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Wasserschaden in Wohnung unter mir, was muss ich tun?


| 11.11.2008 20:44 |
Preis: ***,00 € |

Schadensersatz


Beantwortet von

Rechtsanwalt Gerhard Raab



Durch eine übergelaufene Badewanne in meiner Wohnung entstand in der darunterliegenden Wohnung ein Wasserschaden an Decke und Wänden im Badezimmer. Zu diesem Zeitpunkt war ich nicht Haftpflicht versichert und ich werde die Schadensregulierung selbst vornehmen. Nun besteht allerdings Uneinigkeit bezgl. der Art u. Weise der Schadensregulierung.
Die Geschädigten bestehen darauf, dass ich einen Handwerker beauftrage den entstandenen Schaden zu reparieren: Alte Tapete an Decke und Wänden entfernen, neu tapezieren. Ebenso soll der Untergrund der Gipsdecke (Altbauwhg. Bj. um 1900) gelitten haben und nicht mehr tragfähig sein. An allen 4 Ecken der Decke zu den Wänden ist eine "Stuckleiste" (Styropor) zur Zierde angebracht. Kurzum:
Die Geschädigten bestehen jedoch darauf, dass ich (einen) Handwerker beauftrage alle (ihrer Ansicht nach notwendigen) Arbeiten auszuführen und diesen anschließend komplett bezahle.
Mein derzeitiger Standpunkt sieht folgendermassen aus: Irgend welche Reparaturaufträge an Handwerker zu vergeben ist nicht meine Aufgabe. Abgesehen von evtl. neu entstehende Probleme durch von mir beauftragte Reparaturarbeiten an fremdem Eigentum(Abwicklung, Ausführung, Haftung, Gewährleistung, etc.) ist meine Pflicht nur die Bezahlung der Reparatur des tatsächlich entstandenen Schadens durch den Wasserüberlauf aus meiner Badewanne. Ich erwarte vom Geschädigten eigentlich nur eine Benennung und Begründung der Schadenshöhe. Bin ich damit einverstanden, werde ich bezahlen. Falls nicht, wird irgendwie eine Einigung - ggf. auf dem Rechtsweg mit Gutachten und Rechtsbeiständen - etc. beschritten werden müssen.
Gleichzeitig denke ich, dass auch die beschädigten Gegenstände (Decke, Tapete, Styroporleiste, etc. und die für die Anbringung erbrachte handwerkliche Leistung einen "Zeitwert" hat. Die Ironie der Geschichte: Vor ca. 18 Jahren habe ich selbst im Zuge einer Komplettrenovierung der Eigentumswohnung diese Arbeiten alle selbst ausgeführt. Vor ca. 10 Jahren wurde die Wohnung an die Geschädigte verkauft und noch heute ist das Bad nahezu gleich dem von mir erbauten Originalzustand. Mein Standpunkt ist: Die Beschädigung eines 18 Jahre alten Gebrauchsgegenstandes kann nicht gleich hoch veranschlagt werden wie die eines neuwertigen. Demzufolge würde ein gewisser Prozentsatz der Rechnung für die Reparaturarbeiten vom Geschädigten zu übernehmen sein.
Gleichzeitig möchte ich darauf hinweisen, dass Schädiger und Geschädigte nicht erst seit dem Schadensvorfall (vor ca. 6 Wochen) nicht besonders gut aufeinander zu sprechen sind.
Ich erbitte Aufklärung zu meiner rechtlichen Position und evtl. richtungsweisende Vorschläge zur Lösung der Problematik.

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Sehr geehrter Fragesteller,

zu Ihrer Anfrage nehme ich wie folgt Stellung:


1.

Grundsätzlich ist der Schaden durch Naturalrestitution auszugleichen. Das ergibt sich aus § 249 Abs. 1 BGB. Dort heißt es wörtlich:

"Wer zum Schadensersatz verpflichtet ist, hat den Zustand herzustellen, der bestehen würde, wenn der zum Ersatz verpflichtende Umstand nicht eingetreten wäre."

D. h. es muß der gleiche wirtschaftliche Zustand wiederhergestellt werden, der ohne das schädigende Ereignis bestehen würde..

Der Geschädigte kann statt Naturalrestitution Geldersatz verlangen.

Wenn die Geschädigten verlangen, daß Sie einen Handwerker mit der Beseitigung der Schäden beauftragen, verlangen sie also Naturalrestitution. Die Geschädigten wollen damit das, was sie nach § 249 Abs. 1 BGB fordern können. Daher ist der Anspruch der Geschädigten dem Grunde nach in der geschilderten Weise gerechtfertigt.


2.

Das, was Sie als Zeitwert bezeichnen, nennt man im Schadensrecht Abzug "Neu für Alt". Wenn der Geschädigte durch die Schadenbeseitigung einen Vorteil erlangt, der nicht in unmittelbarem Zusammenhang mit dem entstandenen Schaden steht, muß er sich u. U. einen Abzug gefallen lassen. Wie hoch dieser Abzug ist, hängt vom Einzelfall ab.


3.

Am Sinnvollsten und Kostengünstigsten wäre es, wenn Sie und die Geschädigten sich auf einen Handwerker, der die Instandsetzungsarbeiten durchführen soll, verständigen würden. Sodann wäre ein Kostenvoranschlag dieses Handwerkers einzuholen und man müßte sich noch hinsichtlich der Aufteilung der Kosten einigen.

Wenn ein Gespräch mit den Geschädigten - aus welchen Gründen auch immer - nicht möglich ist, könnten Sie den Geschädigten raten, ein selbständiges Beweisverfahren einzuleiten. Im Rahmen dieses Verfahrens würde vom Gericht ein Sachverständiger bestellt, der ein Gutachten hinsichtlich der Schäden und der zur Schadenbeseitigung erforderlichen Kosten auch unter Berücksichtigung eines Abzuges "Neu für Alt" erstellt. Durch ein solches Verfahren entstehen jedoch weitere Kosten, wie Rechtsanwaltshonorare und Sachverständigenkosten.

Schließlich bleibt noch die Möglichkeit, daß Sie gar nichts unternehmen und die Geschädigten damit zum Handeln zwingen.

Ideal sind die beiden letztgenannten Lösungsvorschläge natürlich nicht. Deshalb rate ich dringend, eine Einigung auf der Grundlage meines ersten Vorschlags zu versuchen. Das ist mit Sicherheit besser, als die Sache gerichtlich auszutragen.


Mit freundlichen Grüßen

Gerhard Raab
Rechtsanwalt
Bewertung des Fragestellers 20.11.2008 | 16:04


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