, trotz des Schreibens) die Miete wieder auf mein Konto
zurückbuchen lassen.

Meine Fragen:

- ist es richtig in diesem Fall auf die Unbewohnbarkeit
(Schaden an Wänden, kein Strom, stark beschädigte Eingangstür) der
Wohnung zu plädieren und somit 100% Mietminderung zu verlangen?
- bin ich im Recht, meine Miete im Voraus einzubehalten?
Denn die Genossenschaft hatte angefragt ob man das Finanzielle nicht
regeln könnte, wenn der Vorfall erledigt ist (was ich abgelehnt habe).
- ab welchem Punkt der Instandsetzung der Wohnung kann der
Vermieter wieder Miete verlangen?
- welche Möglichkeiten habe ich, wenn die Wohnung wieder
bewohnbar ist? Kann ich meine Unterkunft bei meinen Eltern in Rechnung
stellen?
- bzw. wer kommt in solchen Fällen für (Hotel)-Kosten auf? Der
Vermieter oder die Hausratsversicherung (welche ich bis zu diesem
Vorfall leider noch nicht hatte, jetzt natürlich)?

Über eine paar kurze Antworten würde ich mich schon sehr freuen! Vielen
Dank im Voraus.

Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich anhand des von Ihnen geschilderten Sachverhalts beantworten möchte:


Es kommt bei der Frage der Mietminderung immer auf die konkreten Umstände des Einzelfalles an. Man muss also nur auf Schäden abstellen, die in Ihrer Wohnung entstanden sind.

Ein völliger Stromausfall rechtfertigt nach der Rechtsprechung in der Regel eine Minderung der Miete zu 100 %, weil man davon ausgeht, dass die Wohnung ohne Strom nicht nutzbar ist. Bei Ihnen muss man prüfen, ob man hiervon trotz der beiden Behelfssteckdosen ausgehen kann. Es wird darauf ankommen, ob Sie die Möglichkeit haben weitere Stecker anzuschließen oder ob die Lage einem Stromausfall gleichzusetzen ist.
Die Wasserschäden würden an Tür und Tapete würden auch eine Minderung rechtfertigen, aber sicher nicht 100 %, sondern eher 20-30 %. Hier müsste man aber das genaue Ausmaß kennen.

Wenn Sie quasi ohne Strom sind dürfen Sie mindern bis zur Behebung des Mangels. Sie könnten dann die Zahlungen einstellen.
Auf eine spätere Regelung der Finanzen müssen Sie sich nicht einlassen.

Wann wieder Miete geschuldet ist, kann man schlecht pauschal sagen, aber jedenfalls dann, wenn wieder Strom zur Verfügung steht, da die anderen Mängel nur eine geringere Minderung rechtfertigen. Wie gesagt, muss man prüfen, ob die Lage überhaupt als "Stromausfall" zu werten ist.

Ihr Recht ist ist die Minderung. In bestimmten Fällen schuldet der Vermieter auch Schadensersatz, wozu auch Unterbringungskosten gehören. Wenn Sie ei Ihren Eltern umsonst wohnen können, haben Sie aber keinen Schaden. Sie haben eine Schadensminderungspficht und müssen versuchen Schäden möglichst klein zu halten.

Wenn Sie versichert sind, dann müssen Sie Ihre Versicherung in Anspruch nehmen und hätten keinen Schaden. Grundsätzlich ist aber der Vermieter in der Pflicht, bzw. dessen Gebäudeversicherung. Der Anspruch richtet sich aber gegen den Vermieter direkt.





Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen
Oliver Wöhler, Rechtsanwalt

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